Das Bundesgesundheitsministerium hat der Erstattung von Real-Time-Messgeräten (rtCGM) für insulinpflichtige Typ 1- und Typ 2-Diabetiker zugestimmt

Kontinuierliche Glukosemessung wird Kassenleistung

Meerbusch (15. September 2016) – Nach fast 10-Jähriger Prüfungsphase hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Juni 2016 entschieden, die kontinuierliche Glukosemessung in die vertragsärztliche Versorgung aufzunehmen und eine entsprechende Richtlinie erlassen. Das Bundesgesundheitsministerium hat die Entscheidung des G-BA nun bestätigt und die entsprechende Richtlinie genehmigt. „Damit haben seit dem 7. September viele betroffene Patientinnen und Patienten nach einer Verordnung ihres behandelnden Arztes Anspruch auf die Versorgung mit Real-Time-Messgeräten (rtCGM) zur kontinuierlichen Glukosemessung. Dies ist ein Meilenstein für viele Menschen mit insulinpflichtigem Diabetes und ein Erfolg für unseren jahrelangen Einsatz dafür, dass Patienten Zugang zu diesem Therapiefortschritt erhalten“, so Wolfgang Frisch, Geschäftsführer Medtronic GmbH in Deutschland. Der G-BA begründet seinen Beschluss darüber, dass eine kontinuierliche interstitielle (im Unterhautfettgewebe) Glukosemessung mit rtCGM-Geräten das Risiko von Unterzuckerungen verringert. Weiterhin könne die Anzahl der Blutglukoseselbstmessungen reduziert und die Stoffwechsellage langfristig verbessert werden.

Bei Real-Time-CGM handelt es sich um Messgeräte, die den Glukosewert von Menschen mit Diabetes im Unterhautfettgewebe mittels eines fadenförmigen Sensors kontinuierlich messen, diese Daten an eine Insulinpumpe oder ein anderes Empfangsgerät übertragen und Warnmeldungen abgeben können. Bereits vor 20 Jahren hatte die Forschung an den ersten Glukosesensoren begonnen. Studien haben belegt, dass die Diabetestherapie mit dem Einsatz von CGM Systemen stetig verbessert werden kann. Betroffenen Menschen mit Diabetes einen Zugang zu dieser Form der Therapieunterstützung zu ermöglichen, hatte Medtronic von Anfang an im Visier. „Über viele Jahre hinweg haben wir systematisch Voraussetzungen geschaffen, um den Nutzen der kontinuierlichen Glukosemessung zu belegen. Wir haben allein zwölf randomisierte, kontrollierte Studien durchgeführt und somit eine klinische Evidenz geschaffen. Nun sind wir am Ziel: die Therapie wird für insulinpflichtige Diabetiker eine Kassenleistung“, so Dr. Andreas Thomas, Therapy Development Manager, Medtronic GmbH in Deutschland.

Prof. Dr. Thomas Danne, Chefarzt im Kinder- und Jugendkrankenhaus auf der Bult Hannover, begrüßt die Entscheidung des G-BA sehr: „Besonders für Diabetiker mit häufigen Stoffwechselentgleisungen, und solche die beispielsweise Unterzuckerungen nicht wahrnehmen können, sind die Real-Time-Messgeräte ein Segen. Von CGM würden nahezu alle Kinder und Jugendlichen stark profitieren. Aufgrund der Erstattungssituation konnten das allerdings bislang leider nur wenige nutzen.“

Für die Kostenübernahme durch eine gesetzliche Krankenkasse hat der G-BA klare Kriterien definiert: So sind allein Internisten, Allgemein- und Kinderärzte mit der Zusatzqualifikation Diabetologie DDG und Kinderendokrinologen sowie -diabetologen zur Verordnung berechtigt. Arzt und Patient müssen das individuelle Therapieziel und den Behandlungsverlauf dokumentieren; Patienten müssen Schulungen zur Nutzung von rtCGM-Geräten besuchen. Den Herstellern hat der G-BA zur Auflage gemacht, dass nur diejenigen Geräte erstattungsfähig sind, die als Medizinprodukt zugelassen sind und über eine Alarmfunktion sowie Funktionen zur Einstellung der individuellen Glukosegrenzwerte verfügen.

Medtronic bietet verschiedene Real-Time CGM Geräte an. Der Glukosesensor Enlite in Kombination mit der Medtronic Insulinpumpe MiniMed 640G bietet Menschen mit Diabetes derzeit eine der fortschrittlichsten Techniken im deutschen Markt. Die Insulinpumpe reagiert automatisch und vorausschauend auf absinkende Glukosewerte mit einer zeitweiligen Abschaltung der Insulinzufuhr. Gefährliche Unterzuckerungen können so verhindert werden, ebenso wie starke Glukoseschwankungen. „Die technischen Entwicklungen auf dem Weg zum Closed Loop schreiten immens voran. Wir bei Medtronic verfügen mit dem Insulinpumpensystem MiniMed 640G und dem Enlite-Sensor über ein nun voll erstattungsfähiges integriertes System. Es ist eine Technik, die unserer Meinung nach aus dem Leben eines insulinpflichtigen Diabetikers nicht mehr wegzudenken ist. Durch den Beschluss können nun mehr Menschen mit Diabetes von der CGM-Technologie profitieren“, erklärt Frisch. Daneben wird ab Ende 2016 mit dem Guardian Connect auch ein neues, eigenständiges CGM-System, das mittels Sensor und Bluetooth Transmitter die Glukosewerte an eine App im Handy sendet, erhältlich sein.

  • Weitere Informationen zum Entscheid sowie die Pressemitteilung des G-BAs können Sie unter https://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/2623/ abrufen.


Über den Geschäftsbereich Diabetes bei Medtronic (www.medtronicdiabetes.com)

Medtronic arbeitet mit der weltweiten Interessengemeinschaft zusammen, um das Diabetesmanagement zu verändern. Das Unternehmen will die Versorgung von Menschen mit Diabetes mit erweitertem Behandlungszugang, der Integration der Versorgung und der Verbesserung von Ergebnissen verändern. So können Menschen mit Diabetes freier und gesünder leben.

Über Medtronic

Medtronic plc (www.medtronic.com), mit Hauptsitz in Dublin, Irland, ist ein weltweit führender Anbieter von Medizintechnik. Medtronic GmbH in Deutschland hat ihren Sitz in Meerbusch, Medtronic GmbH in Österreich hat ihren Sitz in Wien. Der europäische Hauptsitz von Medtronic ist in Tolochenaz (VD) in der Schweiz angesiedelt. Sie finden Medtronic im Internet unter www.medtronic.com, www.medtronic.de und medtronic.eu.


Quelle: Medtronic, 15.09.2016 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen

ONKOLOGIE

WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…
Stellungnahme zur 3. Impfung gegen SARS-CoV2 bei Personen mit MS
NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…