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Boceprevir Phase-II-Studie zeigt hohe dauerhafte Ansprechrate in 28- und 48-wöchigen Behandlungen von therapienaiven Genotyp 1 Hepatitis C-Patienten

 

  • Die Zwischenergebnisse der HCV SPRINT-1 Studie wurden auf dem diesjährigen Kongress der AASLD präsentiert
  • Aktuelle Phase III Studien zur Behandlung von therapienaiven Patienten und Patienten, die zuvor auf eine Therapie nicht angesprochen haben

 

München (22. Januar 2009) – Essex Pharma GmbH gibt heute bekannt, dass die geplante Interimsanalyse einer Phase II Studie zeigt, dass der HCV-Proteaseinhibitor Boceprevir in Kombination mit Peginterferon und Ribavirin die anhaltende virologische Ansprechrate (SVR) bei HCV Genotyp-1 Patienten nach 28 Therapiewochen deutlich steigerte und nach 48 Therapiewochen fast verdoppeln konnte, im Vergleich zur derzeitigen 48-wöchigen Standardtherapie mit Peginterferon und Ribavirin (Kontrollgruppe). Die Ergebnisse der HCV SPRINT-1 Studie mit 595 therapienaiven Patienten mit chronischer Hepatitis C (HCV) Genotyp 1 wurden auf dem 59. Kongress der amerikanischen Gesellschaft zum Studium der Lebererkrankungen (American Association for the Study of Liver Diseases (AASLD)) vorgestellt.(1)

 

Bei einer 48-wöchigen Behandlung mit Boceprevir lag die dauerhafte virologische Ansprechrate 12 Wochen nach Therapieende (SVR 12) bei Patienten, die vor der Zugabe von Boceprevir (800 mg TID) vier Wochen lang mit PegIntron® (Peginterferon alfa-2b) und REBETOL® (Ribavirin) behandelt worden waren (sog. Lead-in Phase mit P/R), bei 74 Prozent. Im Falle einer 28-wöchigen Boceprevir-Kombinationstherapie lag die SVR Rate 24 Wochen nach Therapieende (SVR 24) bei 56 Prozent bei Patienten, die eine Lead-in Therapie mit PegIntron®/REBETOL® erhalten hatten. In der Kontrollgruppe der Patienten, die 48 Wochen lang die Standardtherapie mit PegIntron® und REBETOL® erhielten (ITT), betrug die SVR 12 dagegen nur 38 Prozent.2-4 Interessanterweise konnte ein anhaltendes virologisches Ansprechen 12 oder 24 Wochen nach Therapieende (SVR 12 oder 24) basierend auf einem initialen raschen Therapieansprechen (Rapid Virological Response, RVR) bei Boceprevir Patienten in den Lead-in Armen besser vorhergesagt werden als bei Patienten, die keine einleitende Therapie mit PegIntron® und REBETOL® erhalten hatten. Außerdem brachen weniger Patienten in den Lead-in Armen die Therapie aufgrund eines viralen Breakthrough ab. Eine RVR liegt vor, wenn die Viruslast (HCV-RNA) im Plasma in oder vor der 4. Woche der Behandlung nicht messbar ist.

 

„Die hohen Ansprechraten, die in der Behandlung mit Boceprevir in dieser Studie beobachtet werden konnten, sind sehr bedeutend, insbesondere weil der Genotyp 1 die häufigste und am schwersten zu behandelnde Form von Hepatitis C darstellt,“ sagte Dr. med. Paul Kwo, Hepatologe an der Indiana University School of Medicine und Leiter der Studie. “Boceprevir zeichnete sich in der Studie durch gute Verträglichkeit bei den Patienten aus, während die 4-wöchige Lead-in Behandlung mit P/R vor Beginn der Boceprevir Therapie das Auftreten eines virologischen Breakthrough vermindern und deshalb die SVR in der 48-wöchigen Therapie verbessern könnte.“

 

Begründet liegt dies Lead-in Phase im Therapieschema in der Tatsache, dass sowohl PegIntron® als auch REBETOL® in der 4. Woche eine stabile Konzentration erreichen, und somit Patienten den Proteaseinhibitor erhalten, wenn die Konzentration der Hauptwirkstoffe ein Optimum erreicht hat. Außerdem ist das Immunsystem des Patienten zu dem Zeitpunkt, wenn Boceprevir gegeben wird, bereits durch PegIntron® aktiviert worden. Diese Methode kann somit die Zeitspanne, in der eine “funktionale Monotherapie” mit einem direkten Viruzid vorliegt, minimieren und möglicherweise die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung resistenter Mutanten reduzieren.

 

Sicherheitsdaten der Studie zeigten, dass die häufigsten unerwünschten Ereignisse, die in den Boceprevir Armen auftraten, Müdigkeit, Anämie, Übelkeit und Kopfschmerzen waren. Es traten keine vermehrten Hautirritationen (Ausschlag oder Juckreiz) in den Boceprevir Armen auf, im Vergleich zur Kontrollgruppe mit PegIntron® und REBETOL®.

 

Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen lagen zwischen 9 und 19 Prozent bei Patienten in den Boceprevir Studienarmen. Im Vergleich dazu lag die Abbruchrate in der Kontrollgruppe bei 8 Prozent. Bei Patienten, die mit Boceprevir behandelt wurden, war die Abbruchrate aufgrund eines virologischen Breakthrough geringer in den 28- und 48-wöchigen Studienarmen mit einleitender P/R Therapie (4 bzw. 5 Prozent) als in den Studienarmen ohne Lead-in Therapie mit P/R (7 bzw. 11 Prozent).

 

Zur HCV SPRINT-1 Studie

In dieser Phase II Studie, bekannt als HCV SPRINT-1 (HCV Serine Protease Inhibitor Therapy-1), wurde Boceprevir (800 mg TID) in drei Behandlungsformen evaluiert: eine 4-wöchige Behandlung mit PegIntron® (1,5 μg/kg einmal wöchentlich) und REBETOL® (800-1400 mg täglich, körpergewichtsadaptiert), anschließend zusätzliche Gabe von Boceprevir für 24 oder 44 Wochen (insgesamt 28 oder 48 Behandlungswochen); Boceprevir in Kombination mit PegIntron® und REBETOL® in oben angegebener Dosierung für 28 oder 48 Wochen, sowie, in einem weiteren Teil der Studie Boceprevir in Kombination mit PegIntron® und gering dosiertem  REBETOL® (400-1.000 mg täglich, körpergewichtsadaptiert) für 48 Wochen im Vergleich mit einer Kontrollgruppe, die ausschließlich mit PegIntron® (1,5 μg/kg einmal pro Woche) und REBETOL® (800-1.400 mg täglich, körpergewichtsadaptiert) 48 Wochen lang behandelt wurde (eine zugelassene Therapieform). Der primäre Endpunkt der Studie ist das dauerhafte virologische Ansprechen 24 Wochen nach Therapieende (SVR 24). Da es sich um eine noch andauernde Studie handelt, liegen die SVR 24 Raten der Patienten des 48-wöchigen Boceprevir-Arms oder des 48-wöchigen Kontrollarms der Studie noch nicht vor. Ebenso sind die SVR Raten und Ergebnisse des Boceprevir-Arms mit dem geringer dosierten REBETOL® noch nicht verfügbar.

 

 

Dauerhaftes virologisches Ansprechen (ITT)*

Therapie-Arm                            Alle Patienten

Kein P/R Lead-in 28 Wochen      55 % (59/107)

P/R Lead-in 28 Wochen             56 % (58/103)

Kein P/R Lead-in 48 Wochen      66 % (68/103)

P/R Lead-in 48 Wochen             74 % (76/103)

P/R Kontrolle 48 Wochen           38 % (39/104)

 

P/R Lead-in = PegIntron® und REBETOL® 4 Wochen lang vor der Zugabe von Boceprevir

P/R Kontrolle = PegIntron® und REBETOL®

* SVR 12 für die 48 Wochen Arme; SVR 24 für die 28 Wochen Arme (2,3,4)

 

 

In der Studie war die Vorhersagbarkeit des dauerhaften Ansprechens (SVR 12 oder 24) anhand des raschen virologischen Ansprechens (RVR) nach 28- oder 48-wöchiger Therapie mit Boceprevir größer bei Patienten in den Studienarmen mit vorgeschalteter Gabe von PegIntron® und REBETOL® (82 vs. 92 Prozent) im Vergleich zu den Studienarmen ohne P/R Lead-in Therapie (74 bzw. 82 Prozent).

