DBfK fordert Sofortmaßnahmen gegen miserable Arbeitsbedingungen

 

Berlin (20. Oktober 2010) – Anlässlich der heute in Berlin veröffentlichten „Studie zu Fachkräftebedarf und –angebot im deutschen Gesundheitswesen“ (PricewaterhouseCoopers pwc) fordert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) die Arbeitgeber auf, umgehend für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege zu sorgen. „Der Fachkräftemangel in der Pflege hat besorgniserregende Ausmaße angenommen“, sagt DBfK-Referentin Johanna Knüppel.

 

„Wer den Stellenmarkt der Wochenendzeitungen beobachtet wird feststellen, dass dort neben übertariflichen Angeboten bereits Abwerbeprämien in Höhe von mehreren tausend Euro gezahlt werden. Der ‚war for talents‘ um Pflegefachkräfte ist voll entbrannt. Umso unverständlicher, dass viele Einrichtungen noch immer die verbliebenen Mitarbeiter nach Kräften ausbeuten und auf diese Weise selbst für arbeitsbedingte Gesundheitsschäden und vorzeitigen Berufsausstieg sorgen. Wer immer mehr Arbeit auf immer weniger Schultern verteilt, Arbeitsdruck und Arbeitstempo kontinuierlich steigert, trägt die Verantwortung dafür, dass immer weniger Pflegekräfte bereit bzw. in der Lage sind so zu arbeiten“, so Knüppel weiter.

 

Die pwc-Studie hat lediglich Fachpflegeangebot und -bedarf in den Kliniken untersucht, und prognostiziert dort ab 2020 bereits eine Personallücke von mindestens 140.000 Fachkräften. Grundlage dieser Prognose ist allerdings die durch drastischen Personalabbau seit 1995 stark ausgedünnte und nicht dem Versorgungsbedarf entsprechende Pflegepersonaldecke in den Krankenhäusern. Dabei ist der Personalbedarf in der ambulanten und Altenpflege noch nicht berücksichtigt. In ihrem Bericht „Der Arbeitsmarkt in Deutschland – Gesundheits- und Pflegeberufe“ (Juli 2010) meldet die Bundesagentur für Arbeit für den Gesundheits- und Pflegebereich: „Im Jahr 2009 waren der Bundesagentur für Arbeit durchschnittlich 36.000 Arbeitsstellen gemeldet“.

 


 

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK), 20.10.2010 (tB).

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