Chronische Erkrankungen und Schlaf

Die Schlafqualität bei chronischen Erkrankungen ist auch ein Thema der hausärztlichen Versorgung

Dresden (21. Oktober 2016) – Unter dem Leitmotiv „Schlafmedizin: grenzüberschreitend und innovativ“ werden sich vom 1. bis 3. Dezember in Dresden etwa 2000 Experten anlässlich der 24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) zu aktuellen Themen dieses medizinischen Fachgebietes austauschen. Auch der Einfluss von Krankheiten auf den Schlaf – und umgekehrt – ist in Dresden ein Diskussionspunkt.

Dr. med. Andrea Bosse-Henck vom Schlaflabor der Abteilung für Pneumologie des Universitätsklinikums Leipzig gehört in diesem Jahr zur Tagungsleitung und weiß, dass Ein- und Durchschlafstörungen bei Patienten mit bestimmten Organerkrankungen wie z.B. Rheuma, chronischer Bronchitis oder Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems häufiger auftreten als bei anderen Erkrankungen. „Es gilt andererseits als gesichert, das bereits die Verkürzung des täglichen Nachtschlafes um 1 Stunde zu einem erhöhten Risiko führt, chronische Krankheiten wie Diabetes Typ II, Bluthochdruck oder Stoffwechselstörungen zu entwickeln“, erklärt sie.

Als Folge eines nicht erholsamen Nachtschlafes kommt es tagsüber zu Schläfrigkeit oder Müdigkeit mit einer deutlichen Beeinträchtigung von Konzentration, Stimmung, Leistungsfähigkeit sowie der allgemeinen Lebensqualität. Die Wahrscheinlichkeit, einen Fehler zu machen oder einen Unfall zu verursachen, steigt. Auslöser für einen gestörten Nachtschlaf können nicht nur Stress, Angst oder andere psychische Ursachen, sondern häufig auch weit verbreitete Symptome wie Husten, gestörte Nasenatmung (z.B. durch Allergien ), Luftnot, Gelenkbeschwerden, gehäuftes Wasserlassen oder Schweißausbrüche bei Frauen in den Wechseljahren sein. Die Koexistenz von Schlafstörungen bei chronischen Erkrankungen hat sowohl Auswirkungen auf das Befinden des Patienten am Tage als auch eine Erhöhung des kardiovaskulären Risikos zur Folge.

Am Beispiel der Sarkoidose, einer chronischen Erkrankung bei der sich Gewebeknötchen im Körper bilden und immer weiter ausbreiten, konnte Frau Dr. Bosse-Henck in einer im August dieses Jahres veröffentlichten Studie mit mehr als 1000 Patienten zeigen, dass zwei Drittel der Studienteilnehmer über eine schlechte subjektive Schlafqualität berichteten. 25 Prozent schliefen so schlecht wie Patienten mit einer chronischen Schlafstörung. „Interessant dabei war, dass sich mit Zunahme der von der Sarkoidose betroffenen Organe die Schlafqualität deutlich verschlechterte und auch die Häufigkeit von Schlaf-Apnoe und Restless legs Syndrom signifikant zunahm. Zudem konnte ein Anstieg des Vorkommens internistischer Begleiterkrankungen bemerkt werden“, berichtet die Schlafmedizinerin.

Sie fordert deshalb mehr Aufmerksamkeit für den Nachtschlaf bei allen chronischen Erkrankungen und eine aktive Diagnostik von möglichen Schlafstörungen. Dabei kommt auch den Hausärzten eine richtungsweisende Bedeutung zu.

Weitere aktuelle Erkenntnisse dazu werden am Samstag, den 3. Dezember 2016, von 14.00 – 15.30 Uhr im Symposium „Neue Befunde aus Epidemiologie und Klinik zur Interaktion von Schlaf und Krankheit“ auf der 24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) in Dresden ausgetauscht.


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  • Das gesamte Programm und alle wichtigen Kongressinformationen sind ersichtlich auf der Homepage www.dgsm-kongress.de

     


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), 21.10.2016 (tB).

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