Chronisch transfundierte Patienten profitieren von Exjade® (Deferasirox):

Bedeutende Studie belegt signifikante Reduktion der organschädigenden Eisenüberladung

 

  • EPIC-Studie belegt signifikante Reduktion der Eisenintoxikation bei Patienten mit myelodysplastischen Syndromen (MDS)[i] sowie Entfernung des Eisens aus dem Herzen bei kardialer Eisenüberladung bei ß-Thalassämie-Patienten[ii]
  • Die Ergebnisse sind Teil der weltweit größten prospektiven Studie zur Eisenchelation mit über 1.700 Patienten mit verschiedenen transfusionsabhängigen Anämien
  • Aktuelle Konsensusrichtlinien empfehlen eine Chelattherapie in Abhängigkeit von der Transfusionshäufigkeit bei Serumferritinwerten ab 1.000 ng/ml

 

Frankfurt am Main (15. Januar 2009) — Neue Daten aus der größten prospektiven Studie zur Eisen­chelation EPIC (Efficacy and Safety of Deferasirox (Exjade) in Patients With Transfusion-Dependent Anemias) zeigen die Wirksamkeit und Sicherheit von Exjade® (Deferasirox) bei der Behandlung chronischer transfusionsbedingter Eisenüberladung. Chronische Eisenüberladung ist ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand bei Patienten, die im Rahmen der Behandlung unterschiedlicher zugrunde liegender Anämien wie myelodysplastischen Syndromen (MDS) und der β-Thalassämie mehrere Bluttransfusionen erhalten haben. Aktuelle Arbeiten zur EPIC-Studie wurden im Dezember 2008 im Rahmen der 50. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) in San Francisco, Kalifornien, USA, vorgestellt.

 

Eisenintoxikation kann zu permanenten Schädigungen der Leber[iii],[iv], des Herzens[v],[vi],[vii],[viii] und der endokrinen Organe[ix] führen, was ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende gesundheitliche Probleme und einen vorzeitigen Tod zur Folge hat.[x] Frühere Studien mit transfusionsabhän­gigen MDS-Patienten haben gezeigt, dass erhöhte Serumferritinspiegel mit einem verkürzten Gesamtüberleben assoziiert sind.8,[xi]

 

MDS-Patienten profitieren von signifikanter Reduktion der Eisenintoxikation

Die prospektiv geplante Subgruppenanalyse der EPIC-Studie schloss 341 Patienten mit transfusionsabhängigen MDS ein; nur 51,4 % der Patienten hatten zuvor eine Chelattherapie (v.a. Deferoxamin) erhalten. Von diesen 341 Patienten hatten 174 ein Jahr komplettiert. Es wurden Patienten in die Studie eingeschlossen, die zu Beginn der Studie einen Serumferritin­spiegel von > 1.000 ng/ml oder – bei einem Serumferritinspiegel von unter 1.000 ng/ml – zuvor multiple Transfusionen erhalten (>20 Transfusionen oder 100 ml/kg roter Blutkörper­chen) hatten. Nach einem Jahr wurde bei den 174 ausgewerteten Patienten eine signifikante Reduktion des medianen Serumferritins von –253,0 ng/mL erreicht (p=0,0019). Die Senkung der Serumferritinwerte war abhängig von der Dauer der Exjade-Therapie. Damit zeigt Exjade eine wirksame Reduktion der transfusionsbedingten Eisenintoxikation bei MDS1.

 

Nur bei 13 % der 341 Patienten wurde die Therapie aufgrund unerwünschter Ereignisse in Zusammenhang mit Exjade unterbrochen. Insgesamt 175 Patienten (52 %) haben die Therapie laut Studienprotokoll beendet.

