Neue Maßstäbe in der Lymphomtherapie

Chemoimmuntherapie mit Rituximab: Standard bei der CLL sowie beim aggressiven und follikulären NHL

 

Mannheim (2. Oktober 2009) – Der monoklonale Antikörper Rituximab (MabThera®) hat die Therapie der Lymphome revolutioniert. Seit seiner Erstzulassung vor 11 Jahren ist Rituximab aus der Lymphomtherapie nicht mehr wegzudenken und inzwischen zur Standardtherapie bei der Behandlung aggressiver und follikulärer Lymphome sowie der chronisch-lymphatischen Leukämie geworden. Wo früher wenig Hoffnung für Patienten bestand, sind heute Verlängerung des progressionsfreien Überlebens, krankheitsfreies Überleben und Heilung etablierte Therapieziele in der Behandlung von Lymphompatienten. Bei Patienten mit aggressivem Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) erhöht Rituximab die Heilungs­chancen. Immer mehr Patienten mit follikulärem NHL leben mit ihrer Krankheit länger und bei Patienten mit chronisch-lymphatischer Leukämie (CLL) verlängert eine Chemoimmuntherapie mit Rituximab das progressionsfreie Überleben deutlich. Therapieziele, die noch vor Jahren unmöglich erschienen, gehören heute zur Realität und halten Einzug in den klinischen Alltag.

 

 

CLL: Verlängerung des progressionsfreien Überlebens


 

Mit der jüngsten europäischen Zulassung im September 2009 können Ärzte Rituximab nun auch in Kombination mit jeder Chemotherapie bei Patienten mit rezidivierter oder refraktärer CLL einsetzen. Die Daten der internationalen REACH-Studie als Basis der Zulassung zeigen eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens um 10 Monate unter der Dreifachkombination Fludarabin/Cyclophosphamid plus Rituximab (FCR) gegenüber alleiniger Chemotherapie Fludarabin/Cyclophosphamid (FC). Die Rate der kompletten Remissionen konnte mit 24 Prozent im Rituximab-Arm gegenüber 13 Prozent in der Kontrollgruppe nahezu verdoppelt werden (p=0,0007).1 Die Ansprechraten machen deutlich, dass der Antikörper Rituximab die Wirksamkeit einer Chemotherapie steigern kann und sich die Therapieziele verschieben. „Das traditionell mit der Behandlung erstrebte Therapieziel Palliation ist um Remission und Überleben erweitert worden – und das sowohl für die Rezidiv- als auch für die Erstlinientherapie der CLL“, so Professor Dr. Michael Hallek.

 

Seit Anfang dieses Jahres zählt die Chemmoimmuntherapie mit Rituximab bereits zum Standard in der Behandlung unvorbehandelter Patienten mit CLL. Zur Zulassung von Rituximab in Kombination mit jeder Chemotherapie im Februar 2009 führten die Ergebnisse der CLL8-Studie. Das FCR-Regime verlängerte hier das progressionsfreie Überleben um 10,5 Monate – der primäre Endpunkt der Studie – gegenüber dem FC-Regime, und verdoppelte nahezu die Rate der kompletten Remissionen von 22,9 Prozent unter FC versus 44,5 Prozent unter FCR. 1


 

Individuelle Chemotherapiewahl plus Rituximab

 

Die Zulassung von Rituximab mit jeder Chemotherapie ermöglicht es den Ärzten, die CLL-Behandlung an den Gesundheitszustand des Patienten anzupassen, indem sie zwischen Dreifach- oder Zweifachkombinationen wählen oder die Dosis der Chemotherapie reduzieren können. In der Erstlinien- und Rezidivtherapie der CLL wird eine Dosierung von 375 mg/m2 Körperoberfläche im ersten Zyklus, gefolgt von 500 mg/m2 Körperoberfläche in den Zyklen zwei bis sechs empfohlen.

 

 

Verlängerung des Überlebens beim follikulären NHL

 

Für eine Erstlinientherapie von Patienten mit follikulärem NHL beträgt die Dosierung von Rituximab 375 mg/m2 Körper­oberfläche pro Zyklus über acht Zyklen. In dieser Indikation ist Rituximab in Kombination mit jeder Chemotherapie seit Januar 2008 zugelassen (in Kombination mit einer CVP-Chemotherapie schon seit August 2004). Beim follikulären NHL verlängert Rituximab plus Chemotherapie nicht nur das krankheitsfreie Intervall, sondern signifikant auch die Überlebenszeit.2 „Als größter Paradigmenwechsel der letzten Jahre lässt sich festhalten, dass die Verlängerung des Gesamtüberlebens der Patienten zum etablierten Therapieziel geworden ist“, so Professor Dr. Wolfgang Hiddemann. Dies gilt sowohl für Patienten mit einem rezidiviertem oder refraktärem follikulären NHL als auch für die Erhaltungstherapie.

 


Chance auf Heilung mit dem Antikörper Rituximab

 

„Wir können davon ausgehen, dass heute – über alle Subgruppen gemittelt – nur noch halb so viele Patienten an ihrem aggressiven Lymphom sterben wie noch vor zehn Jahren“, so Professor Dr. Michael Pfreundschuh. Seit März 2002 ist Rituximab in Kombination mit CHOP-Chemotherapie in dieser Indikation zugelassen. Eine Kombination aus Rituximab und der CHOP-Chemotherapie erreichte die bislang höchsten Heilungsraten, die jemals in dieser Indikation dokumentiert wurden.3

 

 

Quelle

 

  1. Hallek M et al. 50th ASH Annual Meeting, San Francisco, 6.-9. Dezember 2008; Abstr. #325
  2. Herold et al. Rituximab added to first-line mitoxantrone, clorambucil, and prednisolone chemotherapy followed by interferon maintenance prolongs survival in patients with advanced follicular lymphoma: an East German Study Group Hematology and Oncology Study. J Clin Oncol. 2007; 25: 1986-1992.
  3. Pfreundschuh M et al. Six vs. eight cycles of bi-Weekly CHOP-14 with or without rituximab for elderly patients with diffuse large B-Cell lymphoma (DLBCL): results of the completed RICOVER-60 trial of the German High-Grade Non-Hodgkin Lymphoma Study Group (DSHNHL). Blood 2006; 107: 205.

 


 

Quelle: Symposium der Firma Roche Pharma zum Thema „Neue Maßstäbe in der Lymphomtherapie“ anlässlich der diesjährigen gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie am 02.10.2009 in Mannheim (3K-Agentur für Kommunikation).

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