Abb oben. 1: Der 15,3“-Widescreen-Monitor des neuen Anästhesiearbeitplatzes Perseus A500 ist mit dem Infinity Acute Care System Monitoring (IACS) kombinierbar. Photo: Drägerwerk AG & Co. KGaAAnästhesiearbeitsplatz für die Kleinsten im OP

Schonende Beatmung mit Perseus A500

 

Leipzig (10. Mai 2014) – Der Anästhesiearbeitsplatz Perseus A500 unterstützt bei der schonenden Beatmung von Früh- und Neugeborenen sowie Säuglingen vor, während und nach der Operation. Die Herausforderungen der Beatmung dieser kleinen Patienten diskutierten Experten anlässlich eines Symposiums zum Deutschen Anästhesiecongress (DAC) in Leipzig.

 

Anatomisch und physiologisch unterscheidet sich die Lunge des Früh- und Neugeborenen erheblich von der eines Erwachsenen. Auf das Körpergewicht bezogen ist das Lungenvolumen am Ende einer normalen Ausatmung (funktionale Residualkapazität)(1) etwas geringer, der Sauerstoffverbrauch jedoch bis zu acht Mal höher.(2) Die Thoraxwand ist weich und nachgiebig, das noch in der Lunge befindliche Volumen, bei dem es während der forcierten Ausatmung zum Verschluss der kleinen Atemwege kommt (Closing Capacity)(3) erhöht und die Zeitkonstanten sind kürzer.

 

 

Beatmung in der Anästhesie auf Intensivniveau

 

Unphysiologische Druckspitzen, zu hohe Atemzugvolumina aber auch zu geringer positiver endexspiratorischer Druck können das empfindliche Lungengewebe von Früh- und Neugeborenen schnell und lang anhaltend schädigen. Eine schonende Beatmung ist daher besonders wichtig.

 

Auf neonatologischen Intensivstationen werden Früh- und Neugeborene häufig druckkontrolliert mit hohen Atemfrequenzen, kurzen Inspirationszeiten und niedrigen Atemzugvolumina beatmet. „Für die intraoperative Beatmung von Früh- und Neugeborenen brauchen wir ein leistungsfähiges System, dessen Handhabung uns Anästhesisten vertraut ist und mit dem eine schonende Beatmung ähnlich der auf neonatologischen Intensivstationen möglich ist", erklärt Dr. Michael Laschat, Leitender Oberarzt der Abteilung für Kinderanästhesie am Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße in Köln. Ein Atemgasverdichter in einem Anästhesiegerät muss daher schnell auf die intraoperativ häufig auftretenden Compliance-Änderungen reagieren, Tubusleckagen zuverlässlich kompensieren und so die adäquate Beatmung zu jedem Zeitpunkt sicherstellen.

 

 

Schnell und kontinuierlich versorgt

 

Das Atemgasverdichter-Rädchen TurboVent2 im Perseus A500 dreht sich permanent und erhält so einen zirkulierenden Fluss der Atemgase aufrecht. Die Kombination aus TurboVent2 und dem geringen Kreisvolumen von 2,4 Litern im Perseus A500 sorgt für schnelle Gaswechselzeiten in der Ein- und Ausleitung der Narkose sowie während der Operation. Die gewünschten Gaskonzentrationen kommen schnell beim kleinen Patienten an und sind ebenso schnell auch wieder ausgewaschen.

 

 

Individuell druckkontrolliert beatmen

 

Da die Closing Capacity bei Früh- und Neugeborenen sowie Säuglingen erhöht ist und nahe an der funktionellen Residualkapazität liegt, entstehen bei fehlender oder unvollständiger Belüftung der Lunge schnell Atelektasen(4). TurboVent2 erhält durch kontinuierliches Drehen einen permanenten Druck aufrecht. Das Atemzugvolumen (Tidalvolumen) kann so nicht am Tubus vorbeiströmen, es gelangt direkt in die Lunge und belüftet diese durchgehend.

 

 

Wärmende Atemluft

 

Über die große Körperoberfläche im Verhältnis zur Gesamtkörpermasse und den im Verhältnis zur Gesamtkörpergröße proportional großen Kopf geben Neugeborene und Säuglinge im ersten Lebensjahr verstärkt Wärme ab. Diese kann aufgrund der geringen Muskelmasse nicht durch Zittern wieder aufgebaut werden.(5) Das im Perseus A500 integrierte beheizte Atemsystem versorgt kleine Patienten mit auf Körpertemperatur angewärmter Atemluft. Bei Bedarf kann der Anästhesist das Heizsystem im laufenden Betrieb ein- und ausschalten.

 

Hersteller des Perseus A500 ist die Dräger Medical GmbH.

 

 

Dräger. Technik für das Leben®

 

Dräger ist ein weltweit tätiges Unternehmen der Medizin- und Sicherheitstechnik. Unsere Produkte schützen, unterstützen und retten Leben. 1889 gegründet, erzielte Dräger 2013 weltweit einen Umsatz von rund 2,37 Mrd. Euro. Das Lübecker Unternehmen ist in mehr als 190 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit rund 13.500 Mitarbeiter. Weitere Informationen unter www.draeger.com

 

 

Quellen 

  1. Rupp, K., Dräger Fibel Kinderanästhesie, Dräger Medizintechnik GmbH, 1999, S.13
  2. Kretz, F.-J.,Becke, Karin (Hrsg.). Anästhesie und Intensivmedizin bei Kindern: 99 Tabellen. Georg Thieme Verlag, 2011
  3. Striebel, H. W. (Hrsg.). Anästhesie bei Kindern. Sicherheit in der klinischen Praxis. Schattauer Verlag, 1. Auflage 2012, S. 11
  4. Als Atelektasen bezeichnet man nicht oder nur unzureichend belüftete Lungenabschnitte.
  5. Torossian, A. Kinderanästhesie: Perioperatives Wärmemanagement bei Kindern. In: Anästhesiologie Intensivmedizin Notfallmedizin Schmerztherapie (AINS) 2013 48(4), S. 278

 

 

Abb oben. 1: Der 15,3“-Widescreen-Monitor des neuen Anästhesiearbeitplatzes Perseus A500 ist mit dem Infinity Acute Care System Monitoring (IACS) kombinierbar. Photo: Drägerwerk AG & Co. KGaA

 

 

Abb. 2: Der neue Anästhesiearbeitplatz Perseus A500 von Dräger. Photo Drägerwerk AG & Co. KGaA 

 

Abb. 2: Der neue Anästhesiearbeitplatz Perseus A500 von Dräger. Photo Drägerwerk AG & Co. KGaA

 


 

Quelle: Dräger, 10.05.2014 (tB).

 

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