Bundesrat macht gesetzlichen Weg frei für die Einführung von geriatrischen Institutsambulanzen

 

Berlin (9. Juli 2012) – Der Bundesverband Geriatrie begrüßt, dass der Bundesrat mit der Verabschiedung des sogenannten Psych-Entgeltgesetzes einer Ergänzung des SGB V zugestimmt hat, welche die Einführung von geriatrischen Institutsambulanzen ermöglicht. Damit wird eine langjährige politische Forderung des Bundesverbandes zur verbesserten fachspezifischen und strukturierten wohnortnahen Versorgung geriatrischer Patienten vom Gesetzgeber aufgegriffen und umgesetzt.

 

Der Deutsche Bundestag hatte bereits in seiner Sitzung am 14. Juni 2012 das sogenannte Psych-Entgeltgesetz verabschiedet. Dieses beinhaltet u.a. eine Ergänzung des SGB V um einen § 118a, welcher die Einführung von geriatrischen Institutsambulanzen rechtlich ermöglicht. Am vergangenen Freitag wurde im Bundesrat die letzte parlamentarische Hürde genommen, sodass die gesetzliche Regelung verabschiedet worden ist.

 

Der jetzt verabschiedete § 118a SGB V zielt auf eine bessere Versorgung derjenigen Patienten ab, die aufgrund ihrer geriatrie-typischen Multimorbidität einen dringenden Versorgungsbedarf haben, die aber aufgrund der Art und Komplexität ihrer Krankheitsverläufe mit den etablierten Versorgungsstrukturen derzeit nur eingeschränkt adäquat ambulant versorgt werden können.

 

Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Herr Veer machte diesbezüglich deutlich, dass es im Sinne einer gezielten fachlichen und vor allem wohnortnahen Versorgung betagter und hochbetagter Patienten ein wichtiges versorgungspolitisches Ziel ist, eine Versorgungsebene als direktes Bindeglied zwischen den niedergelassenen Ärzten und dem stationären Sektor zu etablieren. Die gesetzlichen Grundlagen seien jetzt gelegt worden. „Geriatrische Institutsambulanzen sind als Partner der niedergelassenen Ärzte zu sehen“ ergänzte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Herr van den Heuvel. „Sie sollen insbesondere den Hausärzten ein fachlicher Ansprechpartner sein und mit ihrer fachspezifischen Kompetenz temporär die fachliche Versorgung der geriatrischen Patienten ergänzen und unterstützen.“

 

Der Verband hätte sich noch etwas mehr Mut zur Verknüpfung der verschiedenen Versorgungssektoren gewünscht. So wäre es hinsichtlich einer flächendeckenden und wohnortnahen Versorgung sinnvoll gewesen, die fachärztliche Kompetenz der geriatrischen Rehaeinrichtungen und die in Sachsen-Anhalt bzw. Mecklenburg Vorpommern bereits eingeführten sogenannten "Schwerpunktpraxen" versorgungspolitisch in die gesetzliche Regelung mit einzubeziehen. Hier zeigten sich jedoch erneut die Probleme, die sich durch die starke Sektorierung des deutschen Gesundheitssystems ergeben. Die dadurch berührten Sektoren- als auch Budgetgrenzen hätten weiterführende gesetzliche Regelungen nach sich gezogen. Darüber hinaus hätte sich der Bundesverband für die Krankenhäuser eine vollständige Refinanzierung der Tarifsteigerungen in 2012 und den vollen Orientierungswert als Kostenindex zur Fortschreibung des Landesbasisfallwertes gewünscht. Leider wurde mit der jetzt beschlossenen Regelung eine Finanzierungslücke in den nächsten Jahren für die Krankenhäuser fortgeschrieben, so Veer.

 

Der Bundesverband wird gemeinsam mit den an der Versorgung der geriatrischen Patienten beteiligten Partner die konzeptionelle Ausgestaltung der neuen Versorgungsmöglichkeiten weiter gestalten und über seine Landesverbände die regionalen Geriatriekonzepte weiterentwickeln.

 


 

Quelle: Bundesverband Geriatrie e.V., 09.07.2012  (tB)

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