24. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie

Fumarsäureester – wirksame Psoriasistherapie mit günstigem Sicherheitsprofil

 

München (23. Juli 2014) – Etwa 20.000 Psoriasis-Patienten in Deutschland erhalten heute die seit zwei Jahrzehnten bewährte Therapie mit Fumarsäureestern. Für den Fumarsäureester Fumaderm® – in  Deutschland das am häufigsten angewendete Systemtherapeutikum bei Schuppenflechte – liegt seit Markzulassung eine Exposition von über 200.000 Patientenjahren vor. Im Rahmen der 24. Fortbildungs­woche für praktische Dermatologie und Venerologie diskutierten Experten das Einsatzspektrum des Wirkstoffs, neue Erkenntnisse aus der retrospektiven Anwendungsbeobachtung aus Bochum, aktuelle Daten zur Nagelpsoriasis sowie Aspekte der Versorgungsforschung. Das Fazit: Fumarsäureester sind eine wirksame und durch ein günstiges Sicherheitsprofil ausgezeichnete Psoriasistherapie für viele Lebenslagen.

 

 

FUTURE- und FAST-Studie bestätigen Wirksamkeit und Verträglichkeit

 

Sowohl die retrospektive multizentrische Beobachtungsstudie FUTURE an 984 Patienten als auch die Beobachtungsstudie bezüglich der Kombination von Fumaderm® mit Lichttherapie (FAST-Studie) belegten die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit von Fumarsäureestern. Die FUTURE-Studie zeigte, dass etwa      90 Prozent der Patienten, die mit Fumaderm® therapiert wurden, von einer Verbesserung ihres Hautbildes profitierten. Dabei nahm die durchschnittliche Wirksamkeit von Fumaderm® in den ersten 6 Monaten der Therapie kontinuierlich zu. Zwischen Monat 3 und Monat 6 stieg die Wirksamkeit noch einmal deutlich an, weshalb ein Therapieerfolg von Fumaderm® frühestens nach 6 Monaten abschließend bewertet werden sollte.

 

 

Nebenwirkungen unter Fumarsäureestern gut handhabbar

 

Die bekannten gastrointestinalen Nebenwirkungen und der ‚Flush‘ treten meist zu Beginn der Therapie auf, bessern sich jedoch in den ersten Monaten. Neben diesen häufigsten Beschwerden können sich auch Laborparameter wie Leukozyten-, Lymphozyten-, Leber- und Nierenwerte unter Fumaderm®-Therapie verändern. „Aus diesem Grund sind regelmäßige Blutkontrollen erforderlich, die jedoch nur selten einen Handlungsbedarf ableiten“, so Professor Dr. Michael P. Schön, Göttingen. Individuelle Dosierungsschemata sowie eine gute ärztliche Patientenaufklärung und -betreuung können die Symptome deutlich abmildern und die Compliance erhöhen, betonte Schön.

 

 

Langzeitdaten: vorläufige Studienergebnisse aus der Bochumer Hautklinik (Direktor (a.D.) Prof. Dr. Peter Altmeyer)

 

In einer monozentrischen retrospektiven Datenerhebung zur Erfassung der Langzeitwirksamkeit und Langzeitsicherheit der kontinuierlichen Therapie mit Fumaderm® wurden 879 Patientenakten von Psoriasis-Patienten, bei denen ab Anfang der 90er Jahre eine Systemtherapie mit Fumaderm® eingeleitet wurde, ausgewertet. Dabei konnte die Langzeitwirksamkeit der Fumaderm®-Therapie über 12 Jahre nachvollzogen werden. Die Daten zum Therapieerfolg bestätigen die aus dem klinischen Alltag bekannte langfristig anhaltende Wirksamkeit: Es zeigte sich eine deutliche Verbesserung des Hautbildes beziehungsweise eine Erscheinungsfreiheit in den ersten 3 Monaten der Therapie bei über 30 Prozent der Patienten – ein Anteil, der sich bis zum Monat 6 der Therapie fast verdoppelte. „Die dauerhafte Verbesserung des Hautbildes blieb über den gesamten Verlauf von 12 Jahren stabil, bei gleichzeitig günstigem Sicherheitsprofil“, fasste Priv.-Doz. Dr. Heinrich Dickel, Bochum, die Daten zusammen.