 

„Viele MDS-Patienten erhalten regelmäßige Bluttransfusionen als Teil ihrer laufenden Behandlung, wodurch sie dem Risiko einer Eisenüberladung ausgesetzt sind,” sagte Prof. Dr. Norbert Gattermann, Klinik für Hämatologie, Onkologie und klinische Immunologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. „Diese Studie, die eine größere Anzahl von MDS-Patienten einschließt als jede andere Studie zur Eisenchelation, zeigt, dass Deferasirox die Eisenmenge im Körper effektiv reduzieren kann und im Allgemeinen gut vertragen wird, wenn es in der Behandlung dieser Patienten angemessen eingesetzt wird.“

 

„Die Daten der EPIC-Studie liefern einen eindrucksvollen Beleg für die Wirksamkeit von Deferasirox bei Patienten mit transfusionsbedingter Eisenüberladung, wie beispielsweise myelodysplastischen Syndromen“, betont Dr. Ulrike Haus, Medizinische Direktorin Onkologie, Novartis Pharma GmbH.

 

Serumferritin, Transferrin und Lebereisenkonzentration geben Aufschluss über Eisenüberladung

Die meisten Patienten benötigen im Verlauf ihrer MDS-Erkrankung Bluttransfusionen. Mit jeder Transfusionseinheit wird dem Körper rund das Hundertfache der täglich aus der Nahrung aufgenommenen Eisenmenge zugeführt. Da der menschliche Körper über keinen physiologischen Mechanismus zur Ausscheidung überschüssigen Eisens verfügt, ist die Folge eine Speicherung in Organen wie Leber, Herz und endokrinen Organen. Bereits 20 Transfusionseinheiten können eine Eisenüberladung zur Folge haben. Über eine mögliche Eisenüberladung geben eine Messung des Serumferritinspiegels und der Transferrinsättigung sowie eine Magnetresonanztomographie der Leber Aufschluss.

 

Aktualisierte Konsensusrichtlinien konkretisieren die Notwendigkeit einer Chelation

Die kürzlich publizierten und von der MDS Foundation verabschiedeten Konsensusrichtlinien empfehlen eine Eisenchelattherapie bei Serum-Ferritinwerten ab 1000 ng/ml in Abhängigkeit von der Transfusionsrate oder wenn der Patient zwei Bluteinheiten oder mehr pro Monat benötigt und dieser Bedarf über mehr als ein Jahr anhält. Damit ist die Notwendigkeit einer Eisenchelation für Patienten mit einer transfusionsbedingten Eisenüberladung nachdrücklich durch die Experten betont worden. Mit Exjade steht für die Patienten eine nachgewiesen wirksame und einfach einzunehmende Therapie zur Verfügung.[xii]

 

Eisenüberladung erhöht das Risiko einer AML-Entwicklung bei MDS-Patienten

Es stellt sich die Frage, inwiefern die Eisenüberladung infolge häufiger Transfusionen das Überleben der MDS-Patienten beeinflusst.

 

Die Daten aus einer Studie mit 2.994 MDS-Patienten mit mittlerem Alter von 74 Jahren belegen, dass die Eisenüberladung und die Transfusionsabhängigkeit unabhängige prognos­tische Parameter in Bezug auf das Gesamtüberleben und das Risiko einer Progression zu einer AML sind. Dies weist darauf hin, dass eine Reduktion der Eisenlast durch eine effektive Chelattherapie das Gesamtüberleben verbessern und die Gefahr einer Progression zu AML reduzieren könnte.[xiii]

 

Ziele der EPIC-Studie

Die EPIC-Studie ist eine einjährige, offene, prospektive, internationale multizentrische Studie. Mit 1.744 Patienten ist diese Studie die größte Untersuchung, die je zu einem Eisenchelator bei Patienten mit verschiedenen zugrunde liegenden Anämien wie β-Thalassämie, MDS und aplastischer Anämie durchgeführt wurde. Mit der EPIC-Studie wurde die Wirksamkeit und Sicherheit einer – auf Basis der transfusionsbedingt aufgenommenen Eisenmenge – festgeleg­ten Startdosis von Exjade untersucht. Eine anschließende Dosistitration in dreimonatigen Intervallen war möglich.

