IQWiG-Methodenvorschlag zur Kosten-Nutzen-Bewertung
stößt auf breite Resonanz

Berlin (1. April .2008) – Bis zum 31.3. sind beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen fast 50 Stellungnahmen zum Methodenvorschlag für die Kosten-Nutzen-Bewertung eingegangen.

Sowohl Verbände der pharmazeutischen Industrie als auch einzelne Unternehmen, Organisationen von Ärzten, Kliniken und Patienten, wissenschaftliche Fachgesellschaften und Einzelpersonen haben sich mit dem Vorschlag auseinandergesetzt. Die Frist für Stellungnahmen zu dem Vorschlag der „Methoden zur Kosten-Nutzen-Bewertung“ endete gestern. Das IQWiG hatte das Methodenpapier Ende Januar veröffentlicht.

Schon während der Stellungnahmephase hat in den Medien eine öffentliche Diskussion des Methodenvorschlags begonnen, die das Institut ausdrücklich begrüßt. Zur Unterstützung hat das Institut heute eine Liste von allgemeinen Fragen und Antworten zur Methode der Kosten-Nutzen-Bewertung im Internet veröffentlicht, die unter anderem offensichtlich unklare Aspekte erläutern sollen. Hier wird zum Beispiel das Missverständnis ausgeräumt, dass bei der Bewertung der Kosten eine unangemessen eingeschränkte Perspektive vorgesehen sei. Außerdem wird klargestellt, dass die Methode keinerlei feste Vorgaben macht, welche Kosten für einen Nutzen akzeptabel sind. Die Bewertung, welche Kosten für einen höheren medizinischen Nutzen akzeptabel sind, trifft nicht das IQWiG, sondern Institutionen der Selbstverwaltung.


Weitere Stellungnahmerunde nach Probeläufen vorgesehen

Diese Sammlung von Fragen und Antworten greift jedoch nur allgemeine Aspekte in der öffentlichen Diskussion auf. Mit der spezifischen Kritik und den Vorschlägen aus den Stellungnahmen wird sich das Institut in den nächsten Wochen ausführlich beschäftigen. Die weitere Planung sieht vor, dass die Schlussfolgerungen aus den Stellungnahmen in eine modifizierte zweite Version des Methodenentwurfs einfließen. Diese „Version 2“ wird dann zusammen mit der Dokumentation und Würdigung der Stellungnahmen und den schon im ersten Entwurf angesprochenen „technischen Anhängen“ publiziert werden.

Das IQWiG plant auf der Basis dieser „Version 2“ des Methodenvorschlags einen Test der Umsetzbarkeit in so genannten Probeläufen. Die Erfahrungen dieser Probeläufe werden dann in „Version 3“ des Methodenvorschlags einfließen, die zusammen mit den Ergebnissen der Probeläufe veröffentlicht werden wird. Zu dieser Version 3 und den dazugehörigen technischen Anhängen wird es dann ein erneutes öffentliches Stellungnahmeverfahren geben, das alle interessierten Kreise und Personen einbindet.

 


Quelle: Pressemitteilung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Dr.  Anna-Sabine Ernst, 01.04.2008 (tB).
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