Boehringer Ingelheim und Dresdener Forschungsinstitute vereinbaren gemeinsame Projekte im Bereich Diabetes

 

Ingelheim/Dresden (8. Juli 2008) – Das international tätige pharmazeutische Unternehmen Boehringer Ingelheim hat Forschungskooperationen mit der Medizinischen Fakultät der Technischen Universität (TU) Dresden und dem Max Planck Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) vereinbart.

Die Zusammenarbeit erstreckt sich auf das Gebiet der Diabetes Typ 2- Grundlagenforschung und wurde zunächst für zwei Jahre vereinbart. Die Identifizierung neuer Therapieansätze für die Behandlung von Typ 2-Diabetes steht dabei im Mittelpunkt. Dabei erhoffen sich die Partner, die hervorragende Grundlagenforschung der Dresdener Wissenschaftler mit der Expertise für Forschung und Entwicklung eines international tätigen Pharma-unternehmens zu bündeln. Das administrative Projektmanagement für die schutzrechtsbasierte komplexe Zusammenarbeit hat die SPVA-Sächsische PatentVerwertungsAgentur der GWT-TUD GmbH übernommen.

 

Aus den Forschungsarbeiten der Dresdener Arbeitsgruppe der Medizinischen Fakultät der TU Dresden über die Sekretion von Insulin aus Beta-Zellen der so genannten Langerhans’schen Inseln in der Bauchspeicheldrüse konnten bereits einige Patente angemeldet werden. Eine weitere Arbeitsgruppe widmet sich den menschlichen Fettzellen und deren Rolle bei Erkrankungen des Stoffwechsels und des Herz-Kreislauf-Systems.

 

In unmittelbarer Nachbarschaft der Medizinischen Fakultät der TU Dresden befindet sich das 1998 gegründete MPI-CBG. Dort beschäftigen sich unterschiedliche Arbeitsgruppen mit zellbiologischen Fragestellungen, darunter auch das Team von Prof. Dr. Eckhard Lammert, das an der Entstehung und Funktion von Insulin produzierenden Zellen arbeitet. Boehringer Ingelheim unterstützt seine Forschungsarbeiten, die unter anderem neue Regulationsmechanismen der Insulinfreisetzung aufdecken sollen.

 

"Diese Vereinbarung bündelt wissenschaftliche Exzellenz in Deutschland – eine Zusammenarbeit dieser Art über Instituts- oder Unternehmensgrenzen hinweg ist sicher nicht selbstverständlich, aber unerlässlich, um zu erreichen, dass Forschung in Deutschland Früchte trägt. Das geschieht nicht zuletzt im Sinne der Patienten, die davon einmal profitieren sollen", kommentierte Dr. Michel Pairet, Geschäftsführer Forschung der Boehringer Ingelheim Deutschland GmbH.

 

In Deutschland wird die Anzahl der Diabetiker derzeit auf mindestens fünf Millionen geschätzt, weltweit sterben jedes Jahr etwa 3,2 Millionen Menschen an den Folgen einer Diabeteserkrankung. Typ 2-Diabetiker erleben meist weitere gesundheitliche Komplikationen wie Fettsucht (Adipositas) und Bluthochdruck. Typ 2-Diabetes wird häufig noch fälschlicherweise als Altersdiabetes bezeichnetet, obwohl zunehmend auch jüngere Erwachsene und Jugendliche betroffen sind.

 

Dr. Ivan Baines, Director of Services and Facilities am MPI-CBG, sieht großen Nutzen für die Forschung und den Diabetiker "Eine solche Art der Zusammenarbeit zwischen Forschung mit Blick auf Medikamententwicklung und Forschung mit Blick auf grundlegende Zellprozesse bringt beide Seiten entscheidend voran. So wird Grundlagenforschung von Anfang an näher an mögliche therapeutische Anwendungen gebracht."

 

Anlässlich der Verleihung des Paul-Ehrlich und Ludwig Darmstaedter-Nachwuchspreises hat Eckhard Lammert in der Frankfurter Paulskirche in Anwesenheit des Bundespräsidenten die Wichtigkeit dieser Kollaboration hervorgehoben: "Eine Gemeinsamkeit zwischen Paul Ehrlich und mir ist das Ziel, mit unserer Forschung kranken Menschen zu helfen. Paul Ehrlich kooperierte dazu mit den Firmen Hoechst und Cassella. Ganz ähnlich haben auch meine Kollegen und ich gerade eine Zusammenarbeit mit einem Pharmaunternehmen, nämlich Boehringer Ingelheim, auf den Weg gebracht mit dem langfristigen Ziel, neue Medikamente zur Behandlung des Diabetes zu entwickeln."

Boehringer Ingelheim
Der Unternehmensverband Boehringer Ingelheim zählt weltweit zu den 20 führenden Pharmakonzernen. Mit Hauptsitz in Ingelheim, Deutschland, ist Boehringer Ingelheim weltweit mit 135 verbundenen Unternehmen in 47 Ländern tätig und beschäftigt insgesamt 39.800 Mitarbeiter. Die Schwerpunkte des 1885 gegründeten Unternehmens in Familienbesitz liegen in der Forschung, Entwicklung, Produktion sowie im Marketing neuer Produkte mit hohem therapeutischem Nutzen für die Humanmedizin sowie die Tiergesundheit.
Im Jahr 2007 erwirtschaftete Boehringer Ingelheim Gesamterlöse von 10,9 Milliarden Euro. Ein Fünftel der Umsätze aus dem größten Bereich verschreibungspflichtige Arzneimittel investierte das Unternehmen in die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente.

 

GWT-TUD GmbH und SPVA-SächsischePatentVerwertungsAgentur
Die GWT-TUD GmbH ist ein Dienstleistungsunternehmen auf dem Gebiet des Wissens- und Technologietransfers und übernimmt die Lösung konkreter Probleme und Fragestellungen aus der Forschung und Entwicklung für Kunden aus der Industrie, insbesondere für KMU.
Die temporäre Nutzung leistungsfähiger sowie interdisziplinärer Forscherteams der GWT durch unsere Kunden stärken deren eigene FuE-Kapazität bzw. unterstützen sie mittels erforderlicher Spezialkompetenzen bei eigenen Innovationsvorhaben, ohne eigene Ressourcen vorhalten bzw. erweitern zu müssen.
Die GWT-TUD GmbH ist ein Unternehmen der TUDAG-Gruppe, Technische Universität Dresden AG. Im Geschäftsjahr 2007 erwirtschaftete die GWT-TUD GmbH eine Gesamtleistung von 16,7 Mio. EUR.

Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik

MPI-CBG
Das MPI-CBG ist eines von 78 Instituten der Max-Planck-Gesellschaft, wurde 1998 gegründet und arbeitet seit Februar 2001 an seinem Standort in Dresden. An Modellorganismen wie der Fruchtfliege, dem Zebrafisch oder der Maus suchen derzeit 26 Arbeitsgruppen Erkenntnisse zu den grundlegenden Prozessen in der Zelle. Vielfach liefern die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung auch Anhaltspunkte für die Diagnose und Behandlung von Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder Alzheimer.
Das MPI-CBG hat dabei auch mit führenden Technologieanbietern auf vielen der behandelten Forschungsgebiete feste Partnerschaften aufgebaut, um Forschungsfragen auf dem neuesten Stand der Technik anzugehen und innovativen Lösungsansätze zu finden.


Quelle: Pressemitteilung der Firma Boehringer Ingelheim vom 08.07.2008.

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