Bayer HealthCare erwirbt Hämatologie-Entwicklungs-Portfolio von Maxygen

 

Leverkusen/Redwood City, Kalifornien, USA, (2. Juli 2008) – Bayer HealthCare erwirbt das Hämatologie-Portfolio von Maxygen Inc. und erweitert damit seine Zukunfts­perspektiven im Bereich der Hämophilie. Darin enthalten ist unter anderem das innovative rekombinante Faktor-VIIa-Protein, MAXY-VII, mit dem voraussichtlich noch im dritten Quartal 2008 klinische Phase-I-Studien aufgenommen werden. Zudem erhält Bayer Nutzungsrechte an Maxygens MolecularBreeding™-Technologie, einer neuartigen, biotechnologischen Forschungsplattform. Das Abkommen sieht eine Vorauszahlung von 90 Millionen US-Dollar vor – bis zu 30 Millionen US-Dollar werden insgesamt beim Erreichen von Meilensteinen fällig.

 

Menschen, die von Hämophilie betroffen sind, fehlt ein bestimmter Blutgerinnungsfaktor. Durch geeignete Arzneimittel-Therapien kann dieser Faktor ersetzt werden. Jedoch sprechen rund 20 bis 30 Prozent der Hämophiliepatienten nicht mehr auf ihre Behandlung an, da sie im Lauf der Zeit Hemmstoffe – sogenannte Antikörper – entwickelt haben. MAXY-VII, ein neuartiger Faktor VIIa-Gerinnungshemmer, kann diese Antikörper umgehen und somit die notwendige Blutgerinnung bei den Betroffenen wieder herstellen. Mit der Erweiterung und Verbesserung der Behandlungsoptionen strebt Bayer einen Ausbau seiner starken Marktposition in der Versorgung von Hämophiliepatienten an. Das Unternehmen hat bereits mit dem Blutgerinnungshemmer Kogenate®, einem rekombinanten Faktor VIII-Präparat, eine führende Marktposition und verfügt über ein vielversprechendes Entwicklungsprogramm, das auch lang wirksame Formen von Kogenate in klinischen Prüfungen umfasst.

„MAXY-VII könnte die Behandlungsmöglichkeiten für Hämophiliepatienten entscheidend verbessern. Diese Erweiterung unseres Portfolios entspricht unserer Wachstumsstrategie im Spezialpharmageschäft und baut auf unseren Erfahrungen in der Herstellung und Vermarktung von Proteintherapeutika auf“, erklärte Dr. Gunnar Riemann, Mitglied des Executive Committee von Bayer HealthCare.

 

Neben dem Erwerb von MAXY-VII erhält Bayer exklusive Rechte für den Einsatz der Maxygen-MolecularBreeding-Technologie für 30 festgelegte Gen-Targets in strategischen Geschäftsbereichen. Zudem erhält Bayer spezifische Rechte für die Nutzung dieser Technologie, die intern für bestimmte Gengruppen im Spezialpharmageschäft von Bayer eingesetzt werden kann. Diese innovative Forschungsplattform ermöglicht, verschiedene Genvarianten zu testen und somit eindeutige Angriffsziele für Medikamente oder neue potenzielle Wirkstoffkandidaten zu finden.

 

„Unsere Wissenschaftler arbeiten gemeinsam mit Universitäten sowie Biotechnologie-firmen aktiv daran, neuartige Forschungsplattformen zu etablieren. Der Zugang zu Maxygens MolecularBreeding-Technologie eröffnet uns weitreichende Möglichkeiten, unsere Produkt-Pipeline auszubauen“, erläutert Riemann.

 

„Maxygen erzielt mit dieser Vereinbarung den bestmöglichen Wert für die bisher geleistete präklinische Entwicklung und gibt MAXY-VII an ein führendes Unternehmen im Bereich der Hämophilie ab“, sagte Russell Howard, Geschäftsführer von Maxygen. „MAXY-VII hat das Potenzial, als erstes kombiniertes therapeutisches Protein der Welt zugelassen zu werden – ein Meilenstein, der Maxygens Technologie in Zukunft noch mehr Möglichkeiten eröffnen würde. Bayer ist das ideale Unternehmen, um das MAXY-VII Programm zu diesem Ziel zu führen.“

 

