BAuA-Feldstudie

Lichtexposition bei Krankenpflegekräften in Schichtarbeit erforscht

Dortmund (15. Juni 2020) — Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat zusammen mit dem Public Health England (PHE) die persönliche Lichtexposition bei schichtarbeitenden Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern untersucht. Schichtarbeit wird mit einer Reihe von Krankheiten in Verbindung gebracht, da sie die Synchronisation circadianer physiologischer Vorgänge im menschlichen Körper mit dem natürlichen 24-Stunden-Tag-Nacht-Rhythmus stört. Die BAuA hat die Forschungsergebnisse nun im Bericht „Lichtexposition aus natürlichen und künstlichen Quellen im Hinblick auf circadiane Wirkungen bei schichtarbeitenden Krankenpflegekräften“ veröffentlicht.

Zahlreiche physiologische Vorgänge im menschlichen Körper folgen der circadianen Rhythmik – sie haben eine Periodenlänge von ungefähr 24 Stunden. Der offensichtlichste circadiane Rhythmus ist der Schlaf-Wach-Rhythmus. Aber auch die Körpertemperatur, der Blutdruck oder die Ausschüttung von vielen Hormonen sind tageszeitabhängig. Das Licht bringt die circadianen Vorgänge mit dem 24-Stunden-Tag-Nacht-Rhythmus in Einklang. Die Störung dieser Synchronisation, wie etwa bei der Schichtarbeit, kann gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen.

Insgesamt 85 Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger aus dem Klinikum Dortmund und dem King’s College Hospital in London nahmen an der Feldstudie teil. Mittels eines Detektors auf Brusthöhe haben sie sowohl während als auch außerhalb der Arbeitszeit eine Woche lang ihre persönliche Lichtexposition gemessen.

Die Feldstudie hat unter anderem gezeigt, dass die Lichtexposition an Arbeitstagen im Wesentlichen durch die Arbeitszeit bestimmt wird. Die Lichtexposition durch künstliche Beleuchtungsquellen in Innenräumen am Arbeitsplatz und zu Hause ist viel geringer als die relativ kurz andauernde Lichtexposition gegenüber natürlichem Tageslicht im Freien. Ebenso zeigen die Daten, dass die mittlere Lichtexposition an zwölfstündigen Tagschichten sehr gering ist, da sich die Krankenpflegekräfte den ganzen Tag am Arbeitsplatz aufhalten. Das könnte Einfluss nehmen auf die circadianen Rhythmen und so etwa den Schlaf-Wach-Rhythmus stören.

„Lichtexposition aus natürlichen und künstlichen Quellen im Hinblick aufcircadiane Wirkungen bei schichtarbeitenden Krankenpflegekräften“; Ljiljana Udovicic, Luke L.A. Price, Marina Khazova; Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2020; 1. Auflage; 58 Seiten; 206, DOI: 10.21934/baua:bericht20200406.

 

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des BMAS. Sie betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den Wissenstransfer im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfüllt die Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz arbeiten über 700 Beschäftigte.
http://www.baua.de

 

 


Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 15.06.2020 (tB).

Schlagwörter:

MEDICAL NEWS

Using face masks in the community: first update – Effectiveness…
Difficulties to care for ICU patients caused by COVID-19
Virtual post-sepsis recovery program may also help recovering COVID-19 patients
‘Sleep hygiene’ should be integrated into epilepsy diagnosis and management
Case Western Reserve-led team finds that people with dementia at…

SCHMERZ PAINCARE

Projekt PAIN2020: Wir nehmen Schmerzen frühzeitig ernst. Jetzt für alle…
Wechselwirkung zwischen psychischen Störungen und Schmerzerkrankungen besser verstehen
Wie ein Schmerz den anderen unterdrückt
Opioidtherapien im palliativen Praxisalltag: Retardierte Analgetika zeigen Vorteile
Krankenhäuser und Praxen müssen sich bei der Schmerztherapie nach Operationen…

DIABETES

Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes gehören nicht zur Risikogruppe und…
Neue Studie will Entstehung von Typ-1-Diabetes bei Kindern verhindern
Toujeo®: Ein Beitrag zu mehr Sicherheit für Menschen mit Typ-1-Diabetes
Diabetes: Neue Entdeckung könnte die Behandlung künftig verändern
Für Menschen mit Typ-2-Diabetes: Fixkombination aus Basalinsulin und GLP-1-Analogon

ERNÄHRUNG

Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren
Gesundheitliche Auswirkungen des Salzkonsums bleiben unklar: Weder der Nutzen noch…
Fast Food, Bio-Lebensmittel, Energydrinks: neue Daten zum Ernährungsverhalten in Deutschland
Neue Daten zur Ernährungssituation in deutschen Krankenhäusern und Pflegeheimen: Mangelernährung…

ONKOLOGIE

Konferenzbericht: Aktuelle Daten aus der Hämatologie vom ASH 2020
Anzeige: Aktuelle Daten zur Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms
Aktuelle Daten zu Apalutamid und Abirateron in der Therapie des…
Forschende entwickeln neuen Ansatz, um Krebs der Bauchspeicheldrüse zu erkennen
Blasenkrebs: Wann eine Chemotherapie sinnvoll ist – Immunstatus erlaubt Abschätzung…

MULTIPLE SKLEROSE

Erste tierexperimentelle Daten zur mRNA-Impfung gegen Multiple Sklerose
Multiple Sklerose: Immuntherapie erhöht nicht das Risiko für schweren COVID-19-Verlauf
Empfehlung zur Corona-Impfung bei Multipler Sklerose (MS)
Fallstudie: Beeinflusst SARS-CoV-2 Infektion die Multiple Sklerose?
Multiple Sklerose: Novartis’ Siponimod verzögert Krankheitsprogression und Hirnatrophie bei aktiver…

PARKINSON

Neuer Bewegungsratgeber unterstützt Menschen mit M. Parkinson durch Yoga
Neue Studie zur tiefen Hirnstimulation bei Parkinson-Erkrankung als Meilenstein der…
Putzfimmel im Gehirn
Parkinson-Patienten in der Coronakrise: Versorgungssituation und ein neuer Ratgeber
Neuer Test: Frühzeitige Differenzialdiagose der Parkinson-Erkrankung