Clostridium difficile – neue Gefahr am Krankenbett

Bedeutung der Wäschehygiene bei der Infektionsprophylaxe

 

Abb.: Um das RAL-GZ 992/2 für Krankenhauswäsche erhalten zu können, müssen die Mitgliedsbetriebe der Gütegemeinschaft sachgemäße Wäschepflege e.V. besonders hohe hygienische und qualitative Anforderungen erfüllen. Photo: Hohensteiner Institute

Bönnigheim (31. Juli 2008) – Textilien stellen einen nicht zu unterschätzenden, potentiellen Verbreitungsweg für gefährliche Infektionen dar. Der sachgemäße Umgang und die hygienische Aufbereitung von Wäsche aus Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen hat deshalb bei der Infektionsprophylaxe äußerste Priorität.

Der Darm des Menschen ist durch Milliarden von Mikroorganismen besiedelt, die für eine geregelte Darmfunktion unverzichtbar sind. Bei rund 3 % der Bevölkerung gehören dazu auch Bakterien des Typs Clostridium difficile. Die Sporen bildenden, grampositiven Stäbchen fügen im Normalfall als sogenannte Kommensale ihrem Wirt keinen Schaden zu.

In der letzten Zeit häufen sich jedoch die Fälle, in denen in Krankenhäusern sowie in Alten- und Pflegeheimen neue gefährliche Varianten auftreten. Die Besiedelungsraten liegen mit ca. 30 % zudem zehnmal so hoch wie bei der gesunden Bevölkerung.

Die neuartigen Stämme produzieren krank machende Enterotoxine (Enterotoxin TcdA, Cytotoxin TcdB und binäres Toxin CdtA/B), entlassen diese in den Darm und verursachen dadurch verschiedene Formen von Durchfallerkrankungen. Mittlerweile ist C. difficile der wichtigste Erreger von Antibiotika-assoziierten Durchfallerkrankungen und Entzündungen der Darmschleimhaut (Pseudomembröse Colitis), als deren Folge sich Komplikationen wie Darmdurchbruch (Perforation), Blutvergiftung (Sepsis) und das toxische Magacolon mit teilweise tödlichem Ausgang entwickeln können. Mehr als zwei solcher gastrointestinaler Infektionen pro Einrichtung sind nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) in Deutschland meldepflichtig.

 

Da die Bakterien außerhalb des Körpers bis zu einer Woche überleben, kann die Infektion nicht nur im direkten Kontakt über die Hände, sondern auch über kontaminierte Gegenstände erfolgen. Ein effizientes Hygienemanagement muss deshalb die Isolierung infizierter Personen ergänzen: Auf glatten Oberflächen kann der Erreger durch Mittel auf Adlehydbasis und Peressigsäure abgetötet werden. Bei Textilien müssen die Vorgaben für den Umgang mit infektiöser Krankenhauswäsche eingehalten werden.

 

Wäschereien, die über das RAL-Gütezeichen 992/2 für die sachgemäße Pflege von Krankenhauswäsche verfügen, decken alle erforderlichen Hygienemaßnahmen zur Infektionsprophylaxe ab. Dies gilt sowohl im Hinblick auf die baulichen Gegebenheiten, wie die Trennung in `unreinen´ und `reinen´ Bereich, als auch das notwendige Qualitätsmanagement mit seinen weitreichenden Vorgaben zur allgemeinen Hygiene bis hin zu den anzuwendenden desinfizierenden Waschverfahren.

 

Das RAL-Gütezeichen 992/2 für die sachgemäße Pflege von Krankenhauswäsche wird nur an Betriebe verliehen, bei denen die Einhaltung dieser Vorgaben durch eine lückenlose Überwachung der Prozesse und Produkte durch ein unabhängiges Institut erfolgt.

 

Das Prüfsystem des RAL-Gütezeichen 992/2 hat sich über Jahrzehnte in der praktischen Zusammenarbeit von medizinischen Einrichtungen und Wäschereien entwickelt. Heute arbeiten so gut wie alle Krankenhäuser und Kliniken in Deutschland mit rund 250 nach RAL 992/2 ausgezeichneten Mitgliedern (www.waeschereien.de) der Gütegemeinschaft sachgemäße Wäschepflege zusammen und profitieren von deren Know-how bei der Infektionsprophylaxe.


Quelle: Pressemitteilung der Gütegemeinschaft sachgemäße Wäschepflege e.V. , Hohensteiner Forschungsinstitute vom 31.07.2008 (tB).

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