Über MAXY-VII und Hämophilie

MAXY-VII soll als neuartiges Faktor-VIIa-Molekül die Behandlung von Hämophilie-patienten verbessern. Die Therapie beruht im Wesentlichen auf dem Ersatz der fehlenden Gerinnungsfaktoren. Die meisten Hämophiliepatienten leiden unter einem Faktor-VIII-Mangel (Hämophilie A, auch als klassische Hämophilie bezeichnet). Bei anderen Hämophiliepatienten fehlt der Faktor IX (Hämophilie B). Nach Aussagen der World Federation of Hemophilia wird einer von 10.000 Menschen mit Hämophilie A und einer von 50.000 Menschen mit Hämophilie B geboren.

Die Hämophilie ist eine schwerwiegende Erkrankung, bei der ein bestimmter Blutgerinnungsfaktor fehlt. Sie verursacht häufige Blutungsepisoden, vor allem in Muskeln, Gelenken und inneren Organen.

 

Über die MolecularBreeding™- Forschungsplattform

MolecularBreeding™ – auch als „Gene-Shuffling“ bezeichnet – ist ein sich wiederholender Vorgang, bei dem Genvarianten neu kombiniert und dann selektiert werden. Die daraus entstehenden neuen Proteinprodukte werden gezielt auf die gewünschten Wirkstoff-eigenschaften untersucht und entsprechend optimiert. Dieses Verfahren ermöglicht es, neue genetische Kombinationen als potenzielle Behandlungsziele oder Wirkstoff-kandidaten zu testen.

 

Über Kogenate® FS/KOGENATE® Bayer
Kogenate® FS / KOGENATE®  Bayer ist ein rekombinantes Faktor VIII-Präparat zur Behandlung der Hämophilie A. Die Sicherheit, Wirksamkeit und Gesamtzuverlässigkeit der Kogenate-Produkte basieren auf einer 20-jährigen klinischen Erfahrung. Klinischen Daten zufolge kann mit Kogenate eine ausgezeichnete Kontrolle der Blutgerinnung erzielt werden. Das Produkt wird allgemein gut vertragen und hat ein erprobtes Sicherheitsprofil bei Patienten mit Hämophilie A.

 

Über Maxygen, Inc.

Das Biotechnologie-Unternehmen Maxygen konzentriert sich auf die Identifizierung neuer Proteinwirkstoffe und versucht diese zu verbessern. Mit dem Einsatz seiner innovativen Technologie zur Proteinmodifizierung könnte Maxygen einen bestehenden therapeutischen Bedarf decken und sucht daher nach Einsatzmöglichkeiten. Das Unternehmen greift dabei auf etablierte Entwicklungsprozesse zurück und baut auf die bestehenden Zulassungswege bereits vermarkteter Produkte. Mehr Informationen finden Sie auf www.maxygen.com

 

Über Bayer HealthCare

Die Bayer AG ist ein weltweit tätiges, forschungsbasiertes und wachstumsorientiertes Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Gebieten Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien. Bayer HealthCare ist eine Tochtergesellschaft der Bayer AG und gehört zu den weltweit führenden innovativen Unternehmen in der Gesundheits-versorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten. Das Unternehmen bündelt die Aktivitäten der Divisionen Animal Health, Consumer Care, Diabetes Care sowie Pharma. Die Aktivitäten des Pharmageschäfts firmieren unter dem Namen Bayer Schering Pharma. Ziel von Bayer HealthCare ist es, Produkte zu erforschen, zu entwickeln, zu produzieren und zu vertreiben, um die Gesundheit von Mensch und Tier weltweit zu verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerhealthcare.com

 

Bayer Schering Pharma ist ein weltweit führendes Spezialpharma-Unternehmen, dessen Forschung und Geschäftsaktivitäten sich auf vier Bereiche konzentrieren: Diagnostische Bildgebung, General Medicine, Specialty Medicine und Women’s Healthcare. Bayer Schering Pharma setzt auf Innovationen und will mit neuartigen Produkten in speziellen Märkten weltweit führend sein. So leistet Bayer Schering Pharma einen Beitrag zum medizinischen Fortschritt und will die Lebensqualität der Menschen verbessern. Mehr Informationen finden Sie unter www.bayerscheringpharma.de


Quelle: Pressemitteilung der Firma Bayer HealthCare vom 02.07.2008.

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung