Assistenzroboter als verlässliche Weggefährten im Alter

TU Ilmenau und MetraLabs GmbH Ilmenau forschen in EU-Projekt CompanionAble

 

AssistenzroboterIlmenau (15. Januar 2009) – Weithin anerkannt sind mittlerweile Dienstleistungen oder auch technische Lösungen, die es älteren Personen erlauben, möglichst lange ein weitestgehend unabhängiges Leben im eigenen Zuhause führen zu können. Ohne kognitive Anregung und Unterstützung verschlechtert sich der Zustand von älteren Personen, die an Demenz leiden, sehr rasch, wodurch in weiterer Folge besonders auch die Betreuungspersonen (Angehörige, Pflegedienste) verstärkt vor noch größeren Herausforderungen stehen. Beide Gruppen sind so vermehrt von sozialer Ausgrenzung bedroht. Hier allein lebenden Senioren eine Alternative auf der Basis innovativer Robotiktechnologien zu bieten, ist ein wesentliches Ziel des EU-Projektes "CompanionAble".

Am 15. Januar treffen sich zum ersten Mal die Forschungspartner des im Jahre 2008 gestarteten Projektes in Ilmenau an der Technischen Universität und bei der Firma MetraLabs GmbH. CompanionAble ist ein sogenanntes "Integrated Project" im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU, das sich im Themenfeld Ambient Assisted Living (AAL), dem sicheren und selbständigen Wohnen von Menschen im Alter, widmet. Es soll eine assistierende Umgebung für die eigenen vier Wände entwickelt werden, welche sowohl die Senioren als auch die betreuenden Personen unterstützt und innovative Lösungen für die oben erwähnten Herausforderungen anbietet. Sowohl die kognitive Stimulation (Stichwort "Geistig fit im Alter") als auch das Therapiemanagement der zu betreuenden Person soll damit unmittelbar unterstützt werden. Das zu entwickelnde Assistenzsystem wird durch Senioren, betreuende Angehörige und weitere Akteure, wie z.B. Pflegedienste, in mehreren europäischen Ländern evaluiert. Derzeit wird an den Detailspezifikationen und der Systemarchitektur gefeilt, aber auch die Entwicklung der Basistechnologien ist bereits angelaufen.

An dem Projekt CompanionAble sind 18 Forschungspartner aus 7 europäischen Ländern beteiligt. Aus der Bundesrepublik Deutschland sind das Fachgebiet Neuroinformatik und Kognitive Robotik der TU Ilmenau unter Leitung von Professor Horst-Michael Groß und die Firma MetraLabs GmbH Ilmenau eingebunden. Im Rahmen des Verbundprojektes arbeitet die Ilmenauer Neuroinformatik und Kognitive Robotik vor allem an der eigentlichen Intelligenz des häuslichen Assistenzroboters und entwickelte zum einen die Verfahren zur Navigation in häuslicher Umgebung, u. a. zur robusten Hindernisvermeidung, zum selbstständigen Erlernen einer Karte der Wohnung, zur Selbstlokalisation des Roboters ohne GPS Unterstützung sowie zur Planung des günstigsten Weges zu den verschiedenen Räumen oder Plätzen in der Wohnung. Zum anderen ist es für die robuste Mensch-Roboter-Interaktion verantwortlich, so z.B. für die video-basierte Personenerkennung und die Erkennung von Gesten, typischen Bewegungsmustern und Gesichtsausdrücken als Indiz für das Interesse oder Desinteresse an bestimmten kognitiven oder physischen Trainingsmaßnahmen. Hierzu gehört auch die Erkennung von gefährlichen Situationen, wie Stürzen, oder von mangelnder körperlicher Aktivität.

 

Die Firma MetraLabs GmbH zeichnet verantwortlich für den Entwurf, die Konstruktion, das Design, die Fertigung und die Inbetriebnahme des häuslichen Assistenzroboters, unter anderem auch für die Entwicklung der intelligenten Interaktionssoftware und für die Anpassung des Roboters an die konkrete Umgebung und die Einsatzbedingungen in Wohnumgebungen.
Beide Ilmenauer Forschungspartner arbeiten bereits mehrere Jahre sehr erfolgreich zusammen und können ihre Erfahrungen aus der Entwicklung des weltweit ersten Shopping-Roboters in das EU-Projekt einbringen.

Weiterführende Informationen:
Das von 2008 bis 2011 laufende Projekt CompanionAble wird innerhalb der Aktivitäten des 7. Forschungsrahmenprogramms mit 7,8 Mio. Euro von insgesamt 11 Mio. Euro von der Europäischen Kommission teilfinanziert. Die Förderung für die TU Ilmenau beläuft sich davon auf 1,25 Mio. Euro und für die Fa. MetraLabs auf 0,6 Mio. Euro.

Das Fachgebiet Neuroinformatik und Kognitive Robotik der TU Ilmenau ist unter Leitung von Prof. Dr. Horst-Michael Groß bereits seit Mitte der 90er Jahre im Bereich interaktiver und lernfähiger Service- und Assistenzroboter erfolgreich in der Robotik-Forschung tätig. Dabei liegen die Schwerpunkte der Arbeit auf der Übertragung von Prinzipien der Wahrnehmung, der Verhaltensgenerierung und des Lernens in biologischen Systemen auf realwelttaugliche Assistenzroboter.

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Technischen Universität Ilmenau vom 15.01.2009.

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