 

Die HCV SPRINT-1 Studie wurde in den USA, Kanada und Europa durchgeführt. Von den 595 Patienten nahmen 77 Prozent in den USA teil. 16 Prozent der Patienten waren Afroamerikaner, 7 Prozent der Patienten wiesen eine Zirrhose auf.

 

 

Update zu den Boceprevir Phase III Studien

Der amerikanische Mutterkonzern von Essex Pharma führt gegenwärtig zwei großangelegte Phase III Studien zur Behandlung von Patienten mit chronischer Hepatitis C Genotyp 1 mit Boceprevir durch. Eine der Studien wird mit therapienaiven Patienten durchgeführt, die andere mit Patienten, die auf eine vorherige Therapie nicht angesprochen haben (Relapse-Patienten und Non-Responder). In beiden randomisierten, doppelblinden, plazebokontrollierten Studien wird die Wirksamkeit von Boceprevir in Kombination mit PegIntron® und REBETOL® im Vergleich zur Standardtherapie mit PegIntron® und REBETOL® untersucht.

 

HCV SPRINT-2 heißt die Studie mit den therapienaiven Patienten, und HCV RESPOND-2 ist die Studie mit Patienten, die auf eine vorangegangene Therapie nicht angesprochen haben. In beiden Studien werden mehr als 1400 teilnehmende Patienten in den USA und internationalen Studienzentren erwartet.

Bitte besuchen Sie auch www.clinicaltrials.gov, Suchbegriff Boceprevir, um mehr über diese

aktuellen Phase III Studien zu erfahren.

 

Essex Pharma GmbH

Essex Pharma ist die deutsche Niederlassung eines international tätigen, forschenden

Pharmaunternehmens mit Firmensitz in den USA.

Die Essex Pharma GmbH, München, produziert und vermarktet mit über 1.000 Mitarbeitern in

Deutschland eine breite Produktpalette innovativer Arzneimittel für den Humanbereich mit den

Schwerpunkten Allergologie, Dermatologie, Hepatologie, Herz-Kreislauf, Immunologie,

Mykologie, Onkologie und Pulmologie sowie für die Tiermedizin mit den Schwerpunkten

Impfstoffe, Antibiotika, NSAR, Antiparasitika. Weitere Informationen finden Sie unter www.essex.de

 

 

 

Anmerkungen

1) Kwo P, Lawitz E, McCone J, et al. Boceprevir Plus Peginterferon alfa-2b/Ribavirin for Treatment of Genotype 1 Chronic Hepatitis C in Previously Untreated Patients: Interim Results from the HCV SPRINT-1 Study. 59th American Association for the Study of Liver Diseases (AASLD) Annual Meeting; Oct. 31-Nov. 4, 2008, San Francisco, CA, USA; Poster No. LB16.

2) SVR, im Protokoll als primärer Wirksamkeitsendpunkt festgelegt, wird definiert als nicht nachweisbare Viruslast (HCV-RNA) in der 24. Woche nach Therapieende. Laut Protokoll gilt, dass bei Patienten, die nach 24 Wochen nicht untersucht wurden, die Ergebnisse der Untersuchung nach 12 Wochen verwendet werden.

3) SVR 12 wird definiert als nicht nachweisbare Viruslast (HCV-RNA) 12 Wochen nach Therapieende. Der im Protokoll festgelegte primäre Wirksamkeitsendpunkt der HCV SPRINT-1 Studie entspricht der oben beschriebenen Ansprechrate (SVR).

4) Intention-To-Treat-Analyse (ITT) betrifft hier alle Patienten, die mindestens eine Dosis einer der Studienwirkstoffe erhalten haben.

 


 

Quelle: Pressemitteilung der Firma Essex Pharma vom 22.01.2009 (pluspool).

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