Ohne Gesundheitsmanagement wird es nicht mehr gehen
Zukunft der Altenpflege liegt in gesunden, motivierten Mitarbeitern

Hamburg (22. November 2007) – Einrichtungen der Altenpflege stehen vor der akuten Herausforderung, sich für die Zukunft fit zu machen. „Wir müssen jetzt handeln, um die Pflegequalität zu sichern", fordert Prof. Dr. Stephan Brandenburg, Mitglied der Geschäftsführung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Mit ihrer Initiative „Aufbruch Pflege" und praxisorientierten Unterstützungsprogrammen bietet die BGW der Branche eine strategische Partnerschaft an.  

Angesichts der bekannten demografischen Prognosen ‑ bis zu 145 Prozent mehr Pflegebedürftige im Jahr 2050 ‑ steht die Altenpflege vor gewaltigen Herausforderungen. Im Jahr 2005 wurden beispielsweise bereits 18 Prozent mehr Pflegebedürftige in Heimen und 13,5 Prozent von ambulanten Diensten versorgt als noch 1999. Nicht zuletzt aufgrund der unzureichenden beruflichen Nachwuchssituation ist der Druck auf die Pflegekräfte deutlich gestiegen und wird weiter zunehmen. Faktoren wie höhere Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Pflegequalität der Einrichtungen verstärken ihn zusätzlich.

Wirtschaftliche Existenz vieler Einrichtungen mittelfristig in Gefahr
Die Auswirkungen sind bereits jetzt zu spüren: Der Krankenstand des Pflegepersonals ist mit 5,8 Prozent um fast ein Prozent höher als der anderer Berufsgruppen (4,9 Prozent). Alarmierend ist die um 62 Prozent erhöhte Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer psychischen Erkrankung. „Da es immer schwieriger wird, qualifiziertes Personal zu finden, müssen die Einrichtungen alles tun, um ihren Personalstamm zu halten, also vor allem hohe Krankenstände und Berufsausstiege zu reduzieren", folgert Prof. Brandenburg. „Mit weniger oder schlechter ausgebildetem Personal drohen Einrichtungen, die in diesem Bereich untätig bleiben, unweigerlich Versorgungsengpässe und Qualitätseinbußen, die die wirtschaftliche Existenz gefährden können." Aktive Unternehmen hingegen können sich Wettbewerbsvorteile sichern: Qualifizierte Arbeitskräfte werden mit Sicherheit dorthin gehen, wo sie die besten Arbeitsbedingungen vorfinden.

BGW zeigt Lösungswege auf
Die BGW als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für rund 20.000 Pflegeheime und ambulante Dienste mit fast 900.000 Beschäftigten bietet mit ihrer Initiative „Aufbruch Pflege" der Branche eine enge strategische Partnerschaft an. Mit ihren 2006 und 2007 erschienenen Pflege‑Reporten (Schwerpunkt 2006: Psychische Belastungen, 2007: Alternde Beschäftigte) weist sie auf neuralgische Punkte der Branche hin, liefert Kennzahlen und zeigt Lösungswege auf.

Unterstützungsprogramme für unterschiedlichste Ausgangssituationen
Sie bietet Einrichtungen außerdem konkrete Maßnahmen und Programme, mit denen sie ihre betriebliche und insbesondere ihre personelle Situation professionell analysieren und verbessern können. Mehrere dieser Maßnahmen sind ohne größeren Aufwand durchzuführen und mit keinen Kosten verbunden. „Wir haben sie systematisch in einer aufeinander aufbauenden Produktlinie zusammengestellt, die den unterschiedlichsten betrieblichen Ausgangssituationen gerecht wird", so Prof. Brandenburg, „vom einfachen Diagnose‑Instrument bis zum kompletten QMSystem mit integriertem Arbeitsschutz."

Gesunde Beschäftigte als Zukunftssicherung
Darüber hinaus engagiert sich die BGW auf der politischen Ebene und hat sich hier insbesondere die Themen „Entbürokratisierung" und „Alter(n)sgerechte Arbeitsgestaltung" auf die Fahnen geschrieben. „Wir wollen Wege zur Zukunftssicherung der Pflege aufzeigen", resümiert Prof. Brandenburg. „Denn nur gesunde und motivierte Beschäftigte sichern die Pflegequalität und damit die Zukunft einer jeden Einrichtung ‑ und der gesamten Altenpflege. Ohne Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement wird es nicht mehr gehen."
 


Quelle: Journalisten-Forum 2007 der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege am 22.11.2007 (tB).

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