Bätzing: Modellprojekt „Rauchfreies Krankenhaus“ erfolgreich.

Netzwerk erhält erweiterten Auftrag zu „rauchfrei PLUS“ für Beratung und Tabakentwöhnung in Gesundheitseinrichtungen.

 

Berlin (25. Juni 2008) –  In einem dreijährigen Modellprojekt des Bundesministeriums für Gesundheit wurde von 2005 bis 2008 der Aufbau eines Netzes Rauchfreier Krankenhäuser in Deutschland gefördert. Das Projekt folgt europäischen Standards für rauchfreie Gesundheitseinrichtungen mit Angeboten zur Beratung und Tabakentwöhnung, die 46 Kriterien und eine Zertifizierung der Umsetzung umfassen.

Anlässlich der Abschlusstagung zum Modellprojekt am 25. Juni 2008 in Berlin sagt die Schirmherrin des Projekts und Drogenbeauftragte Sabine Bätzing: „Rauchen ist weiterhin die häufigste vermeidbare Ursache von schweren Erkrankungen und vorzeitigen Todesfällen. Durch die Nichtraucherschutzgesetze gilt in Krankenhäusern jetzt ein Rauchverbot. Ein Verbot allein reicht zum Nichtrauchen aber nicht aus. Die Umsetzung verlangt Unterstützung, um eine Akzeptanz bei Mitarbeitern und Patienten zum Nichtrauchen zu erreichen. Eine zusätzliche Aufgabe von Gesundheitseinrichtungen ist es daher, Raucherinnen und Rauchern gute Hilfen zum Rauchausstieg anzubieten. Genau hierfür bietet das Netzwerk seine Erfahrung an. Kliniken und Gesundheitseinrichtungen, die sich daran orientieren, sind die besten Adressen für Raucherinnen und Raucher zum Rauchstop.

Seit Juli 2005 haben sich über 173 Mitglieder an mehr als 285 Standorten in 13 von 16 Bundesländern diesen Qualitätszielen verpflichtet. 17 Kliniken konnten zeigen, dass sie Raucherberatung und Tabakentwöhnung nachhaltig in Behandlungsprozesse integriert haben und wurden mit einem Silber-Zertifikat ausgezeichnet. Dies ist ein riesen Erfolg, den es auszubauen gilt.“

Drei der silberzertifizierten Kliniken/Zentren gehören der Deutschen Rentenversicherung Bund an, denn Raucherberatung und Tabakentwöhnung sind seit langem Teil des Therapieangebots der Reha-Zentren der DRV-Bund. Nach den positiven Erfahrungen mit der Umsetzung der europäischen Standards und der Zertifizierung sind nun alle 22 eigenen Reha-Zentren dem Netz Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen beigetreten, um die umfassende Behandlungsqualität für Patienten und Gesundheitsförderungsangebote für die eigenen Beschäftigten weiter zu vertiefen.

„Dies ist der richtige Ansatz, denn etwa 45 bis 55 % der Raucher würden gerne mit dem Rauchen aufhören. Dauerhaft rauchfrei zu werden gelingt abhängigen Rauchern aber selten ohne Unterstützung. Über 60 % der Raucherinnen und Raucher erwarten gerade in Kliniken Beratung und Entwöhnungsangebote. Das Projektbüro des Netzes Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen erhält daher den weitergehenden Auftrag, mit ‚rauchfrei Plus’, Gesundheitseinrichtungen bei der Umsetzung von Beratungs- und Tabakentwöhnungskonzepten aktiv zu unterstützen“, so Bätzing.

Eine besondere Aufgabe an das Modellprojekt stellen die Kliniken mit Schwerpunkt Psychiatrie dar, die Unterstützung im Netzwerk suchen. Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen finden es häufig besonders schwer, das Rauchen aufzugeben und viele Patienten, die als Nichtraucher aufgenommen werden, verlassen die Klinik als Raucher. Gerade in dieser Patientengruppe sollte aufgrund der hohen Gefährdung spezifische Beratung und Gesundheitsförderung ein Teil der Behandlung sein. Erfahrungen aus dem European Network for Smoke-free Healthcare Services geben hier Hilfestellung.

Das Deutsche Netz Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen ist ein Projekt des Deutschen Netzes Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und wird gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit und der EU.

Das Deutsche Netz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser (DNGfK) hat sich zur Aufgabe gesetzt, Gesundheitsförderung nach den Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Krankenhaus einzuführen und damit über die rein kurativen Aufgaben hinauszugehen. Es wurde 1995 gegründet und ist ein Zusammenschluss von mittlerweile 72 Krankenhäusern mit ca. 80 Einrichtungen in ganz Deutschland.

Weitere Informationen finden Sie unter www.rauchfrei-plus.de und www.dngfk.de oder unter www.drogenbeauftragte.de

 


Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung vom Bundesministerium für Gesundheit und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung vom 25.06.08.

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