BVMed zur Welt-Kontinenz-Woche

„Qualitative und individuelle Versorgung der Betroffenen ist von großer Bedeutung“

Berlin (15. Juni 2020) — Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) weist zur Welt-Kontinenz-Woche (World Continence Week), die vom 15. bis zum 21. Juni 2020 stattfindet, auf die notwendige qualitätsgesicherte Versorgung von Patienten mit Inkontinenz hin. „Moderne Inkontinenz- und Stoma-Produkte sind für die Lebensqualität der betroffenen Menschen von enormer Bedeutung. Geschulte Versorgungsspezialisten der Homecare-Unternehmen unterstützen bei der Auswahl des richtigen Produkts, beraten, weisen ein und stehen bei Komplikationen zur Verfügung“, so BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Wichtig sei, dass jeder Betroffene zur Diagnostik und einer eventuellen Verordnung von Inkontinenzprodukten zum Arzt gehe. Ausführliche Informationen zur Inkontinenz, zur Versorgungssituation und zu Qualitätsanforderungen gibt der BVMed in einer aktuellen Broschüre unter www.bvmed.de/inko-broschuere.

Inkontinenz hat verschiedene Ursachen, sie tritt in unterschiedlichen Formen und Schweregraden auf. Eines ist jedoch allen Ausprägungen gemein: Inkontinenz schränkt die Lebensqualität Betroffener in hohem Maße ein. Neben den rein praktischen Herausforderungen, die Patienten täglich meistern müssen, wie zum Beispiel im öffentlichen Raum eine geeignete und geöffnete Toilette zu finden, spielt stets die Angst vor der Wahrnehmung durch das Umfeld mit. Viele Betroffene ziehen sich zurück und fühlen sich zunehmend isoliert. „Umso wichtiger ist es, dass Betroffene eine Inkontinenzversorgung erhalten, die qualitativ und quantitativ auf den individuellen Bedarf zugeschnitten ist“, erklärt der BVMed.

Eine große Verantwortung kommt dabei den Pflegekräften als Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in der stationären und häuslichen Pflege sowie bei Homecare-Unternehmen zu. Menschen, die dabei an ihre Grenzen gehen, um Inkontinenz-Patienten – genauso wie allen anderen Patienten – jeden Tag ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Die COVID-19-Pandemie stellt hier eine zusätzliche enorme Herausforderung dar. Pflegende nehmen aus Überzeugung und Berufung große Opfer auf sich. So sollte erst recht in dieser Zeit genau diesen Menschen – Angehörigen der Gesundheitsberufe und Schlüsselkräfte – für ihre Arbeit große Anerkennung gewidmet werden. Sie kümmern sich auch in dieser außergewöhnlich belastenden Zeit weiterhin um die Menschen, die mit Inkontinenz leben.

Die Welt-Kontinenz-Woche wurde von der International Continence Society (ICS) als jährliche Initiative ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für Inkontinenzprobleme zu schärfen. In Deutschland sind rund 5 Millionen Menschen von Inkontinenz betroffen, manche Schätzungen sprechen von bis zu 9 Millionen Menschen.

Für jede Form der Inkontinenz gibt es geeignete Therapien. Moderne saugende und ableitende Inkontinenz-Produkte, die bequem, unauffällig und sicher in allen Lebenslagen schützen, oder operative Verfahren.

In Deutschland gibt es zudem rund 160.000 Menschen mit einem künstlichen Darm- oder Blasenausgang (Stoma). Da jedes Stoma individuell ist und sich ständig verändert, ist die Versorgung der Patienten besonders dienstleistungsintensiv.

Inkontinenz ist eine anerkannte Krankheit der WHO und kann als Folge von verschiedenen Grunderkrankungen auftreten. Sie fällt damit in die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen. Die Betroffenen haben daher einen Anspruch gegenüber ihrer Krankenkasse auf eine aufzahlungsfreie, individuelle, medizinisch notwendige Versorgung mit Inkontinenzhilfen – in Qualität und Quantität – sowie auf die zugehörige Dienstleistung.

Inkontinenz betrifft viele unterschiedliche Menschen, Patientenprofile und Altersgruppen. Falls den Betroffenen keine adäquate Versorgung zur Verfügung gestellt wird, fällt die Teilhabe am sozialen Leben schwer. Eine ungeeignete oder unzureichende Versorgung mit Inkontinenzprodukten erschwert somit auch die Pflege von inkontinenten Personen. Die passende Hilfsmittelversorgung entlastet hingegen Pflegekräfte, so der BVMed.

 

 


Quelle: Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), 12.06.2020 (tB).

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