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Bestimmte Ernährungsweise kann mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden sein

 

Potsdam-Rehbrücke (28. Oktober 2008) – Eine bestimmte Ernährungsweise kann mit einem bis zu zweifach erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden sein. Zu diesem Ergebnis kam ein Wissenschaftlerteam um Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), nachdem es die Daten der EPIC*-Potsdam-Studie ausgewertet hatte. Die Forscher identifizierten ein Ernährungsmuster, das mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko in Zusammenhang steht. Dieses Ernährungsmuster ist durch einen erhöhten Verzehr von Butter, Margarine, verarbeitetem Fleisch und Fisch charakterisiert sowie durch einen geringen Brot- und Fruchtsaftkonsum.

 

Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Daten in der Novemberausgabe der Fachzeitschrift British Journal of Nutrition (Schulz, M. et al., 2008, 100:942-946).

Verschiedene in den 1980er Jahren durchgeführte Tier- und Humanstudien ließen einen Zusammenhang zwischen einer erhöhten Fettaufnahme, der Aufnahme gesättigter Fettsäuren und dem Brustkrebsrisiko vermuten. Folgestudien führten jedoch zu widersprüchlichen Ergebnissen, wobei die jüngsten Resultate eher darauf hinweisen, dass die in den 80er Jahren aufgezeigten Beziehungen auch heute noch gültig sind.

Um zur Klärung des Sachverhaltes beizutragen, wertete das Forscherteam die Daten von 15.351 Teilnehmerinnen der Potsdamer EPIC-Studie mit einem neuen statistischen Ansatz aus. Dabei gingen die Wissenschaftler der Frage nach, ob ein an Fettsäuren abgeleitetes Ernährungsmuster identifiziert werden kann, das in einem direkten Zusammenhang mit dem Brustkrebsrisiko steht und ob dieses auf günstige oder ungünstige Effekte der verschiedenen Fettsäurearten hinweist.

Die Forscher entdeckten Folgendes: In der Gruppe von Frauen, die gleichzeitig viel verarbeitetes Fleisch, Fisch, Butter oder andere tierische Fette sowie Margarine verzehrten, dafür aber wenig Brot und Fruchtsäfte konsumierten, traten im Verlauf von 6 Jahren etwa doppelt so viele Brustkrebserkrankungen auf wie in der Vergleichsgruppe, die sich gegenteilig ernährte. Damit identifizierten die Wissenschaftler ein Ernährungsmuster, das mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs verbunden ist. Einen positiven oder negativen Einfluss von ungesättigten oder gesättigten Fettsäuren lässt das Muster allerdings nicht erkennen. Die beobachtete Risikobeziehung war unabhängig vom Körpergewicht der Frauen. Ebenso spielte es keine Rolle, ob sich die Frauen vor oder in der Menopause befanden oder ob sie eine Hormonersatztherapie bekamen.

"Nach unseren Ergebnissen haben Frauen ein höheres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, wenn sie sich nach einem Ernährungsmuster ernähren, das durch eine hohe Fettaufnahme charakterisiert ist. Dieser Befund bestätigt sowohl die älteren Daten als auch die erst kürzlich publizierten Befunde anderer prospektiver Studien. Ob sich dieser Trend bei neueren Befunden fortsetzt und ob negative oder positive Effekte bestimmten Fettsäurearten zugeordnet werden können, werden die nächsten Monate zeigen. Auffällig ist auch, dass jüngste Studien mit Brustkrebspatientinnen auf günstige Effekte einer fettarmen Ernährung hinweisen", so Heiner Boeing.

*EPIC: European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition

Hintergrundinformation
Grundlage der Untersuchung bildet die Potsdamer EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Studie: eine prospektive, 1994 begonnene Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs und anderen chronischen Erkrankungen aufdeckt. An der von Heiner Boeing geleiteten Potsdamer EPIC-Studie nehmen 27.548 Frauen und Männer im Alter zwischen 35 und 65 Jahren teil.

Bei der Auswertung einer prospektiven Studie ist es wichtig, dass die Teilnehmer/innen zu Beginn der Studie noch nicht an der zu untersuchenden Krankheit leiden. Die Risikofaktoren für eine bestimmte Erkrankung lassen sich so vor ihrem Entstehen erfassen, wodurch eine Verfälschung der Daten durch die Erkrankung weitestgehend verhindert werden kann – ein entscheidender Vorteil gegenüber retrospektiven Studien.

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 82 außeruniversitäre Forschungsinstitute und forschungsnahe Serviceeinrichtungen. Diese beschäftigen etwa 13.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand 12/2006). Davon sind ca. 5.400 Wissenschaftler (inkl. 2.000 Nachwuchswissenschaftler). Leibniz-Institute arbeiten interdisziplinär und verbinden Grundlagenforschung mit Anwendungsnähe. Sie sind von überregionaler Bedeutung und werden von Bund und Ländern gemeinsam gefördert. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,1 Milliarden Euro pro Jahr. Die Drittmittel betragen etwa 225 Millionen Euro pro Jahr. Näheres unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de


Quelle: Presseinformation des  Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) vom 28.10.2008.

 

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