Auch zweiter IQWiG-Vorbericht zur Bluthochdrucktherapie ist Patienten nicht vermittelbar

 

Wedel (18. September 2008) – AstraZeneca Deutschland ist von dem heute veröffentlichten und überarbeiteten Vorbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zur Bluthochdrucktherapie enttäuscht. "Wir haben kein Verständnis, dass das IQWiG entgegen der Empfehlung unabhängiger Mediziner auf die individuell notwendige Therapie der Patienten nicht eingeht und einseitig Diuretika als Ersttherapie empfiehlt", sagte Dr. med. Kai Richter, Medizinischer Direktor und Mitglied der Geschäftsleitung, AstraZeneca Deutschland. "Eine praxisrelevante Bewertung, die dem Patienten helfen soll, muss die Vielfalt der medikamentösen Therapie mit allen Wirkstoffklassen anerkennen."

 

"Es ist den Patienten überhaupt nicht vermittelbar, dass Diuretika als Ersttherapie empfohlen werden. Das IQWiG sagt selbst, dass Patienten unter Diuretika Diabetes entwickeln können, blendet diesen bekannten Nachteil der Diuretika gegenüber anderen Therapieoptionen aber völlig aus", sagte Richter.

 

Die Überarbeitung der bereits laufenden Nutzenbewertung zur Bluthochdrucktherapie war aufgrund der Regelungen im Rahmen der letzten Gesundheitsreform GKV-WSG notwendig geworden. "Obwohl das Verfahren um einen Prozessschritt erweitert wurde, sehen wir leider keine Bewegung bei der Bewertungsmethodik des IQWiG. So werden in der aktuellen Nutzenbewertung weiterhin zahlreiche relevante Studien nicht berücksichtigt", sagte Henning Anders, Mitglied der Geschäftsleitung und Vice President Corporate & Legal Affairs von AstraZeneca Deutschland. Daher fordert AstraZeneca sowohl die Einbeziehung von weiteren randomisierten kontrollierten Studien (RCT) als auch von Beobachtungsstudien, die die Versorgungswirklichkeit des Patienten abbilden.

 

Der Vorbericht des IQWiG hat keine Relevanz für die Verordnungsfähigkeit der Medikamente, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Es besteht nun die Möglichkeit sich im weiteren Verfahren zu beteiligen, bevor ein Endbericht vom IQWiG an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) übergeben wird. Auch ein Endbericht hat nur Empfehlungscharakter.

 

Alle Interessierten sind nun aufgefordert, bis zum 17.10.2008 Stellungnahmen zum Vorbericht des IQWiG einzureichen.

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Firma AstraZeneca vom 18.09.2008.

 

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung