DBfK

Faire und gerechtere Gehälter für Pflegefachpersonen deutschlandweit!

 

Berlin (27. Januar 2015) – Der DBfK begrüßt die durch die Untersuchung im Auftrag von Staatssekretär Laumann hergestellte Transparenz zur Gehältersituation in der Pflege in Deutschland. „Die gravierenden Unterschiede waren bekannt, wurden jetzt aber erstmals systematisch dokumentiert und analysiert“, sagt Franz Wagner, Bundesgeschäftsführer des DBfK. Es ist sachlich nicht nachzuvollziehen warum es derart große Unterschiede zwischen Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten sowie zwischen Ost- und Westdeutschland gibt, so Wagner weiter. Angesichts der vergleichbaren Verantwortung quer über alle Arbeitsbereiche der Pflege und 25 Jahre nach der Vereinigung müsse das aufhören. Auch die Benachteiligung von Frauen bei den Gehältern sei im Frauenberuf Pflege nicht akzeptabel.


Gründe für die Unterschiede sind nicht nur verschiedene Tarifabschlüsse, denn vielfach gibt es gar keine Tarifverträge. Ein großes Problem stellen vor allem im Bereich der Pflegeheime und der ambulanten Pflegedienste, die mit den Kostenträgern verhandelten Leistungsvergütungen dar. Nach geltendem Recht kann bei Pflegeheimen die tarifliche Vergütung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den Pflegekassen als unwirtschaftliches Handeln ausgelegt werden. Das soll jetzt gesetzlich geändert werden – nach Ansicht des DBfK ein wichtiger Schritt für eine bessere und gerechtere Bezahlung. In den Krankenhäusern entscheidet oft die Trägerart über bessere oder schlechtere Gehälter. Neben Stellenabbau in der Pflege ist das ein probates Mittel, um Einsparungen vorzunehmen.

 

Der einzig positive Effekt des Personalmangels ist, dass Pflegefachpersonen in der Verhandlung mit Arbeitgebern durchaus Chancen haben, bessere Bedingungen für sich herauszuholen. Übertarifliche Leistungen sind schon heute weit verbreitet.

 

Der hohe Teilzeitanteil in der Pflege stellt – soweit es sich um nicht frei gewählte Teilzeit handelt – ein großes Potenzial für den bestehenden Personalmangel dar. Allerdings müssen sich dazu zuerst Arbeitsbedingungen deutlich verbessern. Dazu gehört – fast paradox klingend – eine Verbesserung der Stellenpläne. Nur wenn es mehr Stellen gibt, das heißt, die einzelne Pflegefachperson weniger Patienten oder Bewohner versorgen muss, wird es wieder attraktiver, mehr Stunden pro Woche zu arbeiten. Denn die Teilzeit ist eine verbreitete Selbstschutzreaktion von völlig überlasteten Pflegefachpersonen. Allerdings muss auch an der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf gearbeitet werden.

 

Pflege ist eine personenbezogene Dienstleistung, die wegen der existenziellen Erfahrungen, der Vulnerabilität und Individualität der betreuten Klienten ein hohes Maß an Verantwortung und Einsatz erfordert. Das muss sich auch im Gehalt widerspiegeln. Eine Verbesserung der Situation der Pflegenden erfordert abgestimmtes Handeln von Politik, Berufsverbänden, Arbeitgebern und Gewerkschaften.

 

Kritisch sieht der DBfK an der Studie, dass zum Vergleich u.a. die Baubranche herangezogen wurde. Darüber hinaus ist die Allgemeingültigkeit und Übertragbarkeit der Befunde – z.B. beim Vergleich mit Durchschnittsgehältern – beschränkt durch die Eingrenzungs- und Ausschlussverfahren bei der Berechnung sowie die zugrundeliegenden Berechnungsmethoden. Das mindert allerdings nicht die Aussagekraft hinsichtlich der Varianzen.

 


Quelle: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK), 27.01.2015 (tB).

MEDICAL NEWS

Inadequate sequencing of SARS-CoV-2 variants impedes global response to COVID-19
New meta-analysis finds cannabis may be linked to development of…
New guidance on how to diagnosis and manage osteoporosis in…
Starting the day off with chocolate could have unexpected benefits
Better mental health supports for nurses needed, study finds

SCHMERZ PAINCARE

Versorgung verbessern: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin fordert die Einführung des…
Pflegeexpertise im Fokus: Schmerzmanagement nach Operationen
Versorgung verbessern: Bundesweite Initiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin zu…
Jedes vierte Kind wünscht bessere Schmerzbehandlung
Lebensqualität von Patienten in der dauerhaften Schmerztherapie mit Opioiden verbessern

DIABETES

„Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 PLUS“ gibt…
Toujeo® bei Typ-1-Diabetes: Weniger schwere Hypoglykämien und weniger Ketoazidosen 
Bundestag berät über DMP Adipositas: DDG begrüßt dies als Teil…
Mit der Smartwatch Insulinbildung steuern
Verbände fordern bessere Ausbildung und Honorierung von Pflegekräften für Menschen…

ERNÄHRUNG

Mangelernährung gefährdet den Behandlungserfolg — DGEM: Ernährungsscreening sollte zur klinischen…
Wie eine Diät die Darmflora beeinflusst: Krankenhauskeim spielt wichtige Rolle…
DGEM plädiert für Screening und frühzeitige Aufbautherapie: Stationäre COVID-19-Patienten oft…
Führt eine vegane Ernährungsweise zu einer geringeren Knochengesundheit?
Regelmässiger Koffeinkonsum verändert Hirnstrukturen

ONKOLOGIE

WHO veröffentlicht erste Klassifikation von Tumoren im Kindesalter
Anti-Myelom-Therapie mit zusätzlich Daratumumab noch effektiver
Positive Ergebnisse beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom: Phase-III-Studie zur Radioligandentherapie mit 177Lu-PSMA-617
Lymphom-News vom EHA2021 Virtual. Alle Berichte sind nun online verfügbar!
Deutsch-dänisches Interreg-Projekt: Grenzübergreifende Fortbildungskurse in der onkologischen Pflege

MULTIPLE SKLEROSE

Multiple Sklerose durch das Epstein-Barr-Virus – kommt die MS-Impfung?
Neuer Therapieansatz für Multiple Sklerose und Alzheimer
„Ich messe meine Multiple Sklerose selbst!“ – Digitales Selbstmonitoring der…
Stellungnahme zur 3. Impfung gegen SARS-CoV2 bei Personen mit MS
NMOSD-Erkrankungen: Zulassung von Satralizumab zur Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen

PARKINSON

Alexa, bekomme ich Parkinson?
Meilenstein in der Parkinson-Frühdiagnose
Parkinson-Erkrankte besonders stark von Covid-19 betroffen
Gangstörungen durch Kleinhirnschädigung beim atypischen Parkinson-Syndrom
Parkinson-Agenda 2030: Die kommenden 10 Jahre sind für die therapeutische…