Anthropologische Querschnittsstudie zu Älteren in Deutschland

Aktuelle Daten über Altersänderungen ermittelt

 

Dortmund (11. Februar 2009) – Für die deutsche Bevölkerung gibt es keine aktuellen Daten zu Körperbau und Körpermaßen älterer Menschen. Obwohl der Anteil Älterer in der Gesellschaft ständig steigt, müssen Gestalter von Produkten auf anthropometrische Daten jüngerer Personen zurückgreifen. Ältere Menschen bleiben unberücksichtigt. Der Bericht F 1299 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin "Optimierung der ergonomischen Eigenschaften von Produkten für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – Anthropometrie" schließt jetzt diese Lücke.

 

Der jetzt veröffentlichte Bericht enthält die Ergebnisse einer anthropometrischen Studie, die die Universität Potsdam im Auftrag der BAuA durchführte. Dabei wurden je 100 Männer und Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren untersucht. Als Vergleichsgruppe nahmen je 25 Männer und Frauen im Alter von 20 bis 29 Jahren teil. Mit den standardisierten Methoden der klassischen Anthropometrie wurden für jede Person der Stichprobe 61 Körperbaumaße, 10 Reich- und Greifweiten, 17 Bewegungsmaße und 7 Handkräfte untersucht. Zusätzlich ermittelten die Forscher physiologische Merkmale wie Blutvolumenpuls, Hautleitfähigkeit und Atemfrequenz in Ruhe und während der Durchführung von psychomotorischen Konzentrationstests. Dadurch ließen sich Aussagen zur Stressbelastung machen, während die Probanden unbekannte Aufgaben erfüllten.

Zum einen zeigen die Ergebnisse, dass sich gute Ernährung und medizinische Versorgung positiv auf das Wachstum der nachwachsenden Generationen auswirkt. Sie werden größer und schwerer. Dieser Trend überlagert die Altersveränderungen im Körperbau. Ältere Erwachsene sind im Mittel kleiner und korpulenter als junge Erwachsene. Mit zunehmendem Alter lassen sich generell eine Abnahme der Längenmaße und eine Zunahme der Korpulenzmaße beobachten. Ebenso haben ältere Menschen im Vergleich zu jüngeren nur wenig breitere Hände, aber deutlich breitere Daumen und Zeigefinger. Zudem fällt auf, dass das Wachstum der Ohren bis zum Ende des untersuchten Altersbereichs anhält. Die Altersveränderungen beginnen jedoch bereits früh und setzen sich kontinuierlich fort. Ähnlich wie Körpermaße verhalten sich Körperbeweglichkeit und Körperkräfte. Auch hier lässt sich kein altersbedingter Leistungsknick feststellen, sondern ein bereits früh einsetzendes allmähliches Nachlassen von körperlicher Beweglichkeit und teilweise auch von Körperkraft.

Bei den psychomotorischen Tests fällt auf, dass ältere Erwachsene in der Regel etwas mehr Zeit zur Erledigung einer unbekannten Aufgabe benötigen. Ein deutlicher Leistungsknick zwischen dem sechsten und dem siebten Lebensjahrzehnt konnte nicht beobachtet werden. Das gilt in ähnlicher Weise auch für die Stressbelastbarkeit.

Bericht F 1299 der BAuA "Optimierung der ergonomischen Eigenschaften von Produkten für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – Anthropometrie"; H. Greil, A. Voigt, C. Scheffler; 165 Seiten; PDF-Datei 3,5 MB.


 

Quelle: Pressemitteilung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vom 11.02.2009.

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