BAuA-Bericht bringt Entlastung für Pflegepersonal

Forschung: Verfahren zur Stationsorganisation im Krankenhaus entwickelt

 

Dresden (8. März 2016) – Der Bedarf an Pflege und Betreuung steigt in Deutschland an. Doch viele Beschäftigte im Gesundheitswesen haben bereits heute eine hohe Arbeitsdichte. Um das Pflegepersonal im Krankenhaus zu entlasten, hat TU Dresden im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) nun ein kriteriengeleitetes Verfahren entwickelt, um die Organisation von Stationen zu bewerten und zu gestalten. Das Verfahren sowie ein entsprechender Leitfaden eignen sich bezüglich ihrer Güte und Handhabbarkeit für die Beurteilung von Arbeitsbedingungen. Der jetzt erschienene Bericht „Stationsorganisation im Krankenhaus“ enthält weitere Informationen. 


Im Gesundheitswesen stellen Pflegekräfte die größte Gruppe der Beschäftigten dar. Zahlreiche nationale und internationale Studien berichten über hohe körperliche und psychische Belastungen bei der Arbeit in der Pflege. Insgesamt wurden dazu erhebliche Mängel bei der Arbeitsorganisation der stationären Krankenpflege festgestellt. Diese Mängel gelten als eine der Hauptquellen für das Erleben von Stress und psychischer Ermüdung, die bis hin zu Erschöpfungszuständen und Burnout in Pflegeberufen reichen kann. Besonders ungünstige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte herrschen laut Studien aber im Pflegebereich in Krankenhäusern.

 

Für eine erfolgreiche Umsetzung des Verfahrens ist wichtig, dass es sich praktisch anwenden lässt. In Zusammenarbeit mit Experten und Pflegekräften hat die BAuA daher einen Leitfaden zur Stationsorganisation entwickelt. Der Leitfaden enthält Handlungsanweisungen für die Stationsleitungen und ihre Stellvertretungen, um Maßnahmen für eine verbesserte Arbeitsorganisation abzuleiten und umzusetzen. Inhaltlich folgen nach einer Beschreibung der aktuellen Problematik sowie des Verfahrens an sich, auch Kriterien und Anregungen für gute Arbeitsbedingungen im Pflegebereich gemäß einer internationalen Norm. Neben drei Praxisbeispielen wird auch die Moderationstechnik vorgestellt, die für die Bewertung der Stationsorganisation von den Stationsleitungen genutzt werden sollte. Ebenso bietet der Leitfaden Raum für Verbesserungsvorschläge und Überarbeitungen auf der eigenen Station.

 

In die Entwicklung des Verfahrens wurden sechs Universitätskliniken aus den Bundesländern Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen einbezogen. Bei allen sechs Häusern handelt es sich um Krankenhäuser der Maximalversorgung mit gleicher Trägerschaft. Für die Umsetzung des Verfahrens „Stationsorganisation – analysieren, bewerten und gestalten“ im Krankenhaus wurden 45 Pflegestationen und zwei OP-Bereiche sowie ein Anästhesie-Bereich mit über 1.300 Mitarbeitern in einem Klinikum begleitet. Im Mittel leitete jede Station beziehungsweise jeder Pflegebereich vier Maßnahmen oder Maßnahmenpakete ab. Der Bericht nennt Verbesserungserfordernisse und zeigt Maßnahmenbeispiele auf.

 

 

  • „Stationsorganisation im Krankenhaus“; Prof. Dr. Winfried Hacker, Dr. Nicole Stab; 1. Auflage; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2016; ISBN 978-3-88261-020-8; 80 Seiten. Eine Version im PDF-Format gibt es zum Herunterladen unter der Adresse www.baua.de/stationsorganisation im Internetangebot der BAuA.

 

 

Link

 

 

 

Forschung für Arbeit und Gesundheit

 

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 700 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

 

 

 


Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 08.03.2016 (tB).

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