Bundesministerium für Gesundheit

Caspers-Merk zum GEK-Arzneimittelreport: „Voraussetzung für besseres Versorgungsmanagement“

 

Berlin (24. Juni 2008) –  Anlässlich der Vorstellung des Arzneimittelreports 2008 der Gmünder Ersatzkasse (GEK) erklärt die Parlamentarische Staatssekretärin Marion Caspers-Merk: „Wer bekommt in Deutschland welche Arzneimittel verschrieben? Der Arzneimittelreport der Gmünder Ersatzkasse gibt hier detaillierte Antworten. Eine Reihe von Resultaten finde ich besonders beeindruckend.

 

Erstens: Es gibt eine hohe Konzentration der Arzneimittelausgaben auf einen vergleichsweise kleinen Teil der Versicherten. 80 % der Ausgaben entfallen auf weniger als 20 % der Versicherten. Gezieltes Versorgungs-Management kann hier große Erfolge erzielen, wenn es sich an den Bedürfnissen der chronisch kranken Versicherten orientiert.

Zweitens: Erfreulich ist die Tatsache, dass patentgeschützte Me-Too-Arzneimittel seit ihrer Einbeziehung in die Festbeträge nicht mehr weiter die Kosten treiben – auch wenn ihr Anteil immer noch relativ hoch ist. Die Trendumkehr ist aber geschafft.

Drittens: Die Ausgaben für Präparate gegen das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) sind besonders stark gestiegen. In der Altersgruppe der 11- bis 14-Jährigen liegen diese Präparate (Methylphenidat) jetzt an der Spitze – noch vor Arzneimitteln gegen Erkältung, zur Fiebersenkung und Schmerzlinderung. Diese Entwicklung muss im Auge behalten werden. Ich begrüße deshalb auch das vor kurzem präsentierte Behandlungsprogramm der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, das für die von ADHS betroffenen Kinder zunächst eine Behandlung ohne Medikamente vorsieht.“

Der Report zeige, dass bei voller Einhaltung des Datenschutzes ein Gesamtbild über die ärztliche Behandlung und die Verordnungen von Arzneimitteln möglich ist, so Caspers Merk: „Der Arzneimittelreport sollte eine Vorbild für alle Krankenversicherungen in Deutschland sein. Die Spitzenverbände der Krankenkassen haben jahrelang die Einrichtung der Arbeitsgemeinschaft für Datentransparenz verschleppt. Ich fordere den neuen Spitzenverbund Bund auf, diesen gesetzlichen Auftrag nun endlich umzusetzen. Diese Daten werden dringend gebraucht als Informationsgrundlage für eine bessere und wirtschaftlichere Versorgung der Patientinnen und Patienten.“


Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) vom 24.06.2008.

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