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Asenapin wirksam bei manischen Episoden einer Bipolar-I-Erkrankung

 

Hamburg (2. März 2012) – Gleich zwei Publikationen zu dem neuen Antipsychotikum Asenapin (Sycrest®) wurden in den vergangenen Wochen veröffentlicht. So belegt ein Review von McIntyre et al. (1) die Wirksamkeit von Asenapin bei manischen Episoden einer Bipolar-I-Erkrankung. Und eine Studie von Szegedi et al. (2) bestätigt die Effektivität von Asenapin als antimanische Add-on-Therapie zu Stimmungsstabilisierern.

 

McIntyre berücksichtigte in seinem Review (1) unter anderem zwei dreiwöchige, randomisierte, Placebokontrollierte Studien mit insgesamt 977 Patienten, die an einer manischen oder gemischten Episoden im Rahmen einer Bipolar-I-Störung erkrankten (3,4). An Tag 1 wurde Asenapin (Sycrest®) in einer Dosierung von 10 mg/2xtägl. und Olanzapin in einer Dosierung von 15 mg/1xtägl. gegeben. Die Dosierungen wurden anschließend flexibel gehandhabt (Asenapin 5 oder 10 mg/2x tägl., Olanzapin 5 bis 20 mg/1x tägl.) Beide Antipsychotika zeigten eine ausgeprägte signifikante Reduktion der manischen Symptomatik gemessen mit der Young Mania Rating Scale (YMRS) am Tag 21 der Behandlung (primärer Studienendpunkt) um jeweils mehr als zehn Punkte. Asenapin zeigte ein gutes Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil. (3,4)

 

In der 9-wöchigen Verlängerungsstudie (5) erreichte Asenapin die vordefinierten Kriterien einer Nichtunterlegenheit gegenüber Olanzapin. Dem schloss sich eine weitere Langzeitstudie (6) an, die über 52 Wochen eine gute Verträglichkeit mit weniger klinisch signifikanter Gewichtszunahme als unter Olanzapin zeigen konnte.

 

Eine kürzlich publizierte Post-hoc-Analyse (7) dieser beiden dreiwöchigen Studien war ebenfalls Teil des Reviews. Sie gab Hinweise auf eine Abschwächung depressiver Symptome in der Studienpopulation. Hier waren exklusiv diejenigen Patienten betrachtet worden, die im Rahmen einer gemischten affektiven Symptomatik auch unter einer depressiven Symptomatik (MADRS ≥ 20; CGI-BP-D ≥4) litten. Diese Patienten erzielten sowohl an Tag 7 als auch an Tag 21 unter Asenapin eine stärkere Reduktion ihrer depressiven Symptome als unter Placebo.

 

 

Gute antimanische Wirksamkeit in Kombination mit Stimmungsstabilisierern

 

Ebenfalls kürzlich publiziert und daher nicht in McIntyres Arbeit erfasst, wurden die APOLLO-Kombinationsstudien, eine 12-wöchige, Placebo-kontrollierte, doppelblinde Kernstudie und die 40-wöchige Verlängerungsstudie (2). Einschlusskriterium war das Vorliegen einer manischen oder gemischten Episode im Rahmen einer Bipolar-I-Störung (YMRS ≥20), welche nicht auf eine mindestens zweiwöchige Therapie mit einem Stimmungsstabilisierer (Lithium oder Valproinsäure) ausreichend angesprochen haben. Die Patienten wurden randomisiert auf eine Fortsetzung ihrer Monotherapie mit Lithium oder Valproat (Kontrollgruppe, n=166) bzw. auf die Zugabe von initial 5 mg Asenapin 2xtägl. und nach Tag 1 flexibler Dosierung von Asenapin (5 oder 10 mg/2x tägl.; n=158).

