Aktuelle Studienergebnisse von der ASH-Jahrestagung: Exjade®

(Deferasirox) beeinflusst myelodysplastische Syndrome (MDS) positiv

 

  • Deferasirox verbessert die Hämatopoese bei MDS-Patienten mit Eisenüberladung: Patienten benötigen weniger Bluttransfusionen
  • Durch Eisenchelat-Therapie wird die mediane Gesamtüberlebenszeit bei polytransfundierten MDS-Patienten um 26 Monate verlängert
  • Eisenüberladung nach allogener Stammzelltransplantation ist ein negativer Prädiktor für das Gesamtüberleben

 

Düsseldorf (25. Januar 2011) – Auf der 52. Jahrestagung der American Society of Haematology (ASH) in Orlando, Florida, USA, wurden die neuen Studienergebnisse der EPIC-Studie vorgestellt. Zum ersten Mal konnte in dieser großen Studie der positive Einfluss einer Therapie mit Deferasirox (Exjade®) auf das blutbildende System bei MDSPatienten mit Eisenüberladung belegt werden. Im Rahmen der Studie sank unter anderem die Transfusionshäufigkeit für die mit Deferasirox behandelten Patienten.1

 

Außerdem zeigte die EPIC-Studie, dass Deferasirox den Serumferritinspiegel bei transfusionsabhängigen MDS-Patienten signifikant reduziert2. Frühere Arbeiten belegten bereits eine Verlängerung des Gesamtüberlebens durch eine Eisenchelat-Therapie3,4. „Schon längere Zeit ist bekannt, dass Deferasirox bei transfusionsabhängigen MDSPatienten den Serumferritinspiegel signifikant senkt. Außerdem deuten retrospektive Studien darauf hin, dass die Eisenchelation einen günstigen Effekt auf das Gesamtüberleben hat. Jetzt konnten wir auch einen positiven Einfluss des Eisenchelators auf klinisch relevante hämatologische Parameter nachweisen“, fasst Professor Dr. Norbert Gattermann, Universitätsklinikum Düsseldorf, die positiven Ergebnisse dieser Subgruppenanalyse der EPIC-Studie zusammen. Außerdem verdeutlichen aktuelle Daten der ASH-Jahrestagung, dass nach einer allogenen Stammzelltransplantation Patienten mit einem Serumferritinwert <1.000 ng/ml signifikant länger leben5.

 

 

Deferasirox verbessert Blutbildung bei Eisenüberladung

 

Die EPIC-Studie ist mit 1.744 Patienten die weltweit größte Untersuchung, die je zur Eisenchelation durchgeführt wurde. In einer retrospektiven Subgruppenanalyse dieser Studie wurde nun das hämatologische Ansprechen bei transfusionsabhängigen MDSPatienten  unter einer Eisenchelat-Therapie mit Deferasirox untersucht: Bei 22,6% (63/279) der mit diesem Wirkstoff behandelten Patienten konnte ein Ansprechen der Therapie auf Basis der Änderung der Erythrozyten-Werte beobachtet werden. Diese sind nach den Kriterien der International Working Group (IWG) 2006 definiert als Erhöhung des Hämoglobin-Werts (>1,5 g/dl) und/oder Reduktion der Transfusionshäufigkeit um vier oder mehr Erythrozytkonzentrat-Einheiten pro 8-Wochenintervall. Zusätzlich erhöhten sich bei 14,0% (17/121) der Patienten die Thrombozyten-Werte und bei 19,6% (11/56) die Neutrophilen-Werte über ein jeweils vordefiniertes Ansprechniveau.

 

Die mediane Zeit bis zum Ansprechen betrug 113 Tage (Erythrozyten), 169 Tage (Thrombozyten) bzw. 226 Tage (Neutrophile).1 Diese Ergebnisse zeigen, dass MDSPatienten neben der effektiven Reduktion der Eisenüberladung auch von einer Verbesserung der hämatologischen Parameter profitieren. Das hämatologische Ansprechen könnte auf einer reduzierten Eisentoxizität oder auf einem spezifischen pharmakologischen Effekt von Deferasirox auf die Hämatopoese basieren.

 

Die auf der Jahrestagung der ASH vorgestellten Daten von Zhao et al. belegen, dass Deferasirox bei Patienten mit Eisenüberladung (n=26) eine erhöhte intrazelluläre Konzentration an reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) im Knochenmark senken kann und die Hämatopoese damit wieder verbessert6: Patienten mit Eisenüberladung enthalten in hämatopoetischen Knochenmarkszellen signifikant mehr reaktive Sauerstoffspezies als die Patienten im Kontrollkollektiv (p<0,05). Die resultierende gestörte hämatopoetische Zellfunktion führt zu einer reduzierten Blutbildung. Eine Behandlung mit Deferasirox über einen Zeitraum von 6 Monaten konnte die intrazelluläre ROS-Konzentration deutlich senken. Mit der „Erholung“ der hämatopoetischen Zellfunktion nahm der Transfusionsbedarf bei drei Vierteln der Patienten (20/26) ab. Gleichzeitig konnte bei fast der Hälfte der Patienten (12/26) ein Anstieg der Neutrophilenzahl sowie bei einem Viertel (7/26) ein Anstieg der Thrombozytenzahl verzeichnet werden.6

 

Diese aktuellen Daten unterstützen die Ergebnisse des Düsseldorfer MDS-Registers, die eine signifikante Verlängerung des medianen Gesamtüberlebens um 26 Monate unter einer Eisenchelat-Therapie bei MDS belegen.4

 

 

Serumferritin – Prädiktor für Überleben nach Stammzellentransplantation

 

Bereits frühere Studien belegen, dass ein erhöhter Serumferritin-Wert vor der Stammzellentransplantation mit einer erhöhten Mortalität einhergeht.7 Goldberg et al. wiesen jetzt nach, dass eine Erhöhung des Serumferritins auf >1.000 ng/ml ein Jahr nach der Transplantation ein signifikanter Prädiktor für ein verkürztes Gesamtüberleben ist5: In dieser Studie wurden zwischen Januar 2002 und Juni 2009 die Daten von insgesamt 637 Patienten mit allogener Stammzelltransplantation gesammelt. Bei 240 Patienten wurde die prognostische Aussagekraft des Serumferritinspiegels ein Jahr nach erfolgter Transplantation untersucht. Nach einer allogenen Stammzelltransplantation lebten Patienten mit Serumferritinwerten 1.000 ng/ml signifikant länger als Patienten mit Serumferritinwerten >1.000 ng/ml. Die geschätzte 5-Jahres-Überlebensrate betrug demnach 85% vs. 64% (p<0,001) und verdeutlicht die Relevanz von Serumferritinkontrollen nach allogener Stammezelltransplantation.5

 

„Die beim ASH vorgestellten EPIC-Studien-Daten geben Hinweise, dass durch die Chelat-Therapie mit Deferasirox ein hämatologisches Ansprechen bei Patienten mit MDS erzielt wird. Die dabei beobachtete reduzierte Transfusionshäufigkeit verbessert die Lebensqualität dieser MDS-Patienten“, betont Dr. Ulrike Haus, Medizinische Direktorin Onkologie, Novartis Pharma GmbH.

 

 

Über Eisenüberladung bei MDS-Patienten

 

MDS sind die häufigsten Knochenmarkserkrankungen bei älteren Menschen. Die meisten Patienten benötigen im Verlauf ihrer MDS-Erkrankung Bluttransfusionen. Mit jeder Transfusionseinheit wird dem Körper rund das Hundertfache der täglich aus der Nahrung aufgenommenen Eisenmenge zugeführt. Da der menschliche Körper über keinen physiologischen Mechanismus zur Ausscheidung überschüssigen Eisens verfügt, ist die Folge eine Speicherung in Leber, Herz und endokrinen Organen. Eisenüberladung kann zu permanenten Schädigungen dieser Organe führen, was ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende gesundheitliche Probleme und einen vorzeitigen Tod zur Folge haben kann.8 Bereits 20 Transfusionseinheiten können zu einer Eisenüberladung führen. Über eine mögliche Eisenüberladung geben eine Messung des Serumferritinspiegels und der Transferrinsättigung Aufschluss. Die aktuellen Therapieleitlinien der MDS-Foundation9 sehen eine Eisenchelat-Therapie für polytransfundierte MDS-Patienten der IPSSRisikogruppen „low“ und „intermediate-1“ und den MDS-Typen RA, RARS und 5q (nach WHO) vor, die einen Serumferritinwert von >1.000 ng/ml aufweisen und eine Lebenserwartung von mindestens einem Jahr haben.

 

 

Über Exjade® (Deferasirox)

 

Deferasirox ist zugelassen für Patienten mit β-Thalassämia major ab einem Alter von sechs Jahren, bei denen eine Behandlung der chronischen Eisenüberladung aufgrund häufiger Bluttransfusionen indiziert ist. Weiterhin ist Deferasirox zugelassen bei Patienten mit anderen Anämien wie MDS oder bei Patienten im Alter zwischen zwei und fünf Jahren, wenn eine Deferoxamin-Therapie kontraindiziert oder unangemessen ist.

 

 

Über Novartis

 

Novartis bietet medizinische Lösungen an, um damit auf die sich verändernden Bedürfnisse von Patienten und Gesellschaften auf der ganzen Welt einzugehen. Das Unternehmen ist ausschließlich auf Wachstumsbereiche des Gesundheitssektors ausgerichtet und verfügt über ein diversifiziertes Portfolio, um diese Bedürfnisse so gut wie möglich zu erfüllen – mit innovativen Arzneimitteln, kostengünstigen generischen Medikamenten, Impfstoffen und Diagnostika zur Vorbeugung von Erkrankungen sowie Consumer-Health-Produkten. Novartis ist das einzige Unternehmen mit führenden Positionen in diesen Bereichen. Im Jahr 2009 erzielten die fortzuführenden Geschäftsbereiche des Konzerns einen Nettoumsatz von USD 44,3 Milliarden. Der Konzern investierte rund USD 7,5 Milliarden in Forschung und Entwicklung. Novartis hat ihren Sitz in Basel (Schweiz). Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitstellenäquivalente) in über 140 Ländern. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.novartis.com.

 

 

Referenzen

 

  1. Gattermann et al., 2010, Blood 116: Abstract #2912.
  2. Gattermann et al., 2010, Leukemia Research, 34(9):1143-1150.
  3. Rose et al., 2010, Leukemia Research, 34(7):864-870.
  4. Fox et al., 2009, Blood 114: Poster #1747.
  5. Goldberg et al., 2010, Blood 116: Abstract #3453.
  6. Zhao et al., 2010, Blood 116: Abstract #4247.
  7. Alessandrino et al., 2010, Haematologica. 2010, 95:476-484.
  8. Cappellini et al., 2000, Chapter 5: Iron Overload. In: Guidelines for the Clinical Management of Thalassaemia: Thalassaemia International Federation 2000: 21-35.
  9. Bennett et al. Am J Hematol 2008, 83(11): 858-861.

 

 

Download

 

 

 

 

 


Quelle: „Novartis Oncology Round Table Discussion – Studienupdate vom ASH“ am 25.01.2011 in Düsseldorf (Hill and Knowlton) (tB).

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