8. Gesundheitspflege-Kongress

Primary Nursing – das Prinzip Verantwortung

  

Hamburg (24. November 2010) – Eine bessere Versorgung der Patienten, eine größere Berufszufriedenheit für die Mitarbeiter und für die Einrichtung ein effizienteres Wirtschaften: Das verspricht das Pflegeorganisationssystem Primary Nursing. „Ein Modell der Zukunft“, resümierte Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates (DPR) e.V., auf dem 8. Gesundheitspflege-Kongress. „Brüche im Informationsfluss und Komplikationen in der Versorgung werden durch Primary Nursing vermieden und damit ein höheres Maß an Sicherheit für die Patienten garantiert.“

 

Primary Nursing war dieses Jahr Schwerpunkt des Pflegekongresses, der am 19. und 20. November in Hamburg stattfand. Begründet wurde Primary Nursing bereits in den 60er Jahren von der US-Amerikanerin Marie Manthey, die auf dem Kongress als Referentin anwesend war. „Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen – das ist die große Herausforderung für unseren Berufsstand“, hob die Pflegeexpertin aus Minneapolis in ihrem Vortrag hervor. Sie betonte, dass es bei der Umstellung auf Primary Nursing nicht nur um eine Veränderung der Prozesse auf Station geht, sondern auch um eine Veränderung von innen heraus. „Das Opferdenken ist eine Plage in der Krankenpflege – das müssen wir überwinden!“

 

Von daher sei neben den pflegerischen Fertigkeiten auch eine persönliche Reife vonnöten. „Wir müssen als Erwachsene im Leben stehen, die auch für sich selbst Verantwortung übernehmen können.“ Manthey wies außerdem darauf hin, dass Primary Nursing nicht mehr Arbeit für das Pflegepersonal bedeute und deshalb auch nicht mehr Personal nötig sei. „Sie müssen nicht einen Patienten mehr waschen oder nicht bei einem Patienten mehr den Blutdruck messen!“

 

Mit gutem Beispiel geht das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UK S-H) voran: Das Prinzip der Primären Verantwortung – so wird das Konzept dort genannt – soll auf allen 120 Stationen bis Ende 2012 umgesetzt werden.

 

Das UK S-H war neben dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH und dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) e.V. Kooperationspartner des Kongresses, der mit über 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieses Jahr komplett ausgebucht war.

 


 

Quelle: Gesundheitspflege-Kongress, 24.11.2010 (tB).

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