Augenerkrankungen durch Diabetes mellitus:

Neue Wirkstoffe im Test

 

Bochum (18. April 2008) – Neue Medikamente könnten zukünftig diabetisch bedingte Erkrankungen des Auges wirksamer behandeln. Durch Diabetes verursachte Erkrankungen der Netzhaut sind in Deutschland immer noch Hauptursache für Erblindung im Erwachsenenalter. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) bewertet die neuen Therapieoptionen als Fortschritt in der Diabetes-Therapie. Sie ersetzen jedoch nicht die engmaschige Kontrolle des Blutzuckers und die regelmäßige Untersuchung der Augen auf beginnende Schäden.

 

Über viele Jahre erhöhte Blutzuckerwerte schädigen Blutgefäße. Ist die Durchblutung des Auges gestört, erhalten die Zellen dort zu wenig Sauerstoff und sterben ab. Dies kann zu einer sogenannten Retinopathie, also Schäden an der Netzhaut des Auges führen. Ist die Mitte der Netzhaut – der Ort des schärfsten Sehens – betroffen, liegt eine Makulopathie vor. Schwere oder fortgeschrittene Formen der Erkrankungen führen zur Bildung neuer Blutgefäße im Glaskörper des Auges. Dies führt zu Beeinträchtigungen des Sehvermögens. Die Betroffenen können erblinden oder sogar das Auge verlieren.

 

Der neue therapeutische Ansatz beruht vorwiegend auf zwei Wirkstoffgruppen: Kortikosteroide und Hemmer des „Vascular Endothelial Growth Factor“ (VEGF). Die Medikamente sind für diese Therapie noch nicht zugelassen. Die bisherigen Erfahrungen sind bei einigen Formen der Augenerkrankungen jedoch besser als mit zugelassenen Therapien. Privatdozent Dr. med. Klaus-Dieter Lemmen vom St. Martinus-Krankenhaus in Düsseldorf erläutert in einem Beitrag in der Fachzeitschrift Der Diabetologe, wo die neuen Wirkstoffe bisher erfolgreich eingesetzt werden.

 

Was genau von der neuen Therapie zu erwarten ist, wird derzeit in größeren Studien untersucht. Klar ist jedoch: Wenn Teile der Netzhaut bereits abgestorben sind, geht die Sehkraft auf Dauer verloren. Die Vorsorgeuntersuchungen, zu denen auch regelmäßige Augenkontrollen gehören, bleiben unverändert wichtiger Bestandteil der Diabetes-Therapie, so die DDG.

 


Quellen

  • K. D. Lemmen, S. Martin: Diabetische Retinopathie und Makulopathie, Diabetologe 2008; 4: 92
  • K.D. Lemmen: Medikamentöse Therapie der diabetischen Retinopathie und Makulopathie. Diabetologe 2008; 4: 110-116


 

Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft vom 18.04.2008 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung