Das Dilemma der Behandlung von chronischer Obstipation:

Resolor® kann für viele Patientinnen ein Ausweg sein

 

Wiesbaden (12. April 2010) – Chronische Obstipation gehört zu den weit verbreiteten gastrointestinalen Störungen. In Europa leiden 17 Prozent der Bevölkerung darunter.(1) Häufig sind Betroffene in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt.(2) Mit dem Wirkstoff Prucaloprid (Resolor®) steht seit kurzem eine wirksame Therapieoption zur Verfügung. Der selektive hoch affine 5-HT4-Rezeptoragonist wirkt direkt auf die gestörte Darmmotilität. Mit seiner hohen Selektivität hebt sich Prucaloprid im Sicherheitsprofil wesentlich von den älteren 5-HT4-Rezeptoragonisten ab.(3)

In seiner Einführung zum Satelliten Symposium von Movetis beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin machte Professor Peter Layer vom Israelitischen Krankenhaus in Hamburg deutlich, wie notwendig eine wirksame Therapie der chronischen Obstipation ist: „Für Patienten, die unter chronischer Obstipation leiden, erweist sich die Suche nach einer effektiven Behandlung nicht selten als sehr unbefriedigend, mitunter geradezu als Leidensweg. Der Bedarf für eine neue Therapieoption bei chronischer Obstipation liegt auf der Hand.“

 

 

Motilitätsstörung chronische Obstipation

 

Für Betroffene bedeutet chronische Obstipation oft eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität. Symptome wie Pressen, harter Stuhl, das Gefühl der unvollständigen Entleerung, das Gefühl der analen Obstruktion, manuelle Manöver zur Erleichterung und weniger als drei Entleerungen pro Woche begleiten die gastrointestinale Störung. Gemäß der Rom-III-Definition liegt eine chronische Obstipation vor, wenn zwei dieser Kriterien auf 25 Prozent der Darmentleerungen zutreffen.(4) Die Therapie der chronischen Obstipation reicht von Empfehlungen zur Änderung von Ernährung und Lebensstil über OTC-Präparate bis hin zu verschreibungspflichtigen Medikamenten. Herkömmliche Laxanzien erweisen sich in ihrer Wirkung häufig als begrenzt, da sie oftmals nicht die zugrunde liegenden Ursachen erreichen. Der Bedarf an effektiven Therapieoptionen für die Behandlung dieser gastrointestinalen Störung ist hoch.(2) „Die Wiederherstellung der gestörten Darmmotilität wird als wichtige Komponente in der Therapie der chronischen Obstipation angesehen“, erklärt Dr. Viola Andresen vom Israelitischen Krankenhaus Hamburg, „Präparate, die gezielt auf die betroffene Störung einwirken, versprechen dabei eine besondere Wirksamkeit.“ In den vergangenen Jahren wurden neue Ansätze entwickelt. Dazu gehören serotonerge Präparate mit enterokinetischer Wirkung wie der selektive hochaffine 5-HT4-Rezeptoragonist Prucaloprid.

 

 

Resolor® (Prucaloprid) – eine neue Therapieoption

 

Serotonin (5-Hydroxytrypamin [5-HT]) kommt bei der Regulation der Darmmotilität eine besondere Bedeutung zu. In diesem Bereich setzt der Wirkstoff Prucaloprid an: Der selektive hochaffine 5-HT4-Rezeptoragonist wirkt direkt auf die Zielrezeptoren im Magen-Darm-Trakt, deren Aktivierung den peristaltischen Reflex beeinflusst.(3) Studiendaten belegen, dass sich die Darmfunktion bei den Teilnehmern nach der Einnahme von Resolor signifikant verbesserte. In drei Zulassungsstudien nahmen 1924 Patienten (vorwiegend Frauen) über 12 Wochen täglich entweder 2 mg Prucaloprid, 4 mg Prucaloprid oder ein Placebo ein. 23,6 Prozent der Patienten, die 2 mg Prucaloprid erhielten, erreichten mindestens 3 spontane Entleerungen pro Woche (SCBM – Spontaneous Complete Bowel Movements) gegenüber 11,3 Prozent aus der Placebo-Gruppe.(5) Der Wirkstoff Prucaloprid unterscheidet sich maßgeblich von älteren 5-HT4-Rezeptoragonisten die nur wenig selektiv waren. Daten aus präklinischen Studien und QTc-Studien zeigen, dass durch die im Vergleich zu den älteren Prokinetika verbesserte 5-HT4-Selektivität von Prucaloprid das kardiovaskuläre Risiko deutlich geringer ist.(6) „Prucaloprid zeigt eine gute Wirksamkeit“, stellt Professor Stefan Müller-Lissner von der Charité Berlin, Park-Klinik Weißensee fest, „Wir sind zuversichtlich, den Patienten mit Prucaloprid eine effektive Therapieoption anbieten zu können.“

