Gleichmäßigere Arbeitsauslastung mit „al.i.d.a“

Optimierungskonzept für stationäre Altenpflegeeinrichtungen:
flexibel, mitarbeiter‑ und bewohnerorientiert

 

Hamburg (22. November 2007) – Sieben Uhr. Zeit zum Frühstücken. Stress für die Heimbewohner, die jetzt vielleicht noch gar nicht essen, sondern liegen bleiben wollen. Und Stress für die Pflegekräfte, die jetzt alle auf einmal versorgen müssen. Eine typische Situation in Pflegeheimen mit traditionellem Schichtmodell. Hier setzt das Optimierungskonzept „al.id.a“ der Berufgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) an. Es entzerrt die Arbeitspitzen, flexibilisiert und entspannt den Heimalltag ‑ zum Nutzen aller.

Starre Vorgaben bei den Pflegeabläufen berücksichtigen weder Bewohner- noch Arbeitnehmerinteressen. Die Bewohner lassen die „Abfertigung“ über sich ergehen, fügen sich in ihr Schicksal, sind im Grunde aber unzufrieden, weil sie ihren Tag kaum selbst bestimmen können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen während der Stoßzeiten unter erheblicher physischer und psychischer Belastung. „Ständig wiederkehrende Überforderungssituationen können zu psycho-somatischen Erkrankungen, zu Burnout und nicht selten auch zum vorzeitigen Ausstieg aus dem Pflegeberuf führen“, erläutert Dr. Heike Schambortski von der BGW. „Gerade vor dem Hintergrund der Probleme, qualifizierten Pflegenachwuchs zu bekommen, müssen die Einrichtungen darauf bedacht sein, die älteren und erfahrenen Kräfte zu halten ‑ sprich: deren Gesundheit und Arbeitszufriedenheit im Blick zu haben. Einbußen in der Pflegequalität gehen sehr schnell zu Lasten des Renommees und der Wettbewerbsfähigkeit einer Pflegeeinrichtung.“


Optimierung der Personaleinsatzzeiten, Neuorganisation der Abläufe

Mit dem Beratungskonzept „al.i.d.a“ lassen sich die Arbeitsabläufe gezielt daraufhin untersuchen, wie sie verbessert werden können. Das Unternehmen erhält ein Bild davon, wie gesundheitsgerecht und mitarbeiterfreundlich die Arbeitsbedingungen und wie zufrieden die Beschäftigten mit ihrer Arbeitssituation sind. Erreicht wird dies mit optimierten Personaleinsatzzeiten und der Neuorganisation der Arbeitsabläufe. Durch Maßnahmen wie Umstellung auf eine Fünftagewoche, Flexibilisierung der Dienstschichten, Wegfall von geteilten Diensten, Auslagerung von pflegefremden Tätigkeiten, Ausdehnung der Essenzeiten usw. werden Arbeitsspitzen gleichmäßig über den Arbeitstag verteilt. Es kommt dadurch seltener zu Über- und Unterforderungssituationen. Insgesamt wird die Arbeitssituation der Beschäftigten spürbar verbessert. Dr. Schambortski: „In bisherigen Projekten konnte alJA.a nachweisen, dass durch diese Maßnahmen erhebliche, insbesondere zeitliche Ressourcen gewonnen werden können, die den Beschäftigten zugute kommen und ihre Arbeitszufriedenheit deutlich steigern. Ihnen bleibt mehr Zeit für die Betreuung der Bewohner. Zudem hat sich das Informations‑ und Kommunikationsverhalten in den Einrichtungen stark verbessert.“


Zufriedene Mitarbeiter tragen zu einem guten Wohnklima bei

Dies bestätigt auch Hans‑Joachim Schwunk, Leiter des Reformierten Gemeindestifts Wuppertal: „Es geht nicht darum, Personal einzusparen, sondern gesundheitsförderliche Strukturen so aufzubauen, dass die Mitarbeiter weniger belastet werden. Uns hat der Ansatz des al.i.d.a.-Projektes überzeugt, die bestmögliche Arbeitsbedingungen in unserem Haus und damit die bestmögliche Versorgungsqualität der Bewohner herbeizuführen. Zufriedene Mitarbeiter, die eine persönliche Wertschätzung am Arbeitsplatz erfahren, tragen sehr zu einem guten Wohnklima bei. Der bisherige Projektverlauf zeigt bereits nach kurzer Zeit sehr positive Wirkung und strahlt ins Haus hinein.“


Finanzielle Unterstützung der BGW

Das Beratungskonzept „al.i.d.a“ richtet sich an Einrichtungen der stationären Altenpflege mit mindestens 50 Beschäftigten. Jeweils fünf Einrichtungen aus einer Region werden zusammen von einem Berater 18 Monate lang begleitet. In gemeinsamen Workshops und bei Beratungen vor Ort lernen sie, ihre Arbeitsorganisation zu optimieren. Die BGW unterstützt interessierte Unternehmen finanziell, indem sie ein Drittel der Beratungskosten übernimmt.

 


Quelle: Journalisten-Forum 2007 der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege am 22.11.2007 (tB).

 

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