Bei Neurodermitis

Kortison-haltige Cremes nicht zu lange anwenden

 

Berlin (5. November 2013) – Kortison-haltige Cremes sollten bei Neurodermitis nicht zu häufig oder zu lange angewendet werden. Verordnet zum Beispiel ein Kinderarzt bei einer akuten Neurodermitis eine Creme mit dem Arzneistoff Hydrocortison, sollte diese meist nur einmal täglich aufgetragen werden. Die Besserung tritt oft schnell ein, allerdings müssen Kratzspuren erst abheilen. „Die Angst vor Kortison ist bei richtiger Anwendung unbegründet. Deshalb sollten sich Patienten in der Apotheke beraten lassen“, sagt Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer. Werden die Medikamente länger als wenige Wochen angewendet, kann es zu lokalen Hautveränderungen kommen.

 

Die empfohlene Anwendungsdauer hängt vom Arzneistoff, der Zubereitung und dem Alter des Patienten ab. Die Arzneimittel sollten grundsätzlich nicht großflächig aufgetragen werden. Kortison-Cremes gehören auch nicht in den Windelbereich oder ins Gesicht, da die Haut hier relativ dünn und empfindlich ist.

Die Kortison-artigen Arzneistoffe werden in vier Wirkstoffklassen eingeteilt. Die Medikamente sind meist verschreibungspflichtig, Ausnahmen gelten für einige schwach wirksame Arzneistoffe, z.B. Hydrocortison, in festgelegten Dosierungen. Auch rezeptfreie Kortison-Cremes sollten bei Kindern unter 6 Jahren nur nach Anweisung des Arztes angewendet werden.

 

Die Hautkrankheit Neurodermitis betrifft vor allem Kinder. Typisch sind trockene Hautstellen mit stark juckenden, geröteten, schuppigen Herden. Das Auftragen einer Kortison-haltigen Creme ersetzt nicht die Hautpflege durch eine Basispflege. Bei der Hautpflege sollten Eltern besonders auf die Grundlage der Creme achten. „Cremes können das Hautbild schnell bessern – aber nur, wenn die Grundlage zum Hautzustand passt“, sagt Benkert. Bei akuten Entzündungen helfen wässrige Cremes. Für die Behandlung einer chronischen Neurodermitis eignen sich fettreiche Salben besser. Der Apotheker rät davon ab, immer neue Pflegeprodukte auszuprobieren. „Besser ist es oft, wenn der Apotheker nach Rücksprache mit dem Arzt eine individuell optimale Pflegecreme anfertigt.“

 


 

Quelle: ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, 05.11.2013 (tB).

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