Arzneipflanze des Jahres 2009:

Der Fenchel

 

Der Fenchel spielt in der Kinderheilkunde eine überragende Rolle. So wie er sind auch andere Arzneipflanzen wegen ihrer milden Wirkung gerade für Kinder besonders gut geeignet. Darauf wollen Wissenschaftler der Universität Würzburg mit der Wahl des Fenchels zur Arzneipflanze des Jahres 2009 hinweisen.Würzburg (23. Dezember 2008) – Der Fenchel spielt in der Kinderheilkunde eine überragende Rolle. So wie er sind auch andere Arzneipflanzen wegen ihrer milden Wirkung gerade für Kinder besonders gut geeignet. Darauf wollen Wissenschaftler der Universität Würzburg mit der Wahl des Fenchels zur Arzneipflanze des Jahres 2009 hinweisen.

Eltern wissen es aus Erfahrung: Wenn die Ernährung von Säuglingen umgestellt wird, treten unweigerlich Blähungen auf. Zur Linderung bekommen die Kinder dann Fencheltee oder andere Mittel, die Fenchel enthalten.


Damit ist Fenchel sehr häufig das erste Arzneimittel, mit dem der Mensch in seinem Leben in Kontakt kommt. Das ist in Europa so und auch in vielen anderen Regionen der Welt, etwa in Australien und China. Der Fenchel dürfte deshalb eine der bekanntesten Arzneipflanzen sein.

In der Medizin werden ausschließlich die Früchte des Fenchel verwendet, die umgangssprachlich auch als Samen bezeichnet werden. Der wirksame Inhaltstoff ist im Wesentlichen das ätherische Öl. Dieses sollte zu mindestens 60 Prozent aus dem süßlich schmeckenden trans-Anethol bestehen und auch das eher bittere Fenchon enthalten.

Die Wirkstoffe des Fenchel fördern die Beweglichkeit des Magen-Darmtraktes und sind in höherer Konzentration krampflösend. Für Anethol und Fenchon ist außerdem eine schleimlösende Wirkung nachgewiesen.

Fenchel wird medizinisch angewendet gegen unspezifische Verdauungsprobleme, wie etwa leichte krampfartige Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl und Blähungen. Zum Einsatz kommt er auch bei Entzündungen von Hals und Rachen. Haben Kinder diese Beschwerden, bekommen sie oft Fenchelhonig.

Botanik und Geschichte

Fenchel gehört wie Anis, Kümmel und Liebstöckel zur Familie der Doldenblüter. Die Pflanze stammt aus dem Mittelmeergebiet und bevorzugt warme, feuchte, kalkhaltige Böden. Heute wird sie aus Bulgarien, Ungarn, Rumänien, Ägypten und China importiert.

Schon die frühen Hochkulturen in Ägypten oder China schätzten den Fenchel als Gemüse und Heilpflanze. In Deutschland schrieb erstmals Walahfrid Strabo, Abt des Klosters Reichenau, um das Jahr 840 über die Heilwirkungen der Pflanze: Mit Wein oder Ziegenmilch getrunken, soll der Fenchel die Blähungen des Magens lösen, eine allzu träge Verdauung verbessern und bei Husten hilfreich sein.

"Damit lag der Benediktinerabt erstaunlich nahe an den Anwendungen der modernen Phytotherapie", schreiben Franz-Christian Czygan, Johannes Gottfried Mayer und Ralf Windhaber vom Würzburger Studienkreis "Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde". Dieser kürt seit 1999 die Arzneipflanze des Jahres.

Der Studienkreis "Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde"

Dem Studienkreis gehören Medizinhistoriker, Ärzte, Apotheker und pharmazeutische Biologen an; zum Teil auch Studierende und die Dozenten der Seminare "Grundlagen der Phytotherapie" und "Phytotherapie und traditionelle Medizin".

Die jeweilige Arzneipflanze des Jahres soll eine interessante Kultur- und Medizingeschichte haben. Ihre Wirkung soll in gut belegten oder vielversprechenden pharmakologischen und klinischen Studien überprüft sein.

Seit 1999 wurden folgende Gewächse zur Arzneipflanze des Jahres gewählt:

* 1999 Buchweizen
* 2001 Arnika
* 2002 Stechender Mäusedorn
* 2003 Artischocke
* 2004 Pfefferminze
* 2005 Arzneikürbis
* 2006 Thymian
* 2007 Hopfen
* 2008 Gemeine Rosskastanie

Abb.: Die Früchte einer Fenchelpflanze. Photo: Martin Bauer GmbH

 


 

Quelle: Presseinformation der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (tB).

MEDICAL NEWS

Fitness watches generate useful information, but increase patient anxiety
A new device provides added protection against COVID-19 during endoscopic…
81 million Americans lacking space or bathrooms to follow COVID…
Front-line physicians stressed and anxious at work and home
EULAR: High-Dose Glucocorticoids and IL-6 Receptor inhibition can reduce COVID-19…

SCHMERZ PAINCARE

Krankenhäuser und Praxen müssen sich bei der Schmerztherapie nach Operationen…
Morbus Fabry mittels Datenanalysen aus dem PraxisRegister Schmerz aufspüren
Neandertaler besaßen niedrigere Schmerzschwelle
Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2020 – ONLINE
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert Anerkennung von Nicht-Psychologen in der…

DIABETES

„Körperstolz“: Michael Krauser managt seinen Diabetes digital
Der richtige Sensor – von Anfang an
Diabetes mellitus: Ein Risikofaktor für frühe Darmkrebserkrankungen
Fastenmonat Ramadan: Alte und neue Herausforderung für chronisch Erkrankte während…
Sanofi setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes…

ERNÄHRUNG

Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…
Baxter: Parenterale Ernährung von Patienten mit hohem Aminosäurenbedarf

ONKOLOGIE

Bestmögliche Versorgungssicherheit bei der Krebstherapie mit CAR-T-Zellen
Darolutamid bei Prostatakarzinom: Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen
Multiples Myelom: Wissenschaftler überprüfen den Stellenwert der Blutstammzelltransplantation
Neues zur onkologischen Supportiv- und Misteltherapie und aktuelle Kongress-Highlights zum…
Neue Darreichungsform zur Antiemese bei Chemotherapie: Akynzeo® ist ab sofort…

MULTIPLE SKLEROSE

Geschützt: Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei…
Neurofilamente als Diagnose- und Prognosemarker für Multiple Sklerose
Bedeutung der Langzeittherapie bei Multipler Sklerose – mehr Sicherheit und…
Bristol Myers Squibb erhält Zulassung der Europäischen Kommission für Ozanimod…
Einige MS-Medikamente könnten vor SARS-CoV-2/COVID-19 schützen

PARKINSON

Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung
Gegen das Zittern: Parkinson- und essentiellen Tremor mit Ultraschall behandeln…