 

 

Nutzen für Patienten

 

Resolor ist bislang für die Behandlung der chronischen Obstipation bei Frauen zugelassen, denen Laxanzien keine adäquate Linderung der Beschwerden verschaffen, da an den Phase-III-Studien vor allem Patientinnen teilgenommen haben.(7, 8, 9) Zusätzliche Einsatzmöglichkeiten sowie die Anwendung bei weiteren Patientengruppen wurden und werden derzeit untersucht. Die gepoolten Analyseergebnisse dreier placebo-kontrollierter Phase-III-Studien dokumentieren bereits die gute und schnelle Wirksamkeit des Rezeptoragonisten. Die Patientengruppe, die täglich 2 mg Prucaloprid erhielt, wies bis zur ersten spontanen Darmentleerung einen signifikant kürzeren Zeitraum (p<0.001) auf im Vergleich zu Placebo (2 Stunden 30 Minuten gegenüber 26 Stunden 30 Minuten bei Placebo).(5, 7, 8, 9) Auch bei älteren Patienten (>65) wurde Prucaloprid eingehend untersucht und zeigte hier ebenfalls eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit.(10) „Eine effektive Therapie für die chronische Obstipation ist im gastroenterologischen Praxisalltag sehr wichtig“, erklärt Dr. Bernd Bokemeyer, niedergelassener Gastroenterologe aus Minden, „Neue Studien mit Prucaloprid deuten das hohe Potential des Präparats an.“

 

 

Abbildung

  

Abb.: Resolor® (Prucaloprid) Wirksamkeit: In drei Zulassungsstudien nahmen 1924 Patienten (vorwiegend Frauen) über 12 Wochen täglich entweder 2 mg Prucaloprid, 4 mg Prucaloprid oder ein Placebo ein. 23,6 Prozent der Patienten, die 2 mg Prucolaprid erhielten, erreichten mindestens 3 spontane Entleerungen pro Woche (SCBM - Spontaneous Complete Bowel Movements) gegenüber 11,3 Prozent aus der Placebo-Gruppe. Photo: Resolor® 

 

Abb.: Resolor® (Prucaloprid) Wirksamkeit: In drei Zulassungsstudien nahmen 1924 Patienten (vorwiegend Frauen) über 12 Wochen täglich entweder 2 mg Prucaloprid, 4 mg Prucaloprid oder ein Placebo ein. 23,6 Prozent der Patienten, die 2 mg Prucaloprid erhielten, erreichten mindestens 3 spontane Entleerungen pro Woche (SCBM – Spontaneous Complete Bowel Movements) gegenüber 11,3 Prozent aus der Placebo-Gruppe. Photo: Resolor®

 

 

Über Movetis

 

Movetis ist ein auf den Bereich Gastroenterologie (GI) spezialisiertes europäisches Arzneimittelunternehmen, das sich auf die Verbesserung der Lebensqualität von Millionen Patienten – Erwachsenen wie Kindern – fokussiert. Das Unternehmen erforscht, entwickelt und vermarktet innovative Therapien für gastroenterologische Erkrankungen, bei denen ein hoher und bislang nicht gedeckter medizinischer Bedarf besteht.

Movetis NV wurde im November 2006 in Belgien gegründet.

Movetis bietet zukünftig ein breites gastroenterologisches Portfolio: Resolor® (Prucaloprid) ist im EWR zugelassen für die Indikation: Symptomatische Behandlung chronischer Obstipation bei Frauen, denen Abführmittel keine ausreichende Linderung der Beschwerden bringen. In der Schweiz wurde ebenfalls ein Zulassungsantrag für Resolor gestellt. Zwei Produkte befinden sich in Phase-II-Studien und zwei weitere Produkte in der präklinischen Entwicklung, wobei diese Produkte die wichtigen gastroenterologischen Bereiche umfassen – darunter Aszites, Reflux bei Kleinkindern, refraktärer gastroösophagaler Reflux (GERD) und schwere Formen des Reizdarm-Syndroms.

