Neue Broschüre der BAuA zeigt, wie sich Pausen in der Pflege gestalten lassen

Damit die Ruhepausen der Pflegenden nicht wieder ausfallen

 

Dortmund (9. Juni 2021) – Oft geht es für Pflegende atemlos durch den Arbeitstag. Zu wenig Personal, viele Überstunden, Zeitdruck und aufwändige Schreibarbeiten sowie Fragen von Patienten und Angehörigen lassen oft keine Zeit für eine Ruhepause. Viele Beschäftigte in der Alten- und Krankenpflege lassen ihre Pausen ausfallen, obwohl das Arbeitszeitgesetz Pausenzeiten verpflichtend vorschreibt. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat jetzt die baua: Praxis „Pausen in der Pflege gut gestalten“ veröffentlicht. Die neue Handlungshilfe zeigt nicht nur die Bedeutung von Ruhepausen für die Beschäftigten auf, sondern auch Wege zu einer erfolgreichen Pausenorganisation im Pflegebereich.

Die Arbeitszeitbefragung 2019 der BAuA zeigt, dass etwa die Hälfte der Beschäftigten in der Kranken- und Altenpflege von Pausenausfall berichtet. An erster Stelle geben sie eine hohe Arbeitsmenge als Grund an. Zudem haben Pflegekräfte vergleichsweise wenig Einfluss auf die Gestaltung ihrer Arbeitszeit. So können beispielsweise mehr als die Hälfte aller Krankenpflegekräfte und fast zwei Drittel der Altenpflegekräfte kaum Einfluss auf den Zeitpunkt ihrer Pausen nehmen.

Doch Ruhepausen sind gesetzlich vorgeschrieben, da sie zur Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten beitragen. Zudem wirken sie sich positiv auf die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit aus. Die Pflegebranche ist hierbei besonders gefordert. Es gibt immer mehr Menschen in hohem Alter, die oft pflegebedürftig sind. Jedoch fehlen bereits heute Fachkräfte und Nachwuchs in der Alten- und Krankenpflege, während vorhandene Belegschaften altern.

Dabei können gute Arbeitsbedingungen die Chance auf pflegerischen Nachwuchs erhöhen und dafür sorgen, dass Pflegekräfte lange im Beruf verbleiben. Eine gute Gestaltung von Pausen und Arbeitszeit kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Die baua: Praxis „Pausen in der Pflege gut gestalten“ wendet sich darum vor allem an verschiedene Zielgruppen in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie ambulanten Pflegediensten. Damit spricht sie Leitungskräfte ebenso an wie Verantwortliche für betriebliches Gesundheitsmanagement, betriebliche Interessenvertretungen sowie beruflich Pflegende selbst.

Dazu gibt die Broschüre einen Überblick über die Funktion von Pausen sowie den Folgen von Pausenausfall. Vertiefend geht die baua: Praxis auch auf die Rechtslage ein. Anschließend betrachtet sie die bestehenden Herausforderungen in Pflegeberufen und gibt Hinweise für das Vorgehen und auf Erfolgskriterien bei einer Neuorganisation von Pausen. Beispiele guter Praxis zeigen erfolgreiche Umsetzungen auf. Zudem enthält die Broschüre Hinweise für die eigene Erholung und Pausengestaltung von Pflegekräften. Empfehlungen für Führungskräfte und zur Entwicklung einer Erholungskultur runden die Broschüre ab, die auch zahlreiche Hinweise auf praxisnahe Instrumente sowie einen Pausencheck und weiterführende Literatur enthält.

 

  • Die baua: Praxis „Pausen in der Pflege gut gestalten“ kann in gedruckter Form über den Webshop der BAuA bezogen werden. Eine Fassung im PDF-Format gibt es im Internetangebot der BAuA unter www.baua.de/dok/8840000.

 

 

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des BMAS. Sie betreibt Forschung, berät die Politik und fördert den Wissenstransfer im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Zudem erfüllt die Einrichtung hoheitliche Aufgaben im Chemikalienrecht und bei der Produktsicherheit. An den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz arbeiten über 750 Beschäftigte.

 


Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 09.06.2021 (tB).

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