Bessere geriatrische Qualifizierung

Unnötige Krankenhaustransporte vermeiden

 

Klagenfurt, Österreich (12. März 2013) – Im Rahmen eines Forschungsprojekts haben WissenschaftlerInnen der AAU gemeinsam mit dem Klinikum Klagenfurt und Pflegeheimen an einem Maßnahmenpaket gearbeitet, mit dem unnötige Krankenhaustransporte von PflegeheimbewohnerInnen vermieden werden sollen. Die Ergebnisse werden nun umgesetzt.

 

Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen werden immer wieder ins Krankenhaus eingewiesen, auch wenn sie oft von einer Behandlung vor Ort deutlich mehr profitieren würden. Krankenhaustransporte bergen für ältere Menschen das Risiko gesundheitlicher Beeinträchtigungen und stellen eine große Belastung dar. „Unnötige Krankenhaustransporte sind daher zum Wohle der PflegeheimbewohnerInnen möglichst zu vermeiden“, erklärt Herbert Janig vom Institut für Psychologie.

In einem Forschungsprojekt haben WissenschaftlerInnen nun in Zusammenarbeit mit der Praxis ein Maßnahmenpaket zur Reduktion vermeidbarer Krankenhaustransporte aus Pflegeheimen entwickelt. Dazu haben sie über ein Jahr hinweg die Transportmaßnahmen in vier Pflegeheimen und im Klinikum Klagenfurt evaluiert.

Im Vordergrund standen dabei die Optimierung der interdisziplinären Zusammenarbeit sowie die geriatrische Qualifizierung der Pflegekräfte und HausärztInnen. Herbert Janig zu den Ergebnissen: „Als Schlüssel zur Reduktion medizinisch unnötiger Krankenhaustransporte erwiesen sich die Verbesserung der Kommunikation und Kooperation zwischen Pflegeheim, HausärztInnen, Krankenhaus und HeimbewohnerInnen bzw. deren Angehörigen.“ Dies sei im Gesundheitswesen nicht einfach umzusetzen und brauche einen wichtigen Kulturwandel: „Die lange Zeit im Gesundheitswesen dominierende ‚blame culture‘ der wechselseitigen Schuldzuweisungen wird zunehmend von einer systemischen Betrachtungsweise der komplexen Phänomene wie Patientensicherheit und Optimierung der Pflegeheimversorgung abgelöst. Erst die Auflösung des historisch gewachsenen Hierarchiegefälles ermöglicht ein Zusammenarbeiten auf gleicher Augenhöhe.“

In den kommenden zwei Jahren werden in mehreren Pflegeheimen und den Landeskrankenhäusern mit geriatrischen Abteilungen die erarbeiteten Maßnahmen umgesetzt; bei gleichzeitiger Einführung eines geriatrischen Konsiliardienstes, der die HeimbewohnerInnen aufsucht und die betreuenden Hausärztinnen und -ärzte bei der Behandlung berät.

 

  • Die Ergebnisse wurden auch in einer Publikation veröffentlicht: Olivia Kada, Herbert Janig, Georg Pinter, Karl Cernic & Rudolf Likar (Hrsg.) (2012). Gut versorgt im Pflegeheim? Innsbruck: Studia Universitätsverlag.

 

 

Weitere Informationen

 

http://www.aau.at – (UNI News)

 


 

Quelle: Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, 12.03.2013 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung