Aktuelle Daten und Fakten zur Behandlung von nAMD und DMÖ

Konsequenz und Kontinuität: Die Bausteine der erfolgreichen Patientenversorgung bei neovaskulären Retinaerkrankungen

  • PERSEUS Studie: Signifikant höherer Visusgewinn unter kontinuierlicher vs. nicht-kontinuierlicher Therapie1
  • Offene Gespräche und Motivationshilfen können Therapiehürden abbauen
  • Innovativer Service für die augenärztliche Praxis: Der EYLEA® IVOM-Manager unterstützt Augenärzte bei der Analyse und Visualisierung von Therapieverläufen

Berlin (3. März 2017) – Die Therapie mit VEGF-Hemmern wie Aflibercept führt bei neovaskulären Netzhauterkrankungen zu einer deutlichen Verbesserung des Sehvermögens – so die Ergebnisse aus klinischen Studien.2 Im Vergleich dazu fallen die in Beobachtungsstudien mit Anti-VEGF-Therapien bisher erzielten Resultate ab, weil die Patienten offensichtlich zumeist unterbehandelt sind.3,4 „Eine chronische Erkrankung wie die neovaskuläre altersabhängige Makuladegeneration muss chronisch behandelt werden. In der täglichen Praxis scheint aber häufig zu spät und zu wenig injiziert zu werden“, resümmierte Professor Dr. Carsten Framme, Hannover, bei einer Pressekonferenz anlässlich des Bayer-Symposiums Forum Oculus 2017. Besser sei es nach Ansicht des Ophthalmologen, konsequent kontinuierlich zu therapieren, „am besten schon, bevor sich wieder Flüssigkeit in der Netzhaut bildet“. Die PERSEUS Studie untermauert diese Empfehlung nun mit aktuellen Daten.


Erste nicht-interventionelle Studie mit Aflibercept in Deutschland

Die PERSEUS Studie ist die erste „Real-Life-Evidence“-Studie zur Behandlung von Patienten mit Aflibercept in der täglichen augenärztlichen Praxis in Deutschland. In die prospektive, nicht-interventionelle Studie sind 988 nicht-vorbehandelte und vorbehandelte Patienten mit neovaskulärer altersabhängiger Makuladegeneration (nAMD) eingeschlossen, die in deutschen Zentren eine Therapie mit Aflibercept erhalten.1

Framme präsentierte die Ergebnisse hinsichtlich der Visusverbesserung nach einem Jahr (primärer Endpunkt) sowie weitere Daten.1 „Als wesentliches Erfolgskriterium erwies sich die kontinuierliche Therapie“, so Framme. Diese Strategie führte – unabhängig davon, ob die Patienten mit anderen VEGF-Hemmern vorbehandelt waren oder nicht – zu einem signifikant höheren Visusgewinn als eine nicht-kontinuierliche Behandlung (+6,5 vs. +1,9 Buchstaben, p=0,005).

„Bei den nicht-vorbehandelten Patienten war mit +8,1 Buchstaben nach durchschnittlich 7,4 Injektionen sogar ein mit den klinischen Studien vergleichbares Resultat zu beobachten“, unterstrich Framme. „Darüber hinaus erreichten kontinuierlich behandelte Patienten häufiger einen Buchstabenscore von mindestens 70 ETDRS-Buchstaben und damit die Lesefähigkeit. Diese Patienten erlitten zudem seltener einen Visusverlust.“ Umso bedauerlicher sei nach Meinung des Experten die Tatsache, dass offensichtlich nur 26 % der im Rahmen der PERSEUS Studie untersuchten Patienten auf diese Weise behandelt wurden. Der Großteil der Patienten wurde entgegen den offiziellen Behandlungsempfehlungen nicht-kontinuierlich fix behandelt – diese Patienten erreichten zwar ein positives, aber schlechteres Ergebnis als bei kontinuierlicher Behandlung. Die Ergebnisse zur Sicherheit und Verträglichkeit stützen das gute Sicherheitsprofil von Aflibercept. Unerwünschte Ereignisse mit einem Bezug zur Studienmedikation traten bei nur 3,1 % der Patienten auf; am häufigsten wurden konjunktivale Blutungen (1 %) beobachtet. Ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis trat lediglich bei 0,8 % der Patienten unter der Behandlung auf; es wurde keine Endophthalmitis berichtet. Die Ergebnisse der PERSEUS Studie legen laut Framme drei wesentliche Schlüsse nahe.

