Sozialverband VdK und Deutsche Alzheimer Gesellschaft fordern mit bundesweiter Kampagne Regierung zum sofortigen Handeln auf

Bei der Pflege muss jetzt gehandelt werden

 

Berlin (25. März 2014) – "Pflege kann nicht länger warten – eine große Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung ist längst überfällig." Mit diesen Worten gab die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, heute auf einer Pressekonferenz in Berlin den Startschuss zur bundesweiten Kampagne "Große Pflegereform – jetzt!", die der VdK gemeinsam mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft durchführt.

 

"Die letzten Jahre wurden in Sachen Pflege beinahe nutzlos vertan", kritisiert VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. Statt Verbesserungen habe es für Menschen mit Demenz "nur ein paar Pflaster" gegeben. "Am grundsätzlichen Dilemma hat das nichts geändert." Auf Basis eines ganzheitlichen Pflegebedürftigkeitsbegriffs müssten vor allem Demenzkranke endlich angemessene Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten. Heike von Lützau-Hohlbein, Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, fordert: "Die 1,4 Millionen Demenzkranken brauchen zeitintensive Betreuung, Begleitung und Beaufsichtigung, was derzeit in der Pflegeversicherung nur unzureichend berücksichtigt wird. Die meisten werden von Angehörigen, oft unter großen Opfern, betreut und gepflegt. Diese brauchen Anerkennung und individuell passende Unterstützung."

 

"Derzeit sind Demenzkranke Pflegebedürftige zweiter Klasse. Angesichts einer deutlichen Zunahme von Demenzerkrankungen in einer älter werdenden Gesellschaft ist dieser Zustand unhaltbar – für die Erkrankten wie für deren Angehörige", warnt Mascher.

 

Nach Berechnungen des VdK und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ist die Finanzierung einer großen Pflegereform mit einer Beitragssatzerhöhung von 0,5 Prozent finanzierbar, wie dies die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag auch vereinbart haben. Allerdings will die Bundesregierung davon 0,1 Prozent für einen Pflegevorsorgefonds abzweigen, viel Geld, das für Leistungsverbesserungen nicht zur Verfügung stünde. "Wir sehen dadurch die Finanzierung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs in Frage gestellt", so Mascher. Aus Sicht des Sozialverbands VdK und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft muss ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff im Mittelpunkt einer Reform stehen. "Ein solcher ganzheitlicher Pflegebedürftigkeitsbegriff würde vielen alten Menschen entgegenkommen, die zwar Hilfebedarf haben, aber bisher nicht den Kriterien der Pflegeversicherung entsprechen. Durch frühe Hilfen und rechtzeitige Wohnraumanpassungen könnten zum Beispiel mehr Menschen in ihrem gewohnten Umfeld bleiben. So würde man auch Vereinsamung oder Heimunterbringung vermeiden können", erklärt Mascher.

 

"Angesichts des langen Gesetzgebungsverfahrens muss alles unternommen werden, damit Demenzkranke so schnell wie möglich profitieren. Schnell heißt, dass das Gesetz in diesem Jahr verabschiedet wird – und nicht erst in einer zweiten Stufe im nächsten oder übernächsten Jahr", so Mascher.

 

Ein wichtiger Kampagnen-Baustein ist die Petition 50389 für eine schnelle und umfassende Pflegereform, die der Sozialverband VdK beim Deutschen Bundestag eingereicht hat. "Bis zum 21. April 2014 benötigen wir 50.000 Unterschriften, damit unsere Forderungen zur Pflege im Petitionsausschuss öffentlich Gehör finden", erklärt Mascher.

 

 

 


 

Quelle: Sozialverband VdK Deutschland e.V., 25.03.2014 (tB) Thomas Backe

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