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Allergische Reaktionen an Einstichstellen. (Foto: Ralf Ludwig)Neue internationale Studie ergibt wichtige Anhaltspunkte für die Auswahl des geeigneten Präparates in der Gerinnungsbehandlung

Allergische Reaktionen auf Heparine bei Schwangeren besonders häufig

 

Lübeck (3. Juli 2013) – Während eines stationären Krankenhausaufenthalts werden zur Vorbeugung vor Blutgerinnseln häufig sogenannte „Bauchspritzen“, die den Wirkstoff Heparin enthalten, angewendet. Eine neue interdisziplinäre Studie zeigt, dass Heparin-induzierte Hautveränderungen bei fast jeder fünften schwangeren Patientin unter Heparin-Gabe auftraten. *)

 

Die von einem internationalen Forscherteam aus Internisten, Gynäkologen, Gerinnungsspezialisten und Hautärzten durchgeführte epidemiologische Untersuchung erschien im Juni 2013 im renommierten Journal of Allergy and Clinical Immunology. Von der Universität zu Lübeck und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, sind Prof. Dr. Ralf Ludwig und Dr. Andreas Recke aus der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie (Direktor: Prof. Dr. Detlef Zillikens) beteiligt. Die Lübecker Anteile der Studie stehen im Rahmen des Exzellenzclusters zur Entzündungsforschung „Inflammation at Interfaces“. Erstautor ist Dr. Marc Schindewolf, Frankfurt am Main. Die weiteren Autoren sind aus Dessau und aus Genf.

Insgesamt wurden 111 Patientinnen in die Studie eingeschlossen. Bei 22 wurden Heparin-induzierte Hautveränderungen festgestellt. In allen Fällen war eine verzögerte Kontaktallergie die Ursache der Heparin-induzierten Hautveränderungen. Interessanterweise zeigte sich ein deutlicher Unterschied hinsichtlich der Häufigkeit der allergischen Reaktionen in Abhängigkeit des Heparin-Präparates. Die Studie dokumentiert, dass die Heparin-Gabe besonders bei Schwangeren in einem hohen Anteil zu allergischen Reaktionen führt. Darüber hinaus scheint die Wahl des Präparates einen entscheidenden Einfluss auf die Entstehung allergischer Reaktionen zu haben.

Heparine blockieren die Blutgerinnung und verhindern so effektiv das Auftreten von Thrombosen. Darüber hinaus werden sie auch zur Therapie bei wiederholten ungewollten Aborten und bei schwangeren Patientinnen mit Gerinnungsdefekten eingesetzt. Die verschiedenen Heparin-Präparate unterscheiden sich hinsichtlich ihrer genauen Wirkstoffzusammensetzung.

Eine mögliche Nebenwirkung der Heparin-Therapie ist das Auftreten von Hautveränderungen, die als Rötungen an den Einstichstellen entstehen können. Häufigste Ursache dieser Heparin-induzierten Hautveränderungen ist eine verzögerte allergische Reaktion (wie zum Beispiel bei Nickel). In seltenen Fällen kann auch eine potentiell lebensbedrohliche Heparin-induzierte Thrombozytopenie die Ursache für Hautveränderungen unter Heparin-Therapie darstellen. Daher sind Kenntnisse zur Häufigkeit und zu den Ursachen Heparin-induzierter Hautveränderungen wichtig, um diese beim Auftreten richtig behandeln zu können.

Die Ergebnisse der neuen Studie tragen zu einer differenzierten und individuellen Auswahl des Heparin-Präparates bei der Behandlung des einzelnen Patienten bei. Die erhobenen allergologischen Erkenntnisse ergeben wichtige Aspekte für die Auswahl des jeweils geeigneten Heparin-Präparates. Allerdings müssen bei der Notwendigkeit einer gerinnungshemmenden Therapie mit Heparinen auf jeden Fall weitere Eigenschaften der Heparine, zum Beispiel entzündungshemmende und anti-metastatische Aktivitäten, mit in die individuelle Therapieentscheidung einbezogen werden.

 

Anmerkung

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*) Marc Schindewolf, Corinna Gobst, Hartmut Kroll, Andreas Recke, Frank Louwen, Manfred Wolter, Roland Kaufmann, Wolf-Henning Boehncke, Edelgard Lindhoff-Last, and Ralf J. Ludwig. High incidence of heparin-induced allergic delayed-type hypersensitivity reactions in pregnancy. J Allergy Clin Immunol 2013. http://dx.doi.org/10.1016/j.jaci.2013.02.047

 

 

Abbildungen

 

Abb. 1: Heparin-induzierte Hautveränderung. (Foto: Ralf Ludwig) 

 

Abb. 1: Heparin-induzierte Hautveränderung. (Foto: Ralf Ludwig)

 

Abb. 2: Allergische Reaktionen an Einstichstellen. (Foto: Ralf Ludwig) 

 

Abb. 2: Allergische Reaktionen an Einstichstellen. (Foto: Ralf Ludwig)

 

 

Weitere Informationen

 

 


 

Quelle: Universität zu Lübeck, 03.07.2013 (tB).

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