BITS (BIpolare Therapie-Sichtweisen)

Auf Motivsuche – Therapieentscheidungen im Praxisalltag

 

Hannover (28. September 2012) – Asenapin (Sycrest®) ist ein gut untersuchtes Antipsychotikum für die Behandlung mäßiger bis schwerer manischer Episoden einer Bipolar-I-Störung. Doch wie relevant sind klinische Studien in der Praxis? Welche Aspekte spielen bei der Therapieentscheidung eine Rolle? Antworten gibt die Online-Befragung BITS (BIpolare Therapie-Sichtweisen). Dr. Florian Seemüller, München, stellte neue Ergebnisse im Rahmen eines Pressegespräches der Lundbeck GmbH vor.

 

In der BITS-Erhebung1 wurden 420 Patienten – davon 205 mit bipolaren Störungen – sowie 795 Psychiater online zu verschiedenen Aspekten in der Therapie psychiatrischer Erkrankungen befragt. Ein Vergleich der beiden Befragungsarme zeigt, dass die Mehrzahl der Ärzte ein gutes Gespür für die Bedürfnisse ihrer Patienten hat. Diese zu kennen und in der Therapie zu berücksichtigen, kann dazu beitragen, die Therapieadhärenz zu verbessern, hob Dr. Florian Seemüller, München, auf dem Pressegespräch hervor. Doch welche Kriterien führen überhaupt zu einer Therapieentscheidung?

 

 

Die initiale Therapieentscheidung

 

Für 70% der befragten Psychiater hat die rasche Remission die höchste Priorität, wenn sie sich erstmals für eine Pharmakotherapie entscheiden. Zudem ist eine allgemein gute Verträglichkeit ein weiterer wichtiger Aspekt. Als nahezu gleich bedeutend werten die Ärzte folgende Kriterien:

 

  • langanhaltende Wirkung
  • einfache Handhabung der Medikation
  • geringes Potenzial für Arzneimittelinteraktionen
  • breites Wirkspektrum auf manische und depressive Symptome
  • schnelle Symptomkontrolle
  • geringes Risiko zur Entwicklung eines metabolischen Syndroms

 

 

Kriterien für die Langzeittherapie mit Antipsychotika

 

Mehr als die Hälfte der Befragten bewerten die Stimmungsstabilisierung, den Erhalt der Alltagstauglichkeit und eine langanhaltende Wirkung als sehr wichtig. Die Sicherung der Berufsfähigkeit hat für 46% der Befragten Priorität. Auch in der Langzeittherapie spielen das Wirkspektrum und die Sicherheit eine entscheidende Rolle. Zusätzlich legen die Ärzte Wert auf ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis, Therapietreue und die Vermeidung von Beziehungskonflikten zwischen Patient und seinem Umfeld.

 

 

Klinische Studien zu Asenapin im Profil

 

Die rasche Symptomkontrolle und hohe Remissionsrate ist eine besondere Stärke von Asenapin, so Prof. Dr. F. Markus Leweke, Mannheim, in seinem Überblick über die klinischen Daten.

 

So zeigte Asenapin (5-10 mg/2xtgl) in der dreiwöchigen, aktiv kontrollierten Studie ARES-3B2 bereits ab Tag 2 eine signifikante Besserung der Manie-Schwere versus Placebo gemessen mittels Young Mania-Rating-Scale (YMRS) und Clinical Global Impression-Bipolar (CGI-BP). Nach drei Wochen war die Remissionsrate (YMRS-Gesamtwert ≤ 12, sekundärer Endpunkt) mit 40,2% signifikant höher als unter Placebo (22,3%) und ähnlich wie unter der Aktivkontrolle mit Olanzapin (39,4%). Während der Verlängerung der beiden Monotherapie-Studien ARES-3A3 und 3B2 stieg die Remissionsrate weiter an: 75% nach neun Wochen4, 93,4% nach insgesamt 52 Wochen5.

 

Auch in der Kombinationstherapie6 mit Lithium und Valproat zeigte sich eine schnelle und anhaltende Wirksamkeit. Laut dem CGI-Wert war dies sogar bereits ab Woche 3 der Fall.

Asenapin zeichnet sich durch ein günstiges metabolisches Profil aus. In den kombinierten Kurzzeit- und Langzeitstudien zur Schizophrenie und zu manischen Phasen einer bipolaren Störung war die mittlere Veränderung des Körpergewichts unter Asenapin 0,8 kg8.

 

 

Praxisrelevanz der Studiendaten

 

Die BITS-Erhebung untersuchte, wie wichtig diese Studienergebnisse in der Praxis für die Psychiater sind. Die größte Relevanz (s. Tab. 1) haben der Nachweis der raschen und guten antimanischen Wirkung bereits ab Tag 2 der Therapie sowie die anhaltende Wirkung von Asenapin. Die frühe und im Behandlungsverlauf zunehmende Remissionsrate und das langfristig günstige metabolische Profil sind für die Befragten ebenfalls wichtig.

 

 

 

 

Wichtigkeit von Studienergebnissen zum  Antipsychotikum Sycrest® (Asenapin)

Ärzte (n=795)

 

Eine rasche und gute antimanische Wirkung bereits ab Tag 22,3

1,8 ± 0,92

 

Eine anhaltende Wirkung5

1,8 ± 0,87

 

Frühe und im Behandlungsverlauf zunehmende Remissionsrate2,4,5

1,9 ± 1,04

 

Ein langfristig günstiges metabolisches Profil2,3,5

1,9 ± 0,91

 

Eine gewünschte initiale Sedierung, die meist im Verlauf nachlässt7

2,3 ± 0,91

 

 

Literatur

  1.  “BITS: BIpolare Therapie-Sichtweisen”, Data on file
  2. McIntyre RS et al. Bipolar Disord 2009; 11 (7): 673-686
  3. McIntyre RS et al. J Affect Disord 2010; 122: 27-38
  4. McIntyre RS et al. Bipolar Disord 2009; 11 (8): 815-826
  5. McIntyre RS et al. J Affect Disord 2010; 126 (3): 358-365
  6. Szegedi A et al. J Clin Psychopharmacol 2012; 32: 46-55
  7. Citrome L et al. Int J Clin Pract. 2009; 63(12): 1762-1784
  8. Fachinformation Sycrest®, Stand Juni 2012

 

Über Sycrest®

 

Sycrest® ist ein Antipsychotikum, das seit dem 1. September 2010 in allen 27-EU-Ländern für die Behandlung mäßiger bis schwerer manischer Episoden einer Bipolar-I-Störung bei Erwachsenen zugelassen ist. Weitere Hinweise zur Verschreibung finden sich in der Fachinformation von Sycrest®. Sycrest® ist eine eingetragene Handelsmarke von N.V. Organon, einer Tochtergesellschaft der Firma Merck & Co., Inc., Whitehouse Station, N.J., U.S.A.

 

 

Über Lundbeck

 

Lundbeck ist ein international tätiges Pharmaunternehmen, das 1915 in Dänemark gegründet wurde und heute etwa 5.900 Mitarbeiter in 57 Ländern beschäftigt. Der deutsche Firmensitz ist in Hamburg. Das „Unternehmen ZNS“ hat sich auf die Entwicklung und den Vertrieb innovativer Medikamente zur Behandlung von psychischen und neurologischen Erkrankungen spezialisiert.

 

 

Download

 


 

Quelle: Lundbeck, 28.09.2012 (tB).

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