7. Konsensus-Konferenz zum Expertenstandard

"Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege"

 

Osnabrück (29. September 2008) – Die Ernährung ist ein Grundbedürfnis jedes Menschen und spielt daher eine zentrale Rolle für Gesundheit und Wohlbefinden. Kranke und pflegeabhängige Menschen sind selbst nicht immer in der Lage, sich angemessen mit Nahrung und Flüssigkeit zu versorgen und daher auf professionelle Unterstützung angewiesen. Sonst besteht die Gefahr einer Mangelernährung. Bei etwa einem Drittel der in der stationären Altenhilfe und in der ambulanten Pflege betreuten Menschen liegt laut Angaben des Medizinischen Dienstes der Spitzenverbände (2007) eine defizitäre Ernährungssituation vor. Auch im Krankenhaus stellt die Gewährleistung einer bedürfnis- und bedarfsgerechten Ernährung ein gravierendes Qualitätsproblem dar. Für die Betroffenen bedeutet unzureichende Ernährung eine massive Einschränkung der Gesundheit bis hin zu einer nachweislich erhöhten Morbidität und Mortalität.

 

Der Expertenstandard "Ernährungsmanagement" hat zum Ziel, Patienten/Bewohner mit einer Mangelernährung oder einem Risiko für eine unzureichende Ernährung frühzeitig zu erkennen, die Ursachen zu identifizieren und in Abstimmung mit den Betroffenen, ihren Angehörigen und den an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen Maßnahmen zur Gewährleistung einer bedürfnis- und bedarfsgerechten Ernährung einzuleiten.

Die Konferenz am 8. Oktober ist mit mehr als 650 angemeldeten Teilnehmern bereits seit einigen Wochen ausgebucht. Die Mehrzahl der Teilnehmer sind Pflegefachleute aus Wissenschaft und Praxis. Darüber hinaus werden Fachexperten anderer Gesundheitsberufe, Gesundheitspolitiker und Vertreter von Verbraucherschutz- und Patientenverbänden sowie aus Spitzenorganisationen und Fachverbänden des Gesundheitswesens erwartet.

Seit der 1. Konsensus-Konferenz im Jahr 2000 zum Thema Dekubitusprophylaxe haben sich die Expertenstandards als ein wichtiges Instrument zur Qualitätsentwicklung in Pflegeeinrichtungen, ambulanten Pflegediensten und Krankenhäusern zunehmend bewährt. Dort sind sie zur fachlichen Orientierung in wichtigen pflegerischen Handlungsbereichen unverzichtbar geworden. Dafür spricht allein die hohe Zahl von bisher mehr als 110.000 beim DNQP angeforderten Exemplaren, aber auch ihre zunehmende Berücksichtigung im Rahmen von Qualitätsmessungen und -bewertungen. Im Pflege-Weiterentwicklungsgesetz ist die Entwicklung von Expertenstandards als gesetzlicher Auftrag aufgenommen worden (§ 113a SGB V).

Die diesjährige Konsensus-Konferenz des DNQP ist Teil der vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderten Projekte zur Entwicklung und Einführung von Expertenstandards in der Pflege. Bis Mitte diesen Jahres konnte eine erste Serie von sechs Expertenstandards in der Pflege zu den Themen "Dekubitusprophylaxe", "Entlassungsmanagement", "Schmerzmanagement bei akuten oder tumorbedingten chronischen Schmerzen", "Sturzprophylaxe", "Förderung der Harnkontinenz" und "Pflege von Menschen mit chronischen Wunden" entwickelt, konsentiert und modellhaft implementiert werden. Derzeit wird neben dem "Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege" die Aktualisierung des Expertenstandards "Entlassungsmanagement" bearbeitet. Für den Expertenstandard "Ernährungsmanagement" findet die modellhafte Implementierung von Januar bis Juli 2009 mit wissenschaftlicher Begleitung durch das des DNQP statt.

 


 

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Netzwerkes für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)
an der Fachhochschule Osnabrück vom 29.09.2008 (tB).

 

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