BITS: BIpolare Therapie – Sichtweisen

Kann Asenapin die Erwartungen von Arzt und Patienten erfüllen?

 

Frankfurt am Main (20. April 2012) – Wirksamkeit ist das A und O für den Arzt, Verträglichkeit für den Patienten. Passen die Sichtweisen von Arzt und Patient zusammen? Antworten gibt eine aktuelle Online-Befragung. Überzeugend in der Wirkung auf manische Episoden der Bipolar-I-Störung wie auch in der Verträglichkeit ist das atypische Antipsychotikum Asenapin (Sycrest®), wie Studiendaten und neue Post-hoc-Analysen zeigen. Wie nah kommt Asenapin damit den Anforderungen an eine optimale Therapie? Experten diskutieren dies anhand der bisherigen Daten und Praxiserfahrungen.

 

Für die Erhebung[1] „BITS: BIpolare Therapie – Sichtweise von Arzt und Patient“ wurden 420 Patienten mit u.a. Bipolaren Störungen (n=205) und 795 Psychiater in Deutschland online und anonym befragt. Die neuen Daten wurden auf der Pressekonferenz* vorgestellt. „Mit der Befragung“, so Dr. Florian Seemüller aus München, „erhalten wir zu wichtigen Therapieaspekten seit langer Zeit wieder aktuelle Daten für Deutschland in diesem Erkrankungsgebiet“.

 

Eine Stärke der Befragung liegt in der Anonymität. Seemüller geht davon aus, dass es sich um realistische Daten handelt, wenn 13% der Patienten angeben, keine Therapie zu erhalten, 23% der ‚Behandelten‘ ausschließlich Psychotherapien bekommen und nur 28% medikamentös behandelt werden. Nur 37% waren mit ihrer aktuellen Therapie „sehr zufrieden“, 59% „mehr oder weniger zufrieden“. Nach mehr als zehn Jahren Erkrankung sind noch fast 50% der Patienten erheblich im Alltag beeinträchtigt. „Dies zeigt den hohen therapeutischen Bedarf“, betonte Seemüller.

 

 

Ärzte kennen die Erwartungen ihrer Patienten

 

Für die meisten Patienten (68%) war die Verträglichkeit ein „sehr wichtiges“ Merkmal guter Therapien, gefolgt von der Vermeidung extremer Stimmungsschwankungen (61%) und dem Erhalt der Alltagsfähigkeit (58%). Zudem werteten 60% eine gute Verträglichkeit als „sehr wichtig“ für ihre Therapietreue. Die aus Patientensicht „sehr negativen“ Aspekte der medikamentösen Therapie betrafen unerwünschte Wirkungen wie eine Gewichtszunahme (42%). Nur wenige (11%) störten sich sehr an einer „beruhigenden Wirkung“.

 

Die Befragung der Ärzte zeigte, dass diese die Erwartungen ihrer Patienten gut einschätzen können. Aber spiegelt sich diese Erwartungshaltung auch in den Therapiekriterien des Arztes wider? Bei der initialen Therapieentscheidung kommt es den befragten Ärzten vor allem auf eine „rasche und anhaltende Remission“ an. Auch in der Langzeittherapie steht die Wirksamkeit im Fokus. So wird der „Erhalt der Alltagstauglichkeit“ die „Stimmungsstabilisierung“ und die “langanhaltende Wirkung“ an den ersten Stellen mit „sehr wichtig“ gewertet[1].

 

 

Komorbiditäten von Anfang an berücksichtigen

 

Im Schnitt gaben die Patienten 1,8 Komorbiditäten an. „Eine hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass hier nur die psychiatrischen und nicht die metabolischen Begleiterkrankungen abgefragt wurden“, so Seemüller. Als häufigste psychiatrische Komorbidiät wurde Angststörung (46%) genannt. An häufigen Symptomen wurde ferner von 64% der Befragten depressive Symptome gefolgt von manischen (35%) und psychotischen Symptomen (25%) genannt. „Das weist auf die wichtige Rolle depressiver Episoden im Auf und Ab der bipolaren, manisch-depressiven Störungen hin und muss in der Therapie berücksichtigt werden“, wie Prof. Dr. Hans-Peter Volz aus Werneck betonte. Er stellte eine aktuelle Post-hoc-Analyse[2] zweier Kurzzeitstudien mit Asenapin vor: Bis zu 18% der bipolar erkrankten Teilnehmer beider Studien hatten unter depressiven Symptomen gelitten. Von ihnen hatten 57% am Behandlungstag sieben und 70% am Tag 21 eine Remission (MADRS**-Gesamtwert ≤ 12) gezeigt. Das waren jeweils mehr als unter Plazebo (17% bzw. 33%) oder Olanzapin (25% bzw. 48%)[2].