 

Im Rahmen der ASH-Jahrestagung wurden insgesamt zwölf Abstracts über die EPIC-Studie vorgestellt, u.a. zur Wirksamkeit und Sicherheit bei Patienten mit MDS1,[xiv] bzw. ß-Thalas­sämie major[xv] sowie zur Reduzierung des kardialen Eisens bei Patienten mit ß-Thalassämie major.2 In diesen aktuellen Arbeiten wird die Wirksamkeit und Sicherheit des Chelatbildners Exjade erneut eindrucksvoll bestätigt.

 

Über Novartis

Die Novartis AG bietet verschiedene medizinische Lösungen an, um damit auf die sich verändernden Bedürfnisse der Patienten und Gesellschaften auf der ganzen Welt einzugehen. Das Unternehmen ist vollständig auf Wachstumsbereiche des Gesundheitssektors ausgerichtet und verfügt über ein vielfältiges Portfolio, um diese Bedürfnisse so gut wie möglich zu erfüllen – mit innovativen Arzneimitteln, kostengünstigen generischen Medikamenten, Impfstoffen und Diagnostika zur Vorbeugung von Erkrankungen und rezeptfrei erhältlichen
Produkten zur Selbstmedikation. Novartis ist das einzige Unternehmen mit führenden Positionen in diesen Bereichen. Im Jahr 2007 erzielten die fortzuführenden Geschäftsbereiche des Konzerns (ohne Desinvestitionen 2007) einen Nettoumsatz von USD 38,1 Milliarden und einen Reingewinn von USD 6,5 Milliarden. Der Konzern investierte rund USD 6,4 Milliarden in Forschung und Entwicklung. Novartis hat ihren Sitz in Basel (Schweiz). Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 98 200 Vollzeit-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter in über 140 Ländern.

 

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.novartis.de

 

Zu Novartis Oncology und Exjade erfahren Sie mehr unter www.novartisoncology.de  und www.exjade.de

 

 

Quelle: Pressekonferenz der Firma Novartis Oncology zum Thema "Hämatologie Update: Neues vom ASH-Kongress" am 15. Januar 2009 in Frankfurt am Main (Hill & Knowlton).

 

 

Referenzen



[i] Gattermann N et al. Blood (ASH Annual Meeting Abstracts ) 2008, 112: Abstract #633.

[ii] Pennell D et al. Blood (ASH Annual Meeting Abstracts) 2008, 112: Abstract #3873.

[iii] Thakerngpol K et al. Biometals. 1996; 9(2):177-83.

[iv] Kushner JP et al. Hematology (Am Soc Hematol Educ Program). 2001;47-61.

[v] Olivieri NF et al. Blood. 1997, 89(3):739-61.

[vi] Batra AS et al. Am J Hematol. 2002; 70(4):306-12.

[vii] Fung EB et al. Blood. 2004, 104(11): Abstract #1683.

[viii] Malcovati L et al. J Clin Oncol. 2005; 23(30):7594-603.

[ix] Flynn DM et al. Arch Dis Child. 1976; 51(11):828-36.

[x] Chapter 5: Iron Overload. Cappellini N, Cohen A, Eleftheriou A, Piga A, Porter J, eds. In: Guidelines for the Clinical Management of Thalassaemia: Thalassaemia International Federation.

[xi] Takatoku M et al. European Journal of Haematology. 2007; 75:487-494.

[xii] Bennett JM et al. Am J Hematol 2008; 83(11): 858–861.

[xiii] Sanz G et al. Blood (ASH Annual Meeting Abstracts ) 2008, 112: Abstract # 640.

[xiv] List AF et al. Blood (ASH Annual Meeting Abstracts ) 2008, 112: Abstract #634.

[xv] Cappellini M D et al. Blood (ASH Annual Meeting Abstracts ) 2008, 112: Abstract #3878.

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung