Antikörpertherapie mit Rituximab in der Lymphom-Therapie:

Überleben und Heilung möglich geworden

 

Berlin (22. Februar 2008) – Mit der Einführung der Anti-CD20-Antikörpertherapie mit Rituximab hat vor 10 Jahren ein grundlegender Wandel in der Therapie der Non-Hodgkin-Lymphome begonnen. Rituximab hat sich als Standard in der Lymphomtherapie etabliert.


 

Follikuläres Lymphom

 

Die Therapie follikulärer Lymphome ist durch Rituximab in den letzten 10 Jahren revolutioniert worden. Vor seiner Einführung gab es für Patienten mit follikulärem Lymphom keine Therapie, die zu einer Überlebensverlängerung führte. Inzwischen kann das Gesamtüberleben mithilfe einer Chemoimmuntherapie mit MabThera signifikant verlängert werden.(1-3) So erklärte in Berlin Professor Dr. Michael Herold, Leiter der Abteilung Hämatologie und Onkologie am Helios Klinikum in Erfurt: „Heute ist längeres Überleben in allen Therapienlinien möglich, sowohl in der Erstbehandlung als auch bei der Erhaltungstherapie des Rezidivs“.

Anhand einer von ihm geleiteten klinischen Studie zeigte Herold, dass Patienten nach einer First-Line Kombinationstherapie mit Rituximab (R_MCP) durchschnittlich 27 Monate länger leben als Patienten, die lediglich die Chemotherapie erhalten. (3) Auch in drei weiteren Phase-III-Studie konnte ein signifikanter Überlebensvorteil der Chemoimmuntherapie mit Rituximab gezeigt werden. Dementsprechend eindeutig fällt Herolds Fazit aus: „Die Chemoimmuntherapie mit Rituximab ist aus der Therapie follikulärer Lymphome nicht mehr wegzudenken“. Und wie die von Herold ebenfalls vorgestellten Daten zur Erhaltungstherapie zeigen, gilt das nicht nur für die Erstlinienbehandlung.

 

Aggressives NHL

 

Bei der Therapie aggressiver Non-Hodgkin-Lymphome hat Rituximab zu einer dramatischen Verbesserung der Heilungschancen geführt. „In den letzten 10 Jahren hat die Therapie Fortschritte gemacht, die wir früher nicht für möglich gehalten hätten“, sagte Professor Dr. Norbert Schmitz, Leiter der Abteilung Hämatologie und Stammzelltransplantation an der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg. Bei älteren Patienten konnte durch die Kombination der Chemotherapie CHOP-14 mit Rituximab ein 3-Jahres-Gesamtüberleben von 78 Prozent erzielt werden – die besten Ergebnisse, die beim aggressiven Non-Hodgkin-Lymphom je erreicht wurden. (4) „Und bei jungen Patienten mit niedrigem Risiko ist inzwischen in fast allen Fällen eine Heilung möglich“, so Schmitz. (5)

 

CLL

 

Professor Dr. Michael Hallek, Direktor der Klinik I für Innere Medizin am Klinikum der Universität Köln, berichtete über die Perspektiven der Anti-CD20-Therapie der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL). In der CLL-8 Studie der deutschen CLL-Studiengruppe wurde unter seiner Leitung Rituximab in Kombination mit Fludarabin und Cyclophosphamid (FCR) gegen FC allein getestet. Die Studie hat den primären Endpunkt – Verbesserung des progressionsfreien Überlebens um mehr als 35% – erreicht und FCR als überlegenen Arm bestätigt. „Aufgrund seiner Wirksamkeit wird sich FCR zum Standard bei jüngeren Patienten entwickeln“, so Hallek.

Referenzen
1) Marcus R et al.
Rituximab plus CVP improves survival in previously untreated patients with advanced follicular non-Hodgkin’s lymphoma. Blood 2006; 108:481a.
2) Hiddemann W et al. Frontline therapy with rituximab added to the combination of CHOP significantly improves the outcome for patients with advanced-stage follicular lymphoma compared with therapy with CHOP alone: results of a prospective randomized study of the German Low-Grade Lymphoma Study Group. Blood 2005, 106; 12, 3725-3732.
3) Herold et al. Rituximab added to first-line mitoxantrone, clorambucil, and prednisolone chemotherapy followed by interferon maintenance prolongs survival in patients with advanced follicular lymphoma: an East German Study Group Hematology and Oncology Study.
J Clin Oncol. 2007; 25: 1986-1992.
4) Pfreundschuh M et al. Six vs. eight cycles of bi-Weekly CHOP-14 with or without rituximab for elderly patients with diffuse large B-Cell lymphoma (DLBCL): results of the completed RICOVER-60 trial of the German High-Grade Non-Hodgkin Lymphoma Study Group (DSHNHL). Blood 2006; 107: 205.
5) Pfreundschuh M et al. CHOP-like chemotherapy plus rituximab versus CHOP-like chemotharpy alone in young patients with good-prognosis diffuse large B-cell lymphoma: a randomised controlled trial by the MabThera International Trial (MinT) Group. Lancet Oncol. 2006; 7: 379-39.


Quelle: Symposium der Firma Roche Pharma zum Thema „2008: Die ersten zehn Jahre Anti-CD20-Antikörper-Therapie in der Hämatologie“, Deutscher Krebskongress 2008, Berlin, 22. Februar 2008 (3K-Agentur für Kommunikation).

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