Corona-Prämie

Wertschätzung sieht anders aus!

 

Berlin (16. Juni 2020) — Die COVID-19-Pandemie hat deutlich gezeigt: Wir brauchen hochqualifizierte pflegerische Experten für die Intensivversorgung. Die aktuelle Bonusregelung der Bundesregierung lässt ihren Einsatz aber völlig außer Acht. In einer Stellungnahme fordert die DGF eine nachträgliche Corona-Prämie für die betroffene Akut- und Intensivpflege sowie eine generelle Aufwertung der Fachpflege.

Die Bundesregierung hatte im Mai 2020 eine gestaffelte Sonderleistung für Pflegende in der Altenpflege und der ambulanten Pflege beschlossen, um ihren außerordentlichen Einsatz während der COVID-19-Pandemie zu würdigen. „Wir begrüßen sehr, dass damit die Arbeit in diesen ohnehin schlecht bezahlten pflegerischen Sektoren ein wenig aufgewertet wurde und betrachten dies als Ausdruck gesellschaftlicher Wertschätzung“, betont Lothar Ullrich, 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF).

Allerdings lasse diese Bonusregelung den pflegerischen und im Besonderen den fachpflegerischen Einsatz in der Intensiv- und Notfallpflege während der COVID-19-Pandemie völlig außer Acht. „Dies trifft bei weitergebildeten Fachpflegepersonen und Pflegenden in den Kliniken auf Unverständnis“, betont Ullrich. „Wertschätzung sieht anders aus.“

Der Arbeitsalltag in der COVID-19-Pandemie im Krankenhaus sei extrem belastend – mit sehr zeitintensiven und aufwendigen Isoliermaßnahmen, inklusive der ständig zu wechselnden persönlichen Schutzausrüstung und zusätzlicher Desinfektionszeiten. „Bei diesem Krankheitsbild treten zudem häufig Notfallsituationen auf, die gemeistert werden müssen“, erläutert Ullrich. „Ist eine Beatmung der Intensivpatienten erforderlich, ist eine regelmäßige Bauchlagerung entscheidend, die sehr zeit-, personal- und kraftaufwendig ist.“ Neben diesen physischen Belastungen sorgten Besuchsverbote sowie lebensbedrohliche Situationen und Sterbebegleitungen für weitere psychische Belastungen, ebenso wie das Risiko, sich selbst zu infizieren und an COVID-19 zu erkranken.

Als Fachgesellschaft tritt die DGF dafür ein, eine nachträgliche Corona-Prämie auch für die betroffenen Pflegenden der Akutpflege in den Krankenhäusern zu etablieren. Das sei aber nur ein erster Schritt, sagt Ullrich: „Wir brauchen eine generelle Aufwertung der Intensiv- und Notfallpflege. Fachweitergebildete Pflegeexperten müssen adäquat vergütet werden und mehr Handlungsspielräume erhalten, damit sie rechtlich abgesichert sind und mit deutlich höherem Tarif bezahlt werden.“ Langfristig könne nur auf diesem Weg der Nachwuchs in den Intensiv- und Anästhesieabteilungen sowie im OP gesichert werden. Denn das habe die Krise deutlich gezeigt: „Ohne ausreichend Fachpersonal helfen uns alle Intensivbetten und Beatmungskapazitäten der Welt nicht weiter.“

 

Die DGF ist als gemeinnütziger, eingetragener Verein die nationale Interessenvertretung der Fachkrankenpflege und Mitglied im Deutschen Pflegerat, Mitglied der IFNA (International Federation of Nurse Anesthetists) und der EfCCNa (European Federation of Critical Care Nurse Association).

 


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V., 16.06.2020 (tB).

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