Daten über DermTechs nichtinvasiven Melanom-Test

 

La Jolla, Kalifornien, USA (7. Februar 2011) – DermTech International, Inc., ein Biotechnologieunternehmen, das Dermatologen die genomische Medizin näherbringt, gab heute die Veröffentlichung der Untersuchungsdaten zu seinem neuen Genomtest für Melanome im British Journal of Dermatology bekannt. Der Test basiert auf der EGIR(TM)-Technologie (Epidermal Genetic Information Retrieval), bei der mit einem spezifischen Haftmittel nichtinvasiv Zellen von der Hautoberfläche entnommen werden. Detaillierte Informationen aus der Arbeit "Non-invasive Genomic Detection of Melanoma" ("Nichtinvasive genomische Melanom-Erkennung") zeigen, dass mit dem Test Melanome mit 100 %-iger Sicherheit erkannt werden.

 

Die auf EGIR beruhende Technologie stellte pigmentierte Hautläsionen, die auf ein Melanom hinweisen können, fest und identifizierte mit einer Trefferquote von 100 % alle Läsionen, die sich entweder im Frühstadium (in situ) befanden oder die sich bereits zu invasiven Erkrankungen entwickelt hatten. Der Test weist eine Genauigkeit von 88 % auf (12 % falsche positive Ergebnisse). Der Test liefert genauere Ergebnisse als jedes andere momentan zur Verfügung stehende Werkzeug zur Melanom-Erkennung. Die Studie wurde in 18 Standorten in den Vereinigten Staaten durchgeführt.

 

"Sobald die Technologie für den klinischen Gebrauch zur Verfügung stehen wird, werden Dermatologen durch Einsatz eines einfachen Verfahrens in der Lage sein, vorhandene Melanome auf Molekularebene zu erkennen. Das "Abwarten und Nachsehen" bei Läsionen, die nicht besonders verdächtig erscheinen, jedoch sehr wohl Melanome sein können, kann auf diese Weise verhindert werden", so Rainer Hofmann-Wellenhof, Dr. med. an der Medizinischen Universität Graz. "Der sich bei DermTech in Entwicklung befindende Melanom-Test kann wichtige Informationen für die Auswertung einer pigmentierten Läsion liefern", fügte Susana Puig, Dr. med., PhD, Universitätsklinik Barcelona hinzu. "Da diese Methode der Probensammlung nichtinvasiv ist, können Dermatologen diese für die Untersuchung einer grösseren Bandbreite von Läsionen an einem Patient verwenden. Da durch den neuen Test weniger Biopsien durchgeführt werden können, würde das neue Verfahren zudem zur Senkung der Gesundheitskosten beitragen. Schliesslich würde dieser Technik die Erkennung der genetischen Informationen des Tumors vor der Entfernung erleichtern."

 

Die Arbeit zeigt, dass durch die EGIR-Methode, bei der zur Sammlung von Hautzellen Haftmittel verwendet wird, Gene identifiziert werden konnten, die sich in Melanomen im Vergleich zu normaler Haut und Nerven unterschiedlich ausdrückten. Mit dem Class Prediction Modeling wurde ein 17-Gen-Biomarker identifiziert, der sowie In-Situ- als auch invasive Erkrankungen erkennt. Teil der jahrelangen Studie, die an verschiedenen Zentren durchgeführt wurde, war die Entnahme von 202 vollständigen Läsionsproben (die Proben umfassten oberflächliche streuende Melanome, noduläre Melanome und Lentigo Maligna, das oft falsch als Solar Lentigo, Sonnenfleck, diagnostiziert wurde).

 

"Die Krankheitsrate für Melanome steigt weltweit schneller an als andere Krebsleiden", so Daniel M. Siegel, Dr. med. und neu gewählter Präsident der American Academy of Dermatology. "Die korrekte Erkennung ist weiterhin die grösste Herausforderung, der sich Dermatologen in ihrem beruflichen Alltag stellen. Die frühzeitige Erkennung und vollständige Entfernung ist die einzige Heilungsmethode für diese Krankheit. Die Dermatologen werden Werkzeuge zur Verfügung gestellt bekommen, die ihnen bei der Erkennung von Melanomen in allen Stadien helfen. Die EGIR-Technologie, die sich momentan in der Entwicklungsphase befindet, ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung."

 

Das aktuelle Verfahren, eine invasive Biopsie, gefolgt von einer histopathologischen Auswertung, erkennt ein Melanom nur in 3,5-5 % der Fälle. Der festgestellte höhere Spezifität des genomischen Tests wird dabei helfen, zu erkennen, welche Läsionen der Patienten Melanome enthalten, was wiederum dabei helfen wird, direkte Biopsien vorzunehmen.

 

Viele Experten sind der Meinung, dass, der genomische Test neben der Reduzierung invasiver Verfahren auch genauer ist als die heutigen Erkennungsmethoden. In einem in der Arbeit beschriebenen Fall wurde bei einer Läsion, die laut der Standarduntersuchung, der Histopathologie, als gutartig galt, beim Biomarkertest ein positives Melanom-Ergebnis erzielt. Das Gewebe des Patienten wurde aufgeteilt und nochmals von Pathologen untersucht, wobei diesmal ein invasives Melanom diagnostiziert wurde.

 

DermTech überträgt diese Testdaten momentan auf eine quantitative PCR-Plattform. Vorausgehende Ergebnisse weisen auf die Durchführbarkeit der Verwendung des 17-Gen-Biomarkers in einer klinischen Laborumgebung hin. Zusätzliche Probeentnahmen werden in den USA, Australien und Europa vorgenommen.

 

"Wenn diese Ergebnisse in einer erweiterten klinischen Validationsstudie bestätigt werden, würde dies die Einführung der EGIR-basierten Untersuchungen als genauere und kosteneffektivere Alternative zu den momentan verfügbaren Werkzeugen zur Melanom-Erkennung bedeuten", so George Schwartz, CEO von DermTech.

 

 

Informationen zu DermTech International, Inc.

 

DermTech hat seinen Hauptsitz in La Jolla (Kalifornien) und konzentriert sich auf die Entwicklung der vom Unternehmen patentierten Genetic Information Retrieval (EGIR(TM))-Technologie. Bei der EGIR-Technologie werden mit einem spezialisierten Haftklebestreifen nichtinvasiv und nach einem einfachen Verfahren Zellen vom Stratum Corneum, d. h. der oberen Hautschicht entnommen. Das in diesen Zellen enthaltene genetische Material (RNS) wird dann unter Einsatz molekularbiologischer Werkzeuge isoliert, vergrössert und analysiert, um genetische Profile zu bestimmen, die für eine Reihe von Anwendungen genutzt werden. Dazu zählen die nichtinvasive und frühe Erkennung von Erkrankungen, pharmazeutische Forschung und Entwicklung und Theranostika. DermTech geht seiner Forschungsaktivität auf dem Gebiet der Melanome, Prostatakrebs und zahlreicher Hautzustände unter Verwendung der EGIR-Technologie aktiv nach. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.dermtech.com  

 

 

Informationen zu Melanomen

 

Seit 1930 ist das Risiko in seinem Leben an einem Melanom zu erkranken 2000 mal grösser als zuvor. 2010 ergaben aktuelle Schätzungen, dass 1 von 50 Personen im Laufe ihres Lebens ein Melanom entwickelt.(1) Melanome sind die häufigste Krebsform bei Frauen zwischen 25 und 29 Jahren. 5 % bis 10 % der Hautmelanom-Fälle sind genetisch bedingt und treten bei Verwandten ersten Grades auf.(2) Im Gegensatz zu anderen Krebsformen sprechen Melanome nur selten auf eine Therapie an. Die Behandlungen, die für Melanome geeignet sind, sind sehr schädlich und gehen mit einer Beeinträchtigung der Lebensqualität einher.(3) Werden Melanome behandelt bevor diese streuen, liegen die Heilungschancen bei 99 %.(4) Die Überlebensrate 10 Jahre nach der Behandlung eines Melanoms, das früh erkannt und behandelt wird, beträgt 95-99 %, bei einem Melanom der Stufe 4 (invasiv) jedoch weniger als 5 %(5).

 

 

Literatur

 

  • (1) CA Cancer J Clin 2008 (2) Karolinska Institute, Aug 2008 (3) NCI Behandlungsmöglichkeiten für Melanome (4) AAD Datenblatt 2007 (5) American Joint Committee on Cancer – AJCC.

 

 


Quelle: DermTech International, 07.02.2011 (tB).

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