Bessere Heilungsverläufe durch neuartige responsive Verbände

 

Siegen (20. Januar 2011) – Schnell können sich unter Wundverbänden Infektionen entwickeln, die im Frühstadium nicht erkannt werden und zu deren Bekämpfung massive Maßnahmen und der Einsatz von Antibiotika oftmals zwingend notwendig werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Siegen entwickeln in Zusammenarbeit mit einem europäischen Konsortium im Rahmen des EU-Projektes BacterioSafe derzeit Verfahren, die das Vorhandensein sog. pathogener Keime anzeigen und gleichzeitig die Freisetzung antibakterieller Stoffe erlauben.

 

Im Rahmen der BacterioSafe Studie arbeiten die Forscher der Physikalischen Chemie dazu mit zehn weiteren Forschungszentren und Industriepartnern aus Großbritannien, Finnland, Irland, Belgien, Australien und Deutschland zusammen, unter anderem auch mit dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung und der Universitätsmedizin Mainz. Die Studie ist auf vier Jahre angelegt und wird von der Europäischen Union mit 3,4 Millionen Euro gefördert. "Wir entwickeln eine neuartige Oberfläche für Verbandsmaterialien, die eine auftretende Keimbesiedlung in Form einer Farbänderung anzeigt und gleichzeitig die Freisetzung von keimabtötenden Agenzien ermöglicht", erklärt Dr. Renate Förch, Leiterin des Projekts und Wissenschaft-lerin am Max-Planck-Institut für Polymerforschung. Dadurch können mögliche Infektionen bei Brandwunden, die vor allem bei Kindern kritisch sind, frühzeitig erkannt werden.

 

Dabei müssen die Forscher zunächst die biologischen Mechanismen pathogener Keime untersuchen und identifizieren, welche die Freisetzung der Farbstoffe und antibakteriellen Lösungen erlauben. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem problematischen Krankenhauskeim Staphylococcus aureus, der immer wieder neue Resistenzen auf Antibiotika zeigt, und auf Pseudomonas aeroginosa, der besonders bei Brandwunden zu schweren Infektionen führen kann. „Ein vielversprechender Ansatz zur Oberflächenmodifikation der Verbandsmaterialien beruht auf Nanokapseln, die aus sogenannten Blockcopolymeren hergestellt werden. Dazu entwickeln wir an der Universität Siegen neuartige Polymere und untersuchen mit hochauflösenden Mikroskopiemethoden die stimulierte Abgabe von Farbstoffen und Wirkstoffen aus solchen Kapseln“, erläutert Professor Dr. Holger Schönherr (Fakultät IV, Physikalische Chemie) die Hauptaufgaben des Siegener BacterioSafe Teams in der Entwicklungsarbeit.

 

Noch liegen dreieinhalb Jahre Entwicklungsarbeit im Rahmen der BacterioSafe Studie vor dem Forscherteam, jedoch stimmen die ersten Resultate sehr zuversichtlich, die hochgesteckten Ziele zu erreichen. Um eine erste Zwischenbilanz der bisherigen halbjährigen Arbeiten zu ziehen, treffen sich vom 18. bis 21. Januar 2011 dreißig internationale Forscherinnen und Forscher des Projekts auf Burg Schnellenberg in Attendorn.

 

 

Kontakt

 

Universität Siegen

Fak. IV, Physikalische Chemie

Prof. Dr. Holger Schönherr

Tel.: 0271 / 740-2806

schoenherr@chemie.uni-siegen.de

 

 


Quelle: Universität Siegen, 20.01.2011 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen

ONKOLOGIE

WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…
Stellungnahme zur 3. Impfung gegen SARS-CoV2 bei Personen mit MS
NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…