IL-17A-Inhibitor bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis

2 Jahre Taltz® in der Versorgung:
Praxiserfahrung bestätigt starke und langanhaltende Wirksamkeit

 

Bad Homburg/Berlin (2. Mai 2019) – Auf der 50. Jahrestagung der DDG[i] in Berlin standen neben aktuellen Studiendaten zum zielgerichteten Interleukin(IL)-17A-Inhibitor Ixekizumab (Taltz® ) Praxiserfahrungen aus mittlerweile 2 Jahren in der Versorgung der Plaque-Psoriasis[1],[ii] im Vordergrund. Diese untermauern die in klinischen Studien gezeigte starke, schnelle und langanhaltende Wirksamkeit von Ixekizumab, von der nicht nur das allgemeine Hautbild, sondern auch schwer zu behandelnde Hautareale wie Kopfhaut, Nägel und Genitalbereich profitieren. Auch das aus Studien bekannte gute Verträglichkeitsprofil hat sich im Praxisalltag bestätigt.

Im Rahmen des Kongresses präsentierten Prof. Dr. Diamant Thaçi, Lübeck, und Dr. Dagmar Wilsmann-Theis, Bonn, aktuelle Daten zum IL‑17A-Inhibitor Ixekizumab. Die langanhaltend gute Wirksamkeit bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis stand dabei im Fokus. „Eine starke, schnell wirksame Therapieoption kommt den Wünschen unserer Patienten sehr entgegen. Wichtig ist es aber auch, das erscheinungsfreie Hautbild möglichst lange aufrechterhalten zu können – und das auch an schwierig zu behandelnden Hautarealen. Die aktuellen Daten zu Ixekizumab sind in dieser Hinsicht sehr vielversprechend“, so Wilsmann-Theis. Die in den Studien belegte Wirksamkeit des IL‑17A-Inhibitors veranschaulichte Dr. Hortensia Pfannenstiel, München, mit unterschiedlichen Praxisfällen erfolgreich therapierter Patienten.


Langanhaltend starke Wirksamkeit über 4 Jahre

Die UNCOVER-Studien zeigen, dass die Behandlung mit Ixekizumab ein hohes Maß an erscheinungsfreier Haut ermöglicht. Zur langanhaltenden Wirksamkeit liegen inzwischen Daten über einen Zeitraum von 4 Jahren vor. Mehr als die Hälfte der Patienten hatte auch noch nach 204 Wochen einen PASI 100, das heißt eine vollständig erscheinungsfreie Haut.[2],[iii]


PASI 100 etwa doppelt so schnell erreichbar wie unter Ustekinumab

Das schnelle Ansprechen der Therapie gehört zu den wichtigsten Anforderungen, die Patienten an ihre Behandlung stellen.[3] In den Zulassungsstudien besserten sich die Hauterscheinungen der Teilnehmer unter Ixekizumab bereits nach zwei Wochen um mehr als 50 %.[4] Der schnelle Wirkeintritt spiegelt sich auch in der medianen Zeit zum Erreichen einer vollständig erscheinungsfreien Haut wider: In der Vergleichsstudie IXORA-S gegen den IL-12/23-Inhibitor Ustekinumab erreichte nach gut 19 Wochen die Hälfte der Patienten einen PASI 100 – etwa doppelt so schnell wie unter Ustekinumab.[5],[iv]

Eine weitere Auswertung der IXORA-S-Studie zeigt, dass sich eine schnelle und starke Verbesserung der Hautsymptome positiv auf ein langanhaltendes Behandlungsansprechen auswirkt: Patienten, die schnell auf die Behandlung mit Ixekizumab ansprachen (definiert als PASI 50 an Woche 2 bzw. 4), zeigten in der Erhaltungsphase ein PASI 100-Ansprechen (definiert als ein PASI 100‑Ansprechen in zwei aufeinanderfolgenden Visiten).[6]


Starke Wirksamkeit an besonderen Lokalisationen: Daten über 3 Jahre

Wilsmann-Theis bekräftigte in ihrem Vortrag, dass besondere Lokalisationen der Plaque-Psoriasis häufig schwierig zu behandeln und für Betroffene meist mit einem hohen Leidensdruck verbunden sind. „Je sichtbarer die Plaques an Kopfhaut, Händen, Füßen und Nägeln sind, desto verunsicherter und hilfloser können sich Patienten fühlen und dazu neigen, sich sozial zurückzuziehen. Auch Juckreiz, insbesondere an der Kopfhaut, ist für viele sehr unangenehm. Hinzu kommen häufig funktionelle Beeinträchtigungen, weil Patienten durch die Schmerzen an den jeweiligen Körperstellen nicht richtig greifen, gehen oder sitzen können.“ Mit Ixekizumab konnten viele Patienten eine vollständige Erscheinungsfreiheit auch an Kopfhaut und Nägeln sowie bei palmoplantarer Beteiligung erreichen und diese über bislang 3 Jahre beibehalten (Tab.1).[7]

 

Tab.1: Mit Ixekizumab können Patienten auch an besonderen Lokalisationen über 3 Jahre Behandlung vollständig erscheinungsfrei bleiben (nach [7])

Lokalisation Vollständig erscheinungsfrei über 3 Jahre

Anteil Patienten[v]

Kopfhaut 66 % (PSSI[vi]=0)
Nägel 62 % (NAPSI[vii]=0)
Palmoplantare Beteiligung 61 % (PPASI[viii]=100)

 


Vollständig erscheinungsfrei im Genitalbereich – über die Induktionsphase hinaus

Zu den besonderen Lokalisationen der Plaque-Psoriasis zählt auch der Genitalbereich. Bis zu 63 % der Patienten leiden unter den häufig stark juckenden Läsionen an den Genitalien.[8] Erstmals wurden aus der IXORA-Q-Studie mit 149 Patienten Wirksamkeitsdaten zu Ixekizumab vorgestellt, die über die Induktionsphase (bis Woche 12) hinausgehen: Nach 24 Wochen hatten 60 % der Patienten eine vollständig erscheinungsfreie Haut im Genitalbereich (sPGA-G[ix]=0).[9]


Indirekte Vergleiche und Metaanalysen weisen auf starke und schnelle Wirksamkeit hin

Zwei indirekte Vergleiche untersuchten die Wirksamkeit des IL-17A-Inhibitors Ixekizumab gegenüber den gegen IL-23 gerichteten humanisierten monoklonalen Antiköpern Risankizumab bzw. Tildrakizumab in den ersten 12 Behandlungswochen.[10],[11] Für die Analysen – vorab präsentiert im Rahmen der AAD-Jahrestagung 2019 in Washington, D.C. – wurden Daten aus klinischen Studien über den gemeinsamen Komparator Placebo unter anderem nach der bewährten Bucher-Methode ausgewertet[12]:

  • Der indirekte Vergleich gegen Risankizumab legt nahe, dass statistisch signifikante Vorteile von Ixekizumab hinsichtlich des PASI 90-Ansprechens und der Schnelligkeit des Ansprechens über den Brückenkomparator Placebo in Woche 4, 8 und 12 bestehen.10,[x]
  • Ähnliche Ergebnisse im PASI 90-Ansprechen zeigten sich unter Anwendung der gleichen Methodik im indirekten Vergleich mit Tildrakizumab an Woche 12.11,[xi]

Die Daten unterstützen zudem die Auswertung eines indirekten Vergleichs gegen Guselkumab, der ebenfalls auf statistisch signifikante Vorteile von Ixekizumab hinsichtlich Wirkstärke und Schnelligkeit des Ansprechens in Woche 12 hinweist.[13] Ergebnisse einer multizentrischen, randomisierten, verblindeten Head-to-Head-Studie zwischen Ixekizumab und Guselkumab werden bis Ende 2019 erwartet.

Eine aktuelle, auf der AAD-Jahrestagung vorgestellte Netzwerk-Metaanalyse ließ für den IL-17A-Inhibitor Ixekizumab und den IL-17-Rezeptor-A-Blocker Brodalumab die stärkste und schnellste Wirksamkeit unter den untersuchten Wirkstoffen erkennen.[14],[xii] Netzwerk-Metaanalysen werten sämtliche evidenzbasierten Publikationen aus und erlauben auf dieser Basis einen (indirekten) Vergleich verschiedener Wirkstoffe sowie wertvolle Ableitungen für den klinischen Alltag. Für die Analyse des PASI 90 wurden 26 Studien mit insgesamt 10 Wirkstoffen ausgewertet.14 Nach 12 Wochen war die Wahrscheinlichkeit für ein PASI 90-Ansprechen unter Ixekizumab und Brodalumab am größten.14 Die Analyse legte zudem nahe, dass IL-17-Inhibitoren den schnellsten PASI 90-Wirkeintritt aufweisen.14,[xiii]


Praxisalltag bestätigt gutes Verträglichkeitsprofil

Mittlerweile liegen zur mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis Auswertungen aus 13 klinischen Studien mit fast 6.000 Patienten und über 16.000 Patientenjahren vor.[15] Davon waren knapp 3.000 Patienten mindestens 3 Jahre in Behandlung mit dem IL-17A-Inhibitor. Von fast 10 % der Patienten liegen sogar Daten von mindestens 5 Jahren Behandlung vor.15 Eine integrative Analyse ergab unter der Langzeittherapie mit Ixekizumab keine neuen Unverträglichkeitssignale. Die Inzidenzraten für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, Infektionen, schwere kardiale Komplikationen, Malignität und Depression stieg bei längerer Exposition mit Ixekizumab nicht an. Nach der Induktionsphase nahm die Inzidenzrate für Infektionen, orale Candidose und Reaktionen an der Injektionsstelle ab.15 „Diese jüngst auf der AAD-Jahrestagung vorgestellten Daten bestätigen die bekannte gute Langzeitverträglichkeit von Ixekizumab, die sich nun auch im Versorgungsalltag bewahrheitet – soweit wir es bislang überblicken können“, fasste Pfannenstiel zusammen.

 

Über Lilly

Eli Lilly and Company gehört zu den weltweit führenden Unternehmen im Gesundheitswesen. Gegründet wurde Lilly vor über 140 Jahren von einem Mann, der sich der Entwicklung und Herstellung qualitativ hochwertiger Medikamente für Erkrankungen mit dringendem medizinischem Bedarf verschrieben hatte. Diesem Ziel sind wir bis heute treu geblieben. Lilly verbindet Fürsorge mit Forschergeist, um das Leben der Menschen weltweit zu verbessern. Überall auf der Welt arbeiten wir daran, Medikamente zu erforschen, die in der Behandlung einen Unterschied machen, und sie denjenigen, die sie benötigen, zur Verfügung zu stellen. Wir helfen, Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten besser zu verstehen und nehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung ernst. Viele Menschen bei Lilly engagieren sich zudem auch persönlich für das Gemeinwohl.

 

Anmerkungen und Literaturverweise

[i] Deutsche Dermatologische Gesellschaft

[ii] Taltz® ist angezeigt für die Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie in Frage kommen.1

[iii] Multiple Imputation

[iv] Ixekizumab (N=166): 19,1 Wochen. Ustekinumab (N=136): 44,0 Wochen.5

[v] modified Non-Responder Imputation

[vi] Psoriasis Scalp Severity Index

[vii] Nail Psoriasis Severity Index

[viii] Palmoplantar Psoriasis Area and Severity Index

[ix] static Physician’s Global Assessment der Genitalien

[x] Der indirekte Vergleich über den Brückenkomparator Ustekinumab hat keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den zwei Substanzen gezeigt. Aufgrund der geringen Patientenanzahl in den für diesen Vergleich relevanten Studien wurden möglicherweise weniger präzise Ergebnisse erzielt.

[xi] Der indirekte Vergleich über den Brückenkomparator Etanercept hat vergleichbare Ergebnisse gezeigt.7

[xii] Kein direkter Vergleich, u.a. Evidenz limitiert auf Induktionsphasen, durch teilweise geringe Studienanzahl und Unterschiede in der Verblindung.

[xiii] Daten aus Woche 4

 

[1] Aktuelle Fachinformation Taltz®

[2] Lilly data on file aus der UNCOVER-3-Studie

[3] World Health Organization. Global report on Psoriasis 2016; URL: http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/204417/1/9789241565189_eng.pdf [Zugriff: 12.03.2019]

[4] Leonardi C et al. J Am Acad Dermatol 2016; 74 (5) (suppl 1); AB70

[5] Pinter A et al. AAD, 1.–5.3.2019, Washington, D.C., USA; Poster 9840

[6] Augustin M et al. AAD, 1.–5.3.2019, Washington, D.C., USA; Poster 10117

[7] Leonardi C et al. J Am Acad Dermatol 2018; 79(5): 824–830.e2

[8] Meeuwis KAP et al. J Dermatolog Treat 2018; 29(8): 754–760

[9] Guenther L et al. AAD, 1.–5.3.2019, Washington D.C., USA, Poster 8334

[10] Gottlieb AB et al. AAD, 1.–5.3.2019, Washington, D.C., USA, Poster P9775

[11] Gottlieb AB et al. AAD, 1.–5.3.2019, Washington, D.C., USA, Poster P8051

[12] Bucher HC et al. J Clin Epidemiol 1997, 50: 683–691

[13] Gottlieb AB et al. IID, 16.–19.5.2018, Orlando, USA, Poster 015

[14] Warren RB et al., AAD 2019, Washington, D.C., USA, Poster 10012

[15] Gottlieb AB et al. AAD, 1.–5.3.2019, Washington D.C., USA, Poster 10158

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