  • Erstens: Die positiven Ergebnisse aus den Zulassungsstudien des Medikamentes beweisen sich auch in der täglichen Praxisroutine.
  • Zweitens: Eine konsequent kontinuierliche Therapie mit Aflibercept stellt die ideale Voraussetzung für die besten Visusgewinne der Patienten dar.
  • Drittens: Die Versorgung der nAMD Patienten in der täglichen Praxis in Deutschland hat sich verbessert. Allerdings könnte eine noch konsequentere Therapie helfen, weiteres therapeutisches Potenzial zu nutzen.


Motivationshilfen für eine bessere Adhärenz bei DMÖ-Patienten

Laut Professor Dr. Focke Ziemssen, Tübingen, hat das Verfehlen der notwendigen Behandlungsintensität verschiedene Ursachen. Bei Patienten mit diabetischem Makulaödem seien dies häufig Begleiterkrankungen, ansonsten auch mangelnde Einsicht in den eigenen Krankheitsverlauf sowie unzureichende Adhärenz. „Das offene Gespräch und Motivationshilfen können in diesen Fällen eine Unterstützung darstellen und erheblich zur Verbesserung der Behandlungsqualität beitragen“, betonte Ziemssen.


Alle relevanten Informationen auf einen Blick – mit dem EYLEA® IVOM-Manager

Eine neue Serviceleistung von Bayer soll Augenärzten helfen, einen besseren Überblick über ihre Therapieergebnisse zu erhalten – der EYLEA® IVOM-Manager. „Es handelt sich dabei um eine innovative Webapplikation, die Augenärzte bei der Umsetzung ihrer Behandlungsstrategie unterstützt“, erläuterte Vanessa Lemarié, Marketingleiterin Ophthalmologie bei Bayer.

Der EYLEA® IVOM-Manager ermöglicht es erstmals, Krankheits- und Therapieverläufe von Patienten mittels Verlaufskurven von Funktion und Morphologie visuell darzustellen – damit wird der Therapieverlauf für den Augenarzt nachvollziehbarer. Bei Bedarf ist der durchschnittliche Therapieerfolg ganzer Patientengruppen – unterteilt nach Indikationen – für den Augenarzt analysierbar. Zudem unterbreitet der EYLEA® IVOM-Manager Vorschläge für mögliche nächste Injektionstermine auf Basis der EYLEA® Dosierungsempfehlung.2 „Dies kann die Terminplanung vereinfachen helfen. Vor allen Dingen wurde uns aber in vielen persönlichen Gesprächen mit Augenärzten immer wieder deutlich, dass ein großer Bedarf für ein Dokumentations- und Analyseinstrument vorliegt“, berichtete Lemarié. „Diesen Bedarf deckt nun der EYLEA® IVOM-Manager.“ Die Applikation lässt sich ohne zusätzliche Software von jedem internetfähigen PC oder Tablet über einen Webbrowser aufrufen.

Bevor der EYLEA® IVOM-Manager verwendet werden kann, müssen sich die Benutzer registrieren; sie erhalten dann einen exklusiven Zugang. Anschließend können Patientenstammdaten angelegt und Injektionen sowie Befunde dokumentiert werden. Die Daten werden verschlüsselt übertragen und die Speicherung erfolgt nach höchsten Sicherheitsstandards. Eine parallele Nutzung des EYLEA® IVOM-Managers durch mehrere Mitarbeiter einer augenärztlichen Praxis ist möglich.

Quellen

  1. Framme C: Aktuelle Versorgungssituation der nAMD in Deutschland – erste Ergebnisse der PERSEUS-Studie; Pressekonferenz im Rahmen des Forum Oculus; Berlin, 3. März 2017
  2. Fachinformation EYLEA®, Stand August 2016
  3. Holz FG et al. Br J Ophthalmol 2015;99:220–226
  4. Finger RP et al. Acta Ophthalmol 2013:91:540–546


Bayer: Science For A Better Life

Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Agrarwirtschaft. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen den Menschen nützen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Gleichzeitig will der Konzern Werte durch Innovation, Wachstum und eine hohe Ertragskraft schaffen. Bayer bekennt sich zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit und handelt als „Corporate Citizen“ sozial und ethisch verantwortlich. Im Geschäftsjahr 2016 erzielte der Konzern mit rund 115.200 Beschäftigten einen Umsatz von 46,8 Milliarden Euro. Die Investitionen beliefen sich auf 2,6 Milliarden Euro und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 4,7 Milliarden Euro. Diese Zahlen schließen das Geschäft mit hochwertigen Polymer-Werkstoffen ein, das am 6. Oktober 2015 als eigenständige Gesellschaft unter dem Namen Covestro an die Börse gebracht wurde.

  • Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.de

Die Bayer Vital GmbH vertreibt die Arzneimittel der Divisionen Consumer Health und Pharmaceuticals sowie die Tierarzneimittel der Geschäftseinheit Animal Health in Deutschland.


Quelle: Bayer HealthCare, 03.03.2017 (tB).

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