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CED und ihre Behandlung

Neue Ziele und Strategien bei schweren Verläufen

 

Hamburg (17. Dezember 2010) – Aktuelle Studien zeigen, wie sich die Therapie chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (CED) weiter optimieren lässt. So haben Patienten eine bessere Langzeitprognose, wenn effektive Präparate früh im Krankheitsverlauf zum Einsatz kommen und die Mukosa geheilt werden kann. Der TNFa-Antikörper Infliximab (Remicade®) hat sich in dieser Hinsicht als gut wirksam und verträglich erwiesen.

 

 

Morbus Crohn: Schwere Verläufe bald nur noch Vergangenheit?

 

„Die kürzlich erschienene SONIC-Studie belegt, dass der frühe Einsatz von Infliximab bei vielen Patienten mit Morbus Crohn zu einer steroidfreien Remission und einer mukosalen Heilung führt“, sagte Privatdozent Dr. Andrea Pace, Hamburg. Dabei erwies sich Infliximab allein und in Kombination mit Azathioprin einer Azathioprin-Monotherapie als signifikant überlegen.(1)

 

Pace zufolge konnte nun auch bei Kindern die Überlegenheit einer frühen Infliximab-Therapie beobachtet werden. In einer Studie hatten 29 pädiatrische Patienten Infliximab entweder im Rahmen eines Step-up- oder eines Top-down-Schemas erhalten. „Acht Wochen beziehungsweise ein Jahr nach Beginn der Infliximab-Behandlung waren in der Top-down-Gruppe mit 88,9 versus 27,3 Prozent bezie­hungs­weise mit 83,3 versus 45,5 Prozent erheblich mehr Patienten in Remission“, sagte Pace.(2)

 

Auch der Stellenwert der Mukosaheilung wird aktuell einmal mehr bestätigt. „So hatten Patienten, die nach zwölfwöchiger Anti-TNF-Therapie mit Adalimumab eine klinische und mukosale Remission erreichten, einen deutlich besseren Verlauf als Patienten ohne eine derart frühe Remission“, sagte Pace.(3) In einer etwas älteren Studie benötigten Patienten im Krankheitsverlauf weniger chirurgische Interven­tionen, wenn sie zuvor unter Infliximab eine Mukosaheilung erreicht hatten.(4)

 

Weitere Daten zum Langzeitverlauf unter Infliximab liefert eine retrospektive Studie mit 91 Patienten, die mindestens zwei Jahre behandelt worden waren. Demnach führte die Infliximab-Therapie auch noch nach drei Jahren zu einem signifikanten Rückgang der Krankheitsaktivität.(5) Darüber hinaus verwies Pace auf eine Sub­analyse der STORI-Studie, die den Verlauf nach Absetzen von Infliximab unter fortgeführ­ter Immunsuppression untersuchte. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Infliximab-Reexposition auch nach längeren Pausen sicher und wirksam war“, sagte Pace.(6)

 

Schließlich unterstreichen Pace zufolge immer mehr Daten den Stellenwert der Tal­spiegelmessung für das Therapiemonitoring. Dazu zitierte er eine Studie, in der bei Patienten mit Wirkverlust die Infliximab-Dosis gesteigert wurde. „Mehr als die Hälfte der Patienten sprachen auf die Dosisoptimierung an, wobei der Effekt mit einer Er­höhung der Talspiegel korrelierte“, so Pace.(7)

 

 

Colitis ulcerosa: Verlaufsprognosen rücken in greifbare Nähe

 

Ganz ähnliche Entwicklungen zeichnen sich auch für die Behandlung der Colitis ulcerosa ab. Professor Dr. Torsten Kucharzik, Lüneburg, verwies darauf, dass sich in den vergangenen Jahren das Konzept der akzelerierten Stufentherapie durchgesetzt habe. „Dabei werden Patienten bereits nach dem ersten oder zweiten Rezidiv unter einer Steroidtherapie mit einem Immunsuppressivum behandelt.“ Für refraktäre Ver­läufe stehe unter anderem Infliximab zur Verfügung.

 

Um jene Patienten zu identifizieren, die von einer frühzeitig intensiven Therapie besonders profitieren, entwickelten Cvancarova et al. ein Prädiktionsmodell. „Damit lässt sich der Verlauf, insbesondere das Kolektomierisiko 10 Jahre nach Diagnosestellung, bereits zum Zeitpunkt der Diagnose mit 90-prozentiger Wahr­scheinlichkeit vorhersagen“, erläuterte Kucharzik. Prädiktoren, die in das Modell eingehen, sind Alter und Geschlecht, Ausmaß der Erkrankung, diverse Entzün­dungs­parameter, Hämoglobinwert, Nikotinkonsum, Gewichtsverlust, Fieber und Steroidbedarf.(8)

 

Auch die Mukosaheilung erwies sich einmal mehr als wertvoller Prädiktor. „So ist das Kolektomierisiko nach einem Jahr signifikant geringer, wenn Patienten in Woche 8 eine geheilte Mukosa haben“, sagte Kucharzik.(9)

Werden Patienten mit Infliximab behandelt, lasse sich das Ansprechen anhand der Serum-Talspiegel einschätzen.(10) Demnach begünstigen nachweisbare Talspiegel eine klinische Remission sowie eine endoskopische Verbesserung und reduzieren das Kolektomie­risiko. Nicht nachweis­bare Talspiegel gehen dagegen mit einem weniger günstigen Verlauf einher.

 

 

Ergebnisse in der Praxis besser als in Studien

 

Abschließend präsentierte Kucharzik eine Untersuchung, die Gastroenterologen sehr freuen dürfte. Sie zeigt nämlich, dass sowohl Morbus-Crohn- als auch Colitis-ulcerosa-Patienten unter Praxisbedingungen besser auf Therapieregimes mit Biolo­gics ansprachen als in klinischen Studien.(11)

 

 

Über Infliximab (REMICADE®)

 

Infliximab ist unter bestimmten Voraussetzungen zur Therapie von Erwachsenen mit luminalem und fistulierendem Morbus Crohn und mit Colitis ulcerosa sowie von Kin­dern und Jugendlichen ab 6 Jahre mit Morbus Crohn zugelassen. Häufige Neben­­­wir­kungen der Therapie sind u. a. Virusinfektionen, Serumkrankheit-ähnliche Reaktionen sowie Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit. Detaillierte Informationen zu den Nebenwirkungen sind der Fachinformation zu entnehmen.

 

 

Über MSD

 

MSD gehört zu Merck & Co., Inc., mit Sitz in Whitehouse Station, N.J. (USA), einem global führenden Gesundheitsunternehmen. Mit seinen verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, Impfstoffen, Biologika, Präparaten zur Selbstmedikation und für die Tiergesundheit in verschiedenen Therapiebereichen, bietet MSD in mehr als 140 Ländern umfassende und innovative Lösungen für Gesundheit. Ein besonderes Anliegen von MSD ist darüber hinaus die Verbesserung der weltweiten Gesundheitsversorgung und der verbesserte Zugang zu Medikamenten. Dafür engagiert sich MSD in weitreichenden Gesundheitsprogrammen und Partnerschaften.

 

 

Literatur

  1. Colombel JF et al. NEJM 2010; 362: 1383-95
  2. Lee JS et al. UEGW 2010; Abstract P1186
  3. Colombel JF et al. UEGW 2010; Abstract OP371
  4. Schnitzler F et al. Inflamm Bowel Dis. 2009; 15(9): 1295-301
  5. Privitera A et al. UEGW 2010; Abstract P0424
  6. Louis E et al., UEGW 2010; Abstract P0963
  7. Vermeire S et al. UEGW 2010; Abstract OP373
  8. Cvancarova M et al. UEGW 2010; Abstract OP161
  9. Colombel JF et al. UEGW 2010; Abstract P1511
  10. Seow CH et al. Gut 2010; 59: 49-54
  11. Khorrami S et al. UEGW 2010; Abstract P0953

 

Download

 

PD Dr. med. Andrea Pace: “Therapeutische Strategien bei Morbus Crohn: Status quo, Leitlinien und Trends“
Abstract: Abstract_Dr.Pace.pdf Abstract_Dr.Pace.pdf (88.87 KB)
Folien:     Keyslides_Dr.Pace.pdf Keyslides_Dr.Pace.pdf (392.04 KB)

 

Prof. Dr. med. Torsten Kucharzik: „Aktuelle Daten und Perspektiven bei Colitis ulcerosa: Ein Update“
Abstract: Abstract_Prof.Kucharzik.pdf Abstract_Prof.Kucharzik.pdf (86.68 KB)
Folien:     Keyslides_Prof.Kucharzik.pdf Keyslides_Prof.Kucharzik.pdf (1.21 MB)

 

 


Quelle: Post-UEGW Pressegespräch der Firma Essex Pharma/MSD zum Thema „Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen – eine Nachlese zur UEGW 2010“ am 17.12.2010 in Hamburg (tB).

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