 

Asenapin (Sycrest®) erfüllte das primäre Studienziel und reduzierte die manische Symptomatik laut YMRS-Total Score um 10,3 Punkte in drei Wochen (Placebo: 7,9 Punkte, p=0,026). Dieses Ergebnis konnte sich auch zu anderen Messpunkten bis Woche 12 signifikant von dem Placeboarm, d.h. der Monotherapie mit Lithium oder Valproinsäure abgrenzen. „Diese Verbesserung war unabhängig davon, welcher Stimmungsstabilisierer verwendet wurde.“ so Studienautor Szegedi (7). Asenapin zeigte über die gesamte Studiendauer (52 Wochen) eine gute Verträglichkeit.

 

 

Einzigartig in Rezeptorprofil und Darreichungsform

 

In Europa ist Asenapin (Sycrest®) zugelassen zur Behandlung mäßiger bis schwerer manischer Episoden einer Bipolar-I-Störung bei Erwachsenen. Es verfügt über ein einzigartiges Rezeptorprofil (8). Neben dem Angriffspunkt aller Antipsychotika am postsynaptischen D2-Rezeptor zeigt es hohe Affinität an serotonergen und noradrenergen Rezeptoren. Dieses Profil ist geeignet, die erwünschte Wirkung auf den Affekt zu verstärken und unerwünschte, etwa extrapyramidale, Wirkungen abzumildern. Zudem bindet Asenapin kaum an muskarinerge Rezeptoren, welche charakteristischerweise anticholinerge Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit und Obstipation vermitteln. Asenapin wird vor allem über direkte Glukuronidierung (UGT1A4) und über oxidative Metabolisierung (überwiegend CYP1A2) eleminiert (9).

 

Asenapin ist als einziges Antipsychotikum ausschließlich als rasch auflösende Sublingualtablette verfügbar. Um eine optimale Resorption zu gewährleiten, muss nach der Einnahme 10 Minuten lang Essen und Trinken vermieden werden (9).

 

 

Quellen

 

  1. McIntyre RS and Wong R. Asenapine: a synthesis of efficacy data in bipolar mania and schizophrenia. Clinical Schizophrenia & related Psychoses 2012;5(4)217-220.
  2. Szegedi A, Calabrese J, Stet L, Mackle M, Zhao J, Panagides J. Asenapine as adjunctive treatment for acute mania associated with bipolar disorder: Results of a 12-week core study and 40-week extension. Journal of Clinical Psychopharmacology 2012; 32 (1)

 

Weitere Literatur

 

  • (3) McIntyre RS et al. 2010. J Affect Disord 122: 27-38
  • (4) McIntyre RS et al. 2009. Bipolar Disord 11: 673-86
  • (5) McIntyre RS at al. 2009. Bipolar Disord 11: 815-26
  • (6) McIntyre RS et al. 2010. J Affect Disord 126: 358-65
  • (7) Szegedi A et al. 2011. BMC Psychiatry 11: 101
  • (8) Shahid M et al. 2009. J Psychopharmacol. 23: 65-73
  • (9) Sycrest® (Asenapin) Fachinformation. Oktober 2011 vom 01. März

 

 

Über Sycrest®

 

Sycrest® ist ein neues Antipsychotikum, das seit dem 1. September 2010 in allen 27-EU-Ländern für die Behandlung mäßiger bis schwerer manischer Episoden einer Bipolar-I-Störung bei Erwachsenen zugelassen ist. Weitere Hinweise zur Verschreibung finden sich in der Fachinformation von Sycrest®. Sycrest® ist eine eingetragene Handelsmarke von N.V. Organon, einer Tochtergesellschaft der Firma Merck & Co., Inc., Whitehouse Station, N.J., U.S.A.

 

 

Über Lundbeck

 

Lundbeck ist ein international tätiges Pharmaunternehmen, das 1915 in Dänemark gegründet wurde und heute 5.900 Mitarbeiter in über 57 Ländern beschäftigt. Der deutsche Firmensitz ist in Hamburg. Das „Unternehmen ZNS“ hat sich auf die Entwicklung und den Vertrieb innovativer Medikamente zur Behandlung von psychischen und neurologischen Erkrankungen spezialisiert.

 


 

Quelle: Lundbeck, 02.03.2012 (tB).

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