Bore-out-Syndrom: Das Leiden, das keiner sieht

Wenn Langeweile zu Stress wird

 

München (28. Juli 2011) – Burn-out ist inzwischen fast jedem ein Begriff. Das Gegenstück, das Bore-out, kennt dagegen kaum jemand. Doch auch Langeweile, Unterforderung oder Desinteresse am Arbeitsplatz können Stress verursachen und den Betroffenen krank machen. Erkannt wird das Problem von außen selten. Denn um nicht negativ aufzufallen, werden Verhaltensstrategien entwickelt, die den Anschein erwecken, beschäftigt zu sein. Wie das Bore-out-Syndrom entsteht, welche Symptome darauf hinweisen und wie man einen gesunden Mittelweg finden kann, wissen die Experten von TÜV SÜD.

 

Zufrieden ist der, der es geschafft hat, eine Balance zwischen seinen Fähigkeiten und den an ihn herangetragenen Herausforderungen zu finden. Das ist in der heutigen Arbeitswelt oft schwierig und viele Beschäftigte klagen über Stress, Hektik und eine zu hohe Arbeitsbelastung. Der ein oder andere ist letztlich tatsächlich überlastet und steuert auf ein Burn-out-Syndrom zu. Doch auch Arbeitnehmer, die zuwenige Aufgaben haben, unterfordert sind oder sich nicht mit ihrem Job identifizieren können, leiden. Die wenigsten wollen zugeben, dass sie nichts zu tun haben. Schließlich macht das keinen guten Eindruck und der eigene Arbeitsplatz könnte in Gefahr sein. Die Strategien, diese Situation zu vertuschen, erzeugen schließlich den gleichen Stress wie eine Überlastung.

"Die Symptome eines Bore-outs unterscheiden sich kaum von denen eines Burn-outs", erklärt Diplom-Psychologin Kerstin Reviol, Leiterin der Arbeitspsychologie bei der TÜV SÜD Life Service GmbH. "Schlaflosigkeit, Magen-, Kopf- und Rückenschmerzen, Muskelzucken oder Tinitus können in beiden Fällen auftreten und zeigen, dass der Betroffene nicht im persönlichen Gleichgewicht ist. Daran zeigt sich, dass beide Situationen schädlich sind und sich sowohl auf den Arbeitnehmer als auch auf das Unternehmen negativ auswirken."

Eine Methode, die Zufriedenheit und Effizienz der Mitarbeiter zu verbessern und sicherzustellen, ist der BalanceCheck von TÜV SÜD. Hier werden in verschiedenen Themenbereichen mit beruflichem Kontext die aktuelle Situation und die Wunschsituation des Arbeitnehmers abgefragt und anschließend ausgewertet. So können das Verbesserungspotenzial aufgedeckt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Grundsätzlich ist es jedoch immer wichtig und hilfreich, eine offene Kommunikationskultur im Unternehmen zu haben. Wenn Arbeitnehmer Probleme oder Schwierigkeiten ansprechen können, ohne deswegen negativ beurteilt zu werden, lassen sich diese auch leichter und schneller lösen.


TÜV SÜD unterstützt Unternehmen in puncto Gesundheitsmanagement

Die TÜV SÜD Life Service GmbH betreut die Mitarbeiter von knapp 10.000 Unternehmen in Deutschland beim Arbeits- und Gesundheitsschutz und entwickelt individuelle Lösungen zum Umgang mit Stress, zur Förderung der Arbeitsmotivation, bei Suchtgefährdung sowie bei Über- oder Unterforderung. Das Ziel ist stets, Bedingungen am Arbeitsplatz zu schaffen, die die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter schützen. "Die Mitarbeiter honorieren dies durch bessere Leistungsfähigkeit. Kosten durch Arbeitsunfälle, einseitige Belastungen und Krankheiten helfen wir zu verringern und auch Leistungseinbrüche durch psychischen Stress oder Überforderung können unsere Experten durch ein durchdachtes Betriebliches Gesundheitsmanagement wirksam abfedern", erläutert Gabriele Sommer, Geschäftsführerin der TÜV SÜD Life Service GmbH.

Wussten Sie schon, dass…

… bei einer Umfrage in der Schweiz 10 Prozent der Befragten angaben, bei der Arbeit unterfordert zu sein?

 


 

Quelle: TÜV Süd, 28.07.2011 (tB).

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