 

 

Fumaderm® bei Nagelpsoriasis: Ergebnisse der FUN-Studie

 

Etwa 40 Prozent aller Psoriasis-Patienten in Deutschland leiden zusätzlich an einer Nagelpsoriasis. Meist sind mehrere Nägel an Händen und Füßen betroffen.(1) Bei 1- 5 Prozent der Patienten besteht eine alleinige Nagelpsoriasis ohne weitere Hautbeteiligung.(2) Die häufigsten klinischen Manifestationen sind Tüpfelnägel und Ölflecken, wobei die Tüpfelnägel bei etwa 70 Prozent der Patienten beobachtet werden und ihre Ursache in einem Befall der Nagelmatrix haben. In der FUN-Studie (Fumaderm® bei Nagelpsoriasis) wurde bei 34 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis die Wirksamkeit von Fumaderm® auf eine begleitende Nagelpsoriasis geprüft. Im Ergebnis verbesserten sich innerhalb der ersten 6 Monate die psoriatischen Veränderungen der Nagelmatrix mit 45 Prozent (p < 0,001) stärker als die des Nagelbettes, die einen 34-prozentigen Rückgang aufwiesen (p < 0,001). Laut Dr. Yvonne Frambach, Lübeck, verringerte sich parallel dazu der PASI (Psoriasis Area Severity Index) dieser Patienten von durchschnittlich 9 auf 3 Punkte (p < 0,001), während die Lebensqualität um etwa 60 Prozent anstieg.

 

 

Praktische Aspekte in der Versorgung von Psoriasis-Patienten

 

Die Verfügbarkeit von zugelassenen Arzneimitteln für die Therapie von Kindern und Jugendlichen ist beschränkt. Die Prävalenz von Psoriasis bei Kindern verläuft annähernd linear und beträgt 0,12 Prozent mit 1 Jahr bis hin zu 1,2 Prozent mit 18 Jahren. „Die Komorbiditätsrate ist doppelt so hoch wie bei Kindern und Jugendlichen ohne Psoriasis“, erläuterte Dr. Sascha Gerdes, Kiel. Unter anderem sei die juvenile Psoriasis mit einer gehäuften Rate an Hyperlipidämie, Adipositas, Hypertonie, Diabetes mellitus, Rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn und psychiatrischen Erkrankungen wie Depression und Angststörungen assoziiert. Um zukünftig bessere Therapiemöglichkeiten anbieten zu können, würden deshalb derzeit weltweit verschiedene klinische Therapiestudien durchgeführt – darunter in Deutschland eine klinische Studie, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Fumaderm® bei Kindern und Jugendlichen untersucht und zur Zulassung des Präparates für diese Altersgruppe führen soll. Laut Gerdes können aktuell noch Teilnehmer mit mittelschwerer oder schwerer Psoriasis in die Studie eingeschlossen werden. Hierfür stehe die kostenfreie Telefonnummer (0800) 363 64 00 zur Verfügung.

 

Fumaderm® ist seit 1994 zur Behandlung der schweren Psoriasis vulgaris und seit 2008 auch zur Behandlung der mittelschweren Psoriasis in Deutschland zugelassen. Mit über 50 Prozent aller Verordnungen sind Fumaderm® initial und Fumaderm® die wichtigsten Präparate für die systemische First-Line-Therapie der Psoriasis vulgaris in Deutschland.

 

 

Anmerkungen 

  1. Augustin M, British Journal of Dermatology, 2010
  2. Grover C, British Journal of Dermatology, 2005

 


Quelle: Mittagsseminar „20 Jahre Fumarsäureester – ein Meilenstein verändert die systemische Psoriasistherapie“, im Rahmen der 24. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie, 23.07.2014, München. Biogen Idec. 2014 (tB).

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