Initiative Schmerzlos. Photo Christopher Futcher iStock.com5. Dreiländertagung – Kopfschmerzsymposium der DMKG, ÖKSG und SKG

„Kopfschmerzen bei Jugendlichen – der Herausforderung begegnen“

Tutzing (22. April 2016) – Im Fokus des Symposiums „Kopfschmerzen bei Jugendlichen – der Herausforderung begegnen“ auf der 5. Dreiländertagung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG), der Österreichischen Kopfschmerzgesellschaft (ÖKSG) und der Schweizerischen Kopfwehgesellschaft (SKG) in der Evangelischen Akademie in Tutzing standen seltene idiopathische Kopfschmerzerkrankungen im Kindes- und Jugendalter sowie Optionen zur altersgerechten Therapie. Das Symposium wurde von der Initiative Schmerzlos zum richtigen Umgang mit Schmerzen bei Jugendlichen, einer Aufklärungskampagne von RB (Reckitt Benckiser), unterstützt.

Den Vorsitz des Symposiums hatte Prof. Dr. med. Gregor Brössner, Oberarzt an der Universitätsklinik für Neurologie, Innsbruck, und Präsident der ÖKSG, inne. Referenten waren Professor Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers, Chefarzt der Neurologischen Klinik im Krankenhaus Lindenbrunn in Coppenbrügge, Generalsekretär der International Headache Society und Mitglied im Advisory Board der deutschen Initiative Schmerzlos und Dr. med. Raymund Pothmann, Neuropädiater, Leiter des Zentrums Integrative Kinderschmerztherapie und Palliativmedizin „Delfin Kids“ und des Kinderhospizes Sternenbrücke in Hamburg. Dr. Pothmann gehört ebenfalls dem Advisory Board der Initiative Schmerzlos an.

Kopfschmerzen erzeugen insbesondere bei Jugendlichen einen großen Leidensdruck und beeinträchtigen deren Lebensqualität. Häufige Schmerzen können unbehandelt zu wiederholten Schulausfällen, Einschränkung der Lebensqualität und zur Entwicklung chronischer Kopfschmerzen führen. In ihren Vorträgen betonten die Referenten die Relevanz einer speziell auf die Bedürfnisse von Jugendlichen angepassten, altersgerechten Therapie idiopathischer Kopfschmerzen gemäß den deutschen und österreichischen Leitlinien.

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Syndrome seltener Kopfschmerzerkrankungen erkennen

Evers führte aus, dass Kinder und Jugendliche grundsätzlich sämtliche idiopathische Kopfschmerzerkrankungen haben können wie Erwachsene auch (1). Dabei sind zwei Gruppen voneinander zu unterscheiden: „In der einen Gruppe treten Schmerzen in Form z. B. einer Migräne oder eines trigeminoautonomen Kopfschmerzes auf. In die zweite Gruppe ordnen wir seltene Erkrankungen ein, die spezifisch im Kindes- und Jugendalter auftreten und als Vorläufer einer Migräne gelten“, so Evers.

In seinem Vortrag erläuterte Evers die Syndrome der abdominellen Migräne, des zyklischen Erbrechens der Kindheit, des benignen paroxysmalen Vertigos und des paroxsymalen Torticollis. Bei diesen handele es sich um Syndrome, die in der Kopfschmerzklassifikation der International Headache Society definiert sind. Noch nicht geklärt sei der Stellenwert der infantilen Koliken und der Alternierenden Hemiplegie der Kindheit. Neben den klinischen und pathophysiologischen Grundlagen dieser Erkrankungen gab Evers auch therapeutische Hinweise, wobei er im Wesentlichen die Aufklärung über den gutartigen Charakter dieser Syndrome (mit Ausnahme der Alternierenden Hemiplegie) in den Vordergrund stellte. „Als Substanzen zur Therapie kommen vor allem Acetazolamid und Flunarizin in Betracht“, so Evers.

Steigender Bedarf an altersgerechten Präventions- und Therapieangeboten bei Kopfschmerzen

Gerade Kopfschmerzen haben bei Jugendlichen in den letzten 40 Jahren deutlich zugenommen. „Inzwischen ist etwa jedes sechste Schulkind betroffen und als beratungs- bzw. behandlungsbedürftig einzustufen (2)“, so Pothmann. In seinem Vortrag forderte er den Ausbau eines altersgerechten Behandlungsangebots, das den Unsicherheiten und Erwartungen der Jugendlichen und ihrer Eltern Rechnung trägt. Besonders wichtig sei es, Jugendlichen und Eltern angemessene Strategien gegen den Schmerz zu vermitteln.

Basis einer jeden Therapie sei der Einsatz eines sogenannten Schmerztagebuches. Anknüpfend beleuchtete Pothmann das Spektrum der altersgerechten Therapie von der Beratung des Tagesablaufs über medikamentöse Optionen, verhaltenstherapeutische Elemente und ggf. auch eine individualpsychologische Behandlung bis hin zu einer altersentsprechenden stationären psychosomatisch ausgerichteten Schmerztherapie. „Mit effizienten Maßnahmen lässt sich ein nachhaltiges Ergebnis bei drei von vier Jugendlichen erzielen“, so Pothmann.


Initiative Schmerzlos klärt Eltern und Erziehungsberechtigte auf

An Informationen und Angeboten, die speziell auf die Bedürfnisse von Jugendlichen mit Kopfschmerzen eingehen, mangelt es gegenwärtig in Deutschland. Aus diesem Grund wurde im September 2013 von RB Deutschland in Zusammenarbeit mit renommierten Neurologen, Pädiatern und Schmerzexperten die Initiative Schmerzlos ins Leben gerufen. Sie klärt über unterschiedliche Schmerzarten bei Jugendlichen und deren altersgerechte Behandlungsoptionen, nicht medikamentöse und medikamentöse, auf. Darüber hinaus informiert die Initiative über Möglichkeiten der Prävention.

Die Website www.initiative-schmerzlos.de bietet viele wertvolle Informationen zu Ursachen jugendlicher Schmerzen, Tipps zur Vorbeugung und für den Umgang mit Kopfschmerzen sowie wichtige Hinweise zur richtigen Dosierung und Einnahme von Schmerzmitteln. Auf der Webseite ist auch der Blog der ersten Stipendiatin der Initiative Schmerzlos, Dr. med. Alexandra Albat, integriert.

Abb.: 5. Dreiländertagung – Kopfschmerzsymposium der DMKG, ÖKSG und SKG: „Kopfschmerzen bei Jugendlichen – der Herausforderung begegnen“. Photo: Tom Miller

Abb.: 5. Dreiländertagung – Kopfschmerzsymposium der DMKG, ÖKSG und SKG: „Kopfschmerzen bei Jugendlichen – der Herausforderung begegnen“ in der Evangelischen Akademie Tutzing. Photo: Tom Miller


Weblink

Quellen

  1. Evers S: Seltene idiopathische Kopfschmerzerkrankungen im Kindes- und Jugendalter, 5. Dreiländertagung – Kopfschmerzsymposium der DMKG, SKG, ÖKSG, Tutzing 2016, Seminar „Kopfschmerzen bei Jugendlichen – der Herausforderung begegnen“
  2. Pothmann R: Die Kunst der Kopfschmerztherapie bei Kindern und Jugendlichen, 5. Dreiländertagung – Kopfschmerzsymposium der DMKG, SKG, ÖKSG, Tutzing 2016, Seminar „Kopfschmerzen bei Jugendlichen – der Herausforderung begegnen“

Über RB

RB ist das weltweit führende Unternehmen im Bereich Consumer Health und Hygiene. Das Unternehmen besitzt operative Gesellschaften in über 60 Ländern mit Hauptsitzen in Großbritannien, Singapur, Vereinte Arabische Emirate und den Niederlanden und vertreibt seine Produkte in fast 200 Ländern. Weltweit beschäftigt RB etwa 37.000 Mitarbeiter.

Mit dem Ziel, innovative Lösungen für ein gesünderes Leben und ein glücklicheres Zuhause zu liefern, gehört RB zu den Top 20 Unternehmen der London Stock Exchange. Heute ist RB dank seiner herausragenden Innovationskraft weltweit die Nummer 1 oder Nummer 2 in den meisten seiner schnell wachsenden Marktsegmente. Das Portfolio aus den Bereichen Gesundheit, Hygiene und Haushalt wird angeführt von den 19 weltweiten Powerbrands wie Nurofen, Gaviscon, Durex, Scholl, Sagrotan, Clearasil, Veet, Cillit Bang, Finish, Vanish, Woolite, Calgon, MegaRed und Air Wick.

Dank einer neuen Generation talentierter Mitarbeiter, bei denen sich intellektuelle Neugierde mit einer Verpflichtung für höchste Qualitätsansprüche vermischt, ist RB bereit, die Welt der Consumer Health und Hygiene neu zu definieren. Die Grundlage des Unternehmenserfolges von RB stellen Mitarbeiter und Firmenkultur. Unsere Mitarbeiter zeichnen sich durch ein hohes Maß an Eigeninitiative und unternehmerisches Denken aus, sie wollen etwas bewegen und erhalten dazu bei RB alle Möglichkeiten. Sie scheuen sich nicht davor, Verantwortung zu übernehmen und über sich hinaus zu wachsen. Dies zeigt sich überdies im Bereich der Nachhaltigkeit, wo das Unternehmen sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2020 sowohl den Verbrauch von Wasser als auch den CO2-Ausstoß um jeweils ein Drittel zu reduzieren und ein Drittel seines Nettoumsatzes aus nachhaltigen Produkten zu erwirtschaften. Darüber hinaus ist RB der größte weltweite Partner aus der FMCG-Branche der gemeinnützigen Kinderrechtsorganisation Save the Children, wobei sich beide Partner zum Ziel gesetzt haben, Durchfallerkrankungen als zweithäufigste Todesursache bei Kindern unter fünf Jahren, gemeinsam merklich zu reduzieren. Insgesamt will RB 200 Millionen Menschen erreichen und ihr Verhalten in den Bereichen Gesundheit und Hygiene verbessern.


Quelle: Initiative Schmerzlos, 22.04.2016 (tB).

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