 

 

Anhaltende Wirksamkeit auf hohem Niveau

 

In dem umfangreichen Studienprogramm über bis zu 52 Wochen zur Mono- und Kombinationstherapie mit Asenapin kam es in der aktiv kontrollierten Dreiwochenstudie ARES-3B[3] unter 5-10 mg/2xtgl Asenapin vs Plazebo schon am zweiten Behandlungstag zu einer signifikanten Besserung der Manie-Schwere gemessen mittels YMRS** und CGI-BP**. „Die Auswertung der Remissionsraten der durchgeführten Monotherapiestudien zeigte, dass Asenapin früh und über den untersuchten Zeitraum zu einer Remission der Symptomatik führt“, so Volz. Die Remissionsrate nach drei Wochen (YMRS-Gesamtwert ≤ 12, sek. Endpunkt) war mit 40,2% signifikant höher als unter Plazebo (22,3%) und ähnlich wie unter der Aktivkontrolle mit Olanzapin (39,4%). In der Verlängerung der beiden Monotherapie-Studien ARES-3A[4] und 3B verbesserte sich die YMRS weiterhin: Nach insgesamt neun Wochen waren in ARES-9[5] 75%, nach insgesamt 52 Wochen in ARES-40[6] 93,4% der Patienten unter Asenapin in Remission. Auch in der Kombinationstherapie mit Lithium und Valproat zeigte sich eine schnelle und anhaltende Wirksamkeit[7]. Nach dem CGI-Wert war dies sogar bereits an Tag 3 der Fall. Die klinischen Daten sind konsistent mit den von Volz gemachten Praxiserfahrungen, auch im Hinblick auf die von den Patienten so hoch bewertete Verträglichkeit. Bereits in den klinischen Sicherheitsdaten aus bis zu 52 Behandlungswochen mit Asenapin zeigte sich ein langfristig günstiges Profil. Eine klinisch bedeutsame Gewichtszunahme (≥ 7% des Körpergewichts) war unter Asenapin signifikant seltener aufgetreten als unter dem Olanzapin (19,9% vs. 37,6%)[5,6,8,9].

 

„Asenapin ist ein potenter Multirezeptor-Antagonist der sich durch den raschen Wirkeintritt, eine mit Olanzapin vergleichbare Wirksamkeit und gute Verträglichkeit auszeichnet“, fasste Volz seine Praxiserfahrungen zusammen. Es entspricht damit den Sichtweisen von Patienten und Arzt in der Therapie Bipolarer Störungen.

 

 

Anmerkungen

 

*  Quelle: Pressekonferenz der Lundbeck GmbH, "Ein Jahr Sycrest® bei Bipolar-I-Störungen“, Frankfurt 20.04.2012

** MADRS=Montgomery Asperg Depression Rating Scale, YMRS=Young Mania Rating Scale, CGI-BP=Clinical Global Impression –Bipolar

 

 

Literatur

 

  • [1] “BITS: BIpolare Therapie – Sichtweisen”, data on file
  • [2] Szegedi A et al., Effects of asenapine on depressive symptoms in patients with bipolar I disorder experiencing acute manic or mixed episodes: a post hoc analysis of two 3-week clinical trials. BMC Psychiatry 2011; 11:101
  • [3] McIntyre RS et al., A 3-week, randomized, placebo-controlled trial of asenapine in the treatment of acute mania in bipolar mania and mixed states. Bipolar Disord 2009; 11 (7): 673-686
  • [4] McIntyre RS et al., Asenapine in the treatment of acute mania in bipolar disorder: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. J Affect Disord 2010; 122: 27-38
  • [5] McIntyre RS et al., Asenapine versus olanzapine in acute mania: a doubleblind extension study. Bipolar Disord 2009; 11 (8): 815-826
  • [6] McIntyre RS et al., Asenapine for long-term treatment of bipolar disorder: a
  • double-blind 40-week extension study. J Affect Disord 2010; 126 (3): 358-365
  • [7] Szegedi A et al., Asenapine as adjunctive treatment for acute mania associated with bipolar disorder: Results of a 12-week core study and 40-week extension. J Clin Psychopharmacol 2012; 32: 46-55
  • [8] Calabrese JR et al., Asenapine as adjunctive treatment for bipolar mania: results of a placebo-controlled 12-week study and 40-week extension. Auf dem 62. Kongress "Institute on Psychiatric Services" der American Psychiatric
  • [9] Data on file

 

 

Über Sycrest®

 

Sycrest® ist ein Antipsychotikum, das seit dem 1. September 2010 in allen 27-EU-Ländern für die Behandlung mäßiger bis schwerer manischer Episoden einer Bipolar-I-Störung bei Erwachsenen zugelassen ist. Weitere Hinweise zur Verschreibung finden sich in der Fachinformation von Sycrest®. Sycrest® ist eine eingetragene Handelsmarke von N.V. Organon, einer Tochtergesellschaft der Firma Merck & Co., Inc., Whitehouse Station, N.J., U.S.A.

 

 

Über Lundbeck

 

Lundbeck ist ein international tätiges Pharmaunternehmen, das 1915 in Dänemark gegründet wurde und heute 5.900 Mitarbeiter in 57 Ländern beschäftigt. Der deutsche Firmensitz ist in Hamburg. Das „Unternehmen ZNS“ hat sich auf die Entwicklung und den Vertrieb innovativer Medikamente zur Behandlung von psychischen und neurologischen Erkrankungen spezialisiert.

 


 

Quelle: Pressekonferenz der Firma Lundbeck zum Thema "Ein Jahr Sycrest® bei Bipolar-I-Störungen“ am 20.04.2012 in Frankfurt am Main. (tB)

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