Darüber hinaus besitzt Movetis die Rechte an einer großen Wirkstoffbibliothek mit qualifizierten Substanzen, die das Potenzial zur Weiterentwicklung für unterschiedliche GI-Indikationen haben. Überdies hat das Unternehmen die Möglichkeit auf Fachwissen zu Wirkstoffen bei sekretorischer Diarrhöe zuzugreifen.

Das aktuelle Portfolio ist lizenziert von Janssen Pharmaceutica NV, Belgien, und Ortho-McNeil Pharmaceutical Inc., zwei Firmen der Unternehmensgruppe Johnson & Johnson.

Die Aktien von Movetis sind an der Euronext in Brüssel unter dem Ticker MOVE gelistet.

 

 

Anmerkungen

 

  1. Peppas G et al. Epidemiology of constipation in Europe and Oceania: a systematic review.
    BMC Gastroenterol 2008; 8: 5.
  2. Johanson J et al. Chronic constipation: a survey of the patient perspective.
    Aliment Pharmacol Ther 2007; 25: 599-608.
  3. De Maeyer JH et al. 5-HT4 receptor agonists: similar but not the same.
    Neurogastroenterol Motil 2008; 20: 99-112.
  4. Longstreth G et al. Functional bowel disorders.
    Gastroenterology 2006;130:1480
  5. Camilleri M et al. Efficacy of 12-week treatment with prucalopride (Resolor) in patients with chronic constipation: Combined results of three identical randomized, double-blind, placebo-controlled Phase III trials.
    Gastroenterology 2008; 134: A548.
  6. Potet F et al. Gastrointestinal prokinetic drugs have different affinity for the human cardiac human ether-a-gogo K+ channel.
    J Pharmacol Exp Ther 2001; 299: 1007-12.
  7. Camilleri M et al. A placebo-controlled trial of prucalopride for severe chronic constipation.
    N Engl J Med 2008; 358: 2344-54.
  8. Quigley EM et al. Clinical trial: the efficacy, impact on quality of life, and safety and tolerability of prucalopride in severe chronic constipation – a 12-week, randomised, double-blind, placebo-controlled study.
    Aliment Pharmacol Ther 2009; 29: 315-28.
  9. Tack J et al. Prucalopride (Resolor) in the treatment of severe chronic constipation in patients dissatisfied with laxatives. Gut 2009; 58: 357-65.
  10. Müller-Lissner S et al. Randomized, double-blind, placebo-controlled, trial to evaluate efficacy and safety of prucalopride (Resolor) in elderly patients with chronic constipation.
    Gastroenterology 2008; 134: A-157.

 

Download

 

 

  • Prof. Dr. med. Stefan Müller-Lissner: „Resolor® (Prucaloprid) – eine neue Therapieoption und ihre Rolle bei der Behandlung der chronischen Obstipation“
    Abstract: 3_Abstract_Müller-Lissner.pdf 3_Abstract_Müller-Lissner.pdf (28.25 KB)

 

 

 

 

 


Quelle: Pressekonferenz der Firma Movetis zum Thema: „Das Dilemma der Behandlung von chronischer Obstipation: Bietet Prucaloprid einen Ausweg?“ am 12.04.2010 in Wiesbaden (Hering Schuppener Healthcare) (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…
Minimalinvasive Geräte warnen ungenügend vor Unterzuckerung
Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten häufig gemeinsam auf

ERNÄHRUNG

Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen
Corona-Erkrankung: Fehl- und Mangelernährung sind unterschätze Risikofaktoren

ONKOLOGIE

Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege
Sotorasib: Neues Medikament macht Lungenkrebs-Patienten Hoffnung

MULTIPLE SKLEROSE

NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen
Verzögerte Verfügbarkeit von Ofatumumab (Kesimpta®)
Neuer Biomarker bei Multipler Sklerose ermöglicht frühe Risikoeinschätzung und gezielte…
Multiple Sklerose beginnt oft lange vor der Diagnose
Goldstandard für Versorgung bei Multipler Sklerose

PARKINSON

Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…
Gemeinsam gegen Parkinson: bessere Therapie durch multidisziplinäre Versorgung