Charta im Rahmen der Initiative „Leben hat Gewicht – Gemeinsam gegen Schlankheitswahn“

 

Berlin (11. Juli 2008) –  Heute haben in Berlin die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und Vertreter der deutschen Textil- und Modebranche die Nationale Charta der deutschen Textil- und Modebranche im Rahmen der „Initiative Leben hat Gewicht“ unterzeichnet. Mit dieser Selbstverpflichtung soll die Öffentlichkeit für ein gesundes Körperbild sensibilisiert und einem extremen Schlankheitsideal entgegengetreten werden.

 

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: „Der heutige Tag setzt ein Zeichen im Kampf gegen gesundheitsschädlichen Schlankheitswahn. Die Nationale Charta der Textil- und Modebranche ist ein Meilenstein. Drei große Verbände und ein Messeveranstalter der Modeindustrie setzen damit ein deutliches Signal gegen ein unnatürliches und ungesundes Körperbild. Viele, gerade junge Menschen in der Pubertät, leiden unter dem Gefühl, nicht dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen. Wenn ‚dünn sein‘ aber zur Maxime wird, wenn der Eindruck entsteht: Du musst so aussehen wie …! – dann ist das gefährlich. Oft trägt das sogar zu krankhaften Essstörungen bei. Mit der Charta zeigt die deutsche Mode- und Textilbranche, dass sie zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung steht. Ich freue mich sehr, dass nicht nur Willensbekundungen, sondern ganz konkrete Empfehlungen enthalten sind. Ich lade alle Verbände und Unternehmen der Textil- und Modebranche ein, sich an der gemeinsamen Aktion zu beteiligen und ebenfalls die Charta zu unterzeichnen. Leben hat Gewicht – gemeinsam sind wir stark!“

Die Vertreterinnen und Vertreter der Mode- und Textilbranche werden mit vereinten Kräften die Initiative unterstützen und sehen die Charta als ihr Instrument gegen den Schlankheitswahn.

Frank Hartmann, Geschäftsführer Igedo Company: „Mit jeder einzelnen Unterschrift setzt die deutsche Modebranche in den kommenden Monaten ein klares Zeichen. Mit der Charta bekennen sich alle Unterzeichnerinnen und Unterzeichner zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in einem internationalen Geschäft. Ziel ist es, einen Prozess des Umdenkens bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in
Bezug auf geltende Schönheitsideale in Gang zu setzen. Je mehr Akteurinnen und Akteure aus unserer Branche „Leben hat Gewicht“ unterstützen, desto besser. Wir müssen und wir wollen hier mit gutem Beispiel vorangehen.“

Marc Voss, Präsidiumsmitglied GermanFashion Modeverband Deutschland: „Wir sind uns der gesellschaftlichen Verantwortung unserer Branche bewusst. Insbesondere junge Menschen orientieren sich an den Inszenierungen unserer Mode in den Anzeigenkampagnen und auf den Laufstegen. Deshalb engagiert sich die deutsche Modeindustrie für die Vermittlung eines gesunden Körperbewusstseins. Wir wollen keine falschen Leitbilder, die suggerieren, übertriebene Schlankheit sei schön und erstrebenswert.“

Gerd Müller-Thomkins, Geschäftsführer Deutsches Mode Institut: „Seit vielen Jahren präsentiert sich über unsere Arbeit das Bild einer modernen und bewussten Weiblichkeit. Gerade in jüngster Zeit kommunizieren wir ein zeitgeistig – offenkundig überaus selbstbewusstes Frauenbild, welches die sich wandelnde Formensprache des eigenen Körpers zunehmend akzeptiert. Dabei ist es eine unserer hervorra-genden Aufgaben, das aktuell modische Styling auf die real existierenden Größenverhältnisse in der weiblichen Bevölkerung zu übertragen. Wir sehen uns einem realistischen Frauenbild verpflichtet. Dieser Verantwortung tragen wir in unseren Präsentationen und Publikationen Rechnung. Deshalb ist es für uns auch eine Selbstverständlichkeit, sich zu diesem Handeln über die vorliegende Charta auch öffentlich zu verpflichten.“

Thorsten Fuhrberg, Vorstandsmitglied VELMA (Verband lizenzierter Modellagenturen): „Der VELMA steht voll hinter der Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit, weil mit der Unterzeichnung der Charta der Bevölkerung unmissverständlich signalisiert werden kann, dass die wichtigsten Verbände im Mode- und Modelbusiness sich zu der gesellschaftspolitischen Verantwortung bekennen, wenn es um die Gesundheit von jungen Menschen geht. Diese Charta ist zugleich eine Verpflichtung für die Modelagenturen, zukünftig noch stärker darauf zu achten, dass ein durch Essstörungen erzeugtes krankhaftes Aussehen kein Ideal sein kann. Der VELMA würde sich wünschen, wenn insbesondere auch die Medien sich dieser Verantwortung stärker bewusst wären, denn dann würde diesen vermeintlichen Vorbildern die publizistische Grundlage entzogen.“

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hat im Dezember 2007 gemeinsam mit den Bundesministerinnen Ursula von der Leyen und Annette Schavan die Initiative „Leben hat Gewicht – gemeinsam gegen den Schlankheitswahn“ angestoßen. Als erste konkrete Vereinbarung ist die Charta mit der Textil- und Modebranche wesentlicher Bestandteil im Kampf gegen gesundheitsgefährdenden Schlankheitswahn.

Weitere Informationen zur Initiative „Leben hat Gewicht“ und die Nationale Charta finden Sie auf den Internetseiten des BMG unter: www.leben-hat-gewicht.de


Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) vom 11. Juli 2008.

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