Aktuelle Umfrage

Programm gegen Stellenabbau läuft teilweise ins Leere

 

Berlin (28. Januar 2011) – Ein erheblicher Anteil der Krankenhäuser nimmt das Förderprogramm zur Verbesserung der Stellensituation in der Pflege nicht oder nur teilweise in Anspruch. Das ist ein Ergebnis einer Online-Befragung, die der Verband Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen (BALK) e.V. und der Verband der PflegedirektorInnen der Unikliniken (VPU) durchgeführt haben.

 

Die Umfrage wird auf dem Kongress Pflege 2011 erstmals vorgestellt. Über die Hälfte der befragten Kliniken, die in 2010 das Sonderprogramm nur teilweise genutzt haben, nannten als Grund, nicht genügend Fachkräfte zu finden. „Gut gemeinte Fördermaßnahmen laufen ins Leere, wenn man kein Personal dafür bekommt“, betont Ludger Risse, Stellvertretender Vorsitzender der BALK e.V. Der Pflegedirektor im St. Christophorus Krankenhaus in Werne hat die Umfrage, an der sich 164 Häuser beteiligt haben, ausgewertet.

 

Um den Pflegenotstand in den Krankenhäusern zu stoppen, haben sich Krankenkassen und Kliniken im April 2009 auf ein Förderprogramm geeinigt, mit dem 17.000 neue Pflegestellen geschaffen werden sollten. Die zusätzlichen Personalkosten werden von 2009 bis einschließlich 2011 zu 90 Prozent von den Krankenkassen finanziert. Die aktuelle Umfrage bestätigt die Annahme von Pflegeverbänden, dass die bereit gestellten Mittel von vielen Einrichtungen nicht abgerufen werden.

 

Planungsunsicherheit ist neben dem Fachkräftemangel ein weiterer Grund, wie die Befragung zeigt. „Die Krankenhäuser haben Tariferhöhungen und Budgetkürzungen zu verkraften“, betont Peter Bechtel, Vorsitzender der BALK e.V. „Bei solchen finanziellen Belastungen werden sie einen Teufel tun, Mitarbeiter einzustellen, wenn die Finanzierung über 2011 hinaus nicht geklärt ist.“ Von daher fordert Bechtel, Pflegedirektor am Herz-Zentrum Bad Krozingen, eine Sicherung der Finanzierung ab 2012. „Sonst besteht die große Gefahr, dass die Krankenhäuser weiterhin Pflegepersonal abbauen.“ In den vergangenen Jahren sind bereits 50.000 Stellen in der Krankenhauspflege – bei steigenden Patientenzahlen – gestrichen worden.

 

 

Weitere Informationen

 

Verband Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen (BALK) e.V, Salzufer 6, 10587 Berlin,

Tel. 030/4403769-3, berlin@balkev.de, www.balkev.de

 

 


Quelle: Kongress Pflege 2011, 28.01.